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Menschen erstmalig in Deutschland infiziert: Seoul-Virus durch Hausratte übertragen

von: Mathias Beyer

Coronakrise –

Mitten im zweiten Lockdown hat die Berliner Charité in Zusammenarbeit mit dem Friedrich-Löffler-Institut (FLI) erstmalig die Infektion mit dem sogenannten Seoul-Virus bei einer jungen Frau in Deutschland nachgewiesen.

Die junge Frau aus Niedersachsen hatte sich die Hausratte erst zwei bis drei Wochen zuvor gekauft und sich innerhalb dieser Zeit über Ausscheidungen der Ratte mit dem hochvirulenten Virus infiziert. In Folge dessen musste sie auf Grund von akutem Nierenversagen mehrere Tage intensivmedizinisch betreut werden. Die Tatsache, dass sich die Frau bei ihrer Hausratte infiziert hatte, ist darauf zurückzuführen, dass Forscher im Rahmen von molekulargenetischen Untersuchungen herausfanden, dass beide Virussequenzen identisch sind. Dies gilt als Beweis für eine sogenannte autochthone – also in Deutschland erworbene – Infektion mit dem Seoul-Virus. (Als autochthone, einheimische oder indigene Art bezeichnet man in der Biologie Lebewesen, die im aktuellen Verbreitungsgebiet entstanden sind oder dort ohne menschlichen Einfluss im Zuge von natürlichen Arealerweiterungen eingewandert sind.)

Ursprünglich kommt das Virus aus Asien und ist vermutlich über infizierte Wildratten nach Deutschland gelangt, welche hierzulande wiederum Wildratten infizieren konnten. Da dieses Virus bisher aber noch nicht bei Hausratten nachgewiesen werden konnte, ist zu vermuten, dass die neuerworbene Hausratte der Frau aus dem Ausland kam.

Hanta-Viren (zu deren Familie auch das Seoul-Virus gehört) spielten in Deutschland bisher nur bei Mäusen eine Rolle; sind aber seit 2001 meldepflichtig, da man einen vermehrten Anstieg an Infektionen beim Menschen beobachtet. Etwaige Symptome wie Fieber, Blutdruckabfall und akutes Nierenversagen können auf Hanta-Viren zurückgeführt werden. Das Friedrich-Löffler-Institut und die Berliner Charité geben an, dass durch den Verkauf einer Heimratte „das Virus praktisch überallhin exportiert werden kann“. Daher empfehlen beide Institutionen Vorsicht bei der Rattenhaltung und natürlich auch beim Kauf. Setzen Sie sich vorher kritisch damit auseinander, informieren Sie sich über den Bestand aus dem die Hausratte kommt, achten Sie auf Hygiene und vor allem: Bleiben Sie gesund!