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Ratschläge unserer Tierärzte Die Angst vor Silvester – Tipps für Hundebesitzer

Ein Bericht von: Patrick Wagmeister

Silvester ist für viele Hunde ein Graus. Wie Hundebesitzer Ihren Tieren helfen können und welche Trainingsmaßnahmen unterstützend wirken, lesen Sie hier.

Spaziergänge sollten sicherheits halber nur an der Leine stattfinden. Wählen Sie Zeit und Orte zum Spaziergang, die größtenteils knallfrei sind. Achten Sie darauf, dass Türen und Fenster geschlossen sind, auch bisher „knallfeste“ Hunde können plötzlich ängstlich reagieren und das Weite suchen. Sollte der Hund an Tagen vor Silvester allein bleiben müssen, können ein eingeschaltetes Radio bzw. Fernseher helfen, die Außengeräusche zu dämpfen und den Hund etwas ablenken. Nach Möglichkeit sollte der Hund um diese Zeit so wenig wie möglich allein gelassen werden.

Sollte in den Vortagen vor Silvester Ihr Hund auf die Knallerei reagieren, geben Sie ihm eine Leckerei, das soll dazu führen, dass der Hund die Knallerei mit etwas Positivem verbindet. Verhalten Sie sich ganz normal. Sie sind sein Fels in der Brandung.

In der Silvesternacht

Der ängstliche Hund sollte nach Möglichkeit nicht alleine gelassen werden. Nehmen Sie Ihren Hund für das Feuerwerk nicht mit auf den Balkon oder die Straße. Am besten kümmert sich jemand aus der Familie (im Idealfall die Bezugsperson) um den Hund und verteilt großzügig Leckereien. Spielen Sie mit dem Hund, oder lassen ihn seinen Lieblingstricks vorführen. Denkaufgaben und Ablenkung helfen oft gegen Panik. Sparen Sie nicht an positiver Bestärkung und Leckerlis. Ihr Verhalten ist für den Hund ausschlaggebend, es ist ganz ein normaler Abend mit dem einen oder anderen Knall. Diese Ruhe muss dem Hund vermittelt werden. Vermindern Sie äußere Reize. Schließen Sie Fenster und Rollläden.

Mein Hund hat aber trotzdem Angst

Die Angst ist ernst zu nehmen. Hunde haben ebenso ein Angst- bzw. Unsicherheitsgefühl wie wir. Wenn draußen für den Hund gefühlt „die Welt untergeht“, stehen Sie ihm bei und machen Sie ihm die Situation so angenehm wie möglich. Trösten Sie ihn ruhig, wenn der Hund das möchte, aber mit bestimmter ruhiger Stimme nach dem Motto „Ich höre auch, dass es draußen knallt, aber alles ist gut“. Rückzugsorte planen und gewähren. Jeder Vorteil gilt, sei es im Keller, unter der Bettdecke oder auf Ihrem Arm. Wenn der Hund Ihre Nähe sucht, dann sollten Sie sich normal und optimistisch verhalten, das tut dem Hund gut. Seien Sie ruhig und bestimmt und zeigen dem Hund, dass die Situation Sie nicht ängstigt.

Kontinuierliches Training löst häufig Angstprobleme

Ein ausgiebiges geplantes Training mit Geräusch-CDs kann Ihrem Hund helfen, sich langsam an die Geräusche zu gewöhnen und sich zu merken, dass die Welt gar nicht untergeht sobald es knallt. Unterhalten Sie sich vor so einer Maßnahme jedoch mit Ihrem Tierarzt bzw. Verhaltenstherapeuten, denn sie sollte gut geplant sein. Manche Hunde reagieren trotz allen Maßnahmen extrem panisch, und es ist schwierig, ihre Ängste zu kontrollieren und in den Griff zu kriegen. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über den vernünftigen Einsatz eines leichten Beruhigungsmittels. Es gibt einige sanfte Präparate auf pflanzlicher Ebene, die den Hund nicht komplett lahm legen. Früher wurde Hunden oft vor Silvester ein starkes Beruhigungsmittel verabreicht. Dies wird heute in der Veterinärmedizin sehr kontrovers diskutiert, da Hunde dadurch eben lahm gelegt werden. Meistens ist es so, dass die Hunde trotzdem alles mitkriegen, aufgrund ihres Zustandes aber eben nicht mehr flüchten bzw. sich äußern können. Damit erreicht man sehr häufig das genaue Gegenteil, nach dem Nachlassen der Wirkung des Medikamentes hat man oft einen panischen, verstörten Hund, den man nur noch schwer beruhigen kann. Sollten Sie über Silvester das Weite suchen und in den Urlaub fahren, informieren Sie sich vorher über Orte an denen wenig oder gar nicht „geknallt“ wird.