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Hundesicherheit im Auto Tipps für einen sicheren Transport Ihres Hundes mit allen Vor- und Nachteilen

Ist der Hund im Auto nicht ordnungsgemäß gesichert, besteht nicht nur Gefahr für das Tier selbst, sondern auch für alle Insassen des Autos. Doch was ist zu beachten?

Gerade in der Winterzeit kommt es häufig durch glatte Straßen zu Auffahrunfällen. Bei einer Aufprallgeschwindigkeit von 50km/h wird das Gewicht jedes Fahrzeuginsassen (auch des Hundes) auf das 30fache erhöht. Ist der Hund nicht gesichert, wird er durch den Fahrzeuginnenraum fliegen, ein Chihuahua mit einer Masse von etwa 60 kg, eine Dogge mit einer Masse von etwa 1800 kg. Es besteht also nicht nur Gefahr für das Tier selbst, sondern auch für alle Insassen des Autos. Auch aus diesem Grund schreibt die Straßenverkehrsordnung im Paragrafen 22 vor, dass Ladung gesichert werden muss – und auch ein Hund gilt als Ladung. Hinzu kommt noch, dass ein im Fahrgastraum herumkletternder Hund den Fahrer ablenken könnte und so Unfälle provoziert werden können.

Gurtsysteme

Im Handel sind verschiedene Systeme erhältlich. Es gibt einfache Verbindungsstücke zwischen Brustgeschirr und Autogurtschließe, sowie Brustgeschirre, die mit der Autogurtschließe verbunden werden, aber auch Gurtsysteme, die am Dreipunktgurt befestigt werden.

Vorteile:

  • Einfache Handhabung
  • Kein Verlust von Stauraum
  • Breite Gurte verteilen die Aufprallenergie gleichmäßig auf den Hundekörper

Nachteile:

  • Bei großer Gurtlänge kann der Fahrer weiterhin gestört werden
  • Verletzungsgefahr für das Tier und Insassen, wenn es beim Aufprall durch zu lange Gurtlänge gegen den Vordersitz geschleudert wird
  • Geschirre mit ungenügender Festigkeit (Achtung: Ein einfaches Verbindungsstück zwischen Geschirr und Gurt reißt bereits bei einer Aufprallgeschwindigkeit von 50 km/h)

Abtrennung im Fahrzeuginnenraum

Hierbei handelt es sich um eine „raumhohe“ Sicherheitsabtrennung, die aus einem Geflecht flexibler Gurtbänder besteht. Sie wird hinter den Vordersitzen mit Hilfe der Sicherheitsgurte verankert.

Vorteile:

  • Stabiles Netzgitter, das ein Vorschleudern des Tieres verhindert
  • Niedriges Verletzungsrisiko für das Tier
  • Auch in Autos mit kleinem oder separatem Kofferraum verwendbar

Nachteile:

  • Aufwendige Montage/Demontage  
  • Sitzplätze hinter der Abtrennung für Passagiere nicht mehr verwendbar

Empfehlenswerte Produkte:
Allianz Trenngitter: Empfehlenswert für alle Hunderassen

Trennnetz/-gitter für den Laderaum

Die Abtrennung trennt den Kofferraum vom Fahrgastraum ab. Wichtig ist, darauf zu achten, dass es sich um ein stabiles nach DIN 75410-2 Laderaumtrenngitter handelt. Nur dann ist ein Schutz aller Fahrzeuginsassen gewährleistet.

Vorteile:

  • Tier kann Fahrer nicht stören und Rettungspersonal nicht behindern im Falle eines Unfalls
  •  Sicherheit für die Fahrzeuginsassen

Nachteile:

  • Bei großem Kofferraum (große Distanz zwischen Tier und Laderaumgitter) kann es bei einer hohen Aufprallgeschwindigkeit zu Verletzungen beim Hund kommen
  • Bei Crashtests konnte gezeigt werden, dass unstabile Trenngitter oder einfache Netze bei einer Aufprallgeschwindigkeit von 50km/h schon einen 6kg Hund nicht halten können

Empfehlenswerte Produkte:
Produkte der Firma Kleinmetall: Empfehlenswert für Hunde mittelgroßer und großer Rassen

Transportboxen

Es gibt unterschiedliche Modelle aus Metall und Kunststoff. Wichtig ist darauf zu achten, dass sie Crashtest geprüft sind oder der DIN75410-2 entsprechen, da einfache Kunststoffboxen leicht brechen. Alternativ gibt es auch Hundeboxen, die fest ins Auto eingebaut sind.

Vorteile:

  • Gute Sicherheit, wenn die Box quer zur Fahrtrichtung direkt hinter der Rücksitzlehne angebracht wird (große Boxen müssen zusätzlich gesichert werden!)
  • Kleine Boxen können sicher im Fußraum hinter den Vordersitzen untergebracht werden
  • Nach Eingewöhnung wird die Box als Schlafhöhle akzeptiert und so Nervosität während der Fahrt verhindert
  • Der Hund kann den Fahrer nicht stören und Rettungspersonal nach einem Unfall nicht behindern

Nachteile:

  • Eingewöhnungsphase für das Tier notwendig
  • Umständliche Handhabung bei schweren Boxen
  • Stauraumverlust

Empfehlenswerte Produkte:
Produkte der Firma Kleinmetall und Gla-Wel: Empfehlenswert für alle Hunderassen

Die Sicherungssysteme liegen in einem Kostenrahmen von etwa 60 EUR bis 500 EUR. Die Kosten sollten nicht abschrecken. Wird der Hund ungesichert befördert, drohen Verwarn- und Bußgelder in Höhe von bis zu 130 EUR. Viel wichtiger sollten jedem Hundebesitzer aber die Sicherheit von seinem Tier und seine eigene Sicherheit sein.