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Mischling oder Rassehund – das ist (k)eine Frage!

Ein Bericht von: Regina Welk

In der Statistik von Tasso steht als Lieblingshund der Mischling an erster Stelle. Alle nicht „gezüchteten“ Hunde sind Mischlinge. Doch die Frage, die man sich stellen sollte, wenn man sich einen Hund (oder eine Katze) anschaffen möchte, ist nicht die Frage nach der Rasse, sondern danach, ob das Tier zu einem, zur Familie, zum Umfeld und in das Leben passt.

Wünscht man sich einen Schoßhund, einen „Couchpotato“ oder eine „Rennsemmel“ – das ist die Frage. Oder möchte man eine Schmusekatze, darf Miezi in der Gegend umherstromern und über eine eingebaute Katzenklappe rein und raus? Und nicht zu vergessen ist „die Liebe auf den ersten Blick“ – das gibt’s auch bei der Wahl eines Tieres.

All diese Punkte sind wichtiger als ein „Stammbaum“. Wie oft entscheiden sich (leider) Menschen für eine bestimmte Rasse, gehen zu einem Züchter und stellen dann später fest, dass der kuschelige Welpe zu groß wird und vom Temperament überhaupt nicht passt – im besten Fall landet er im Tierheim und nicht angebunden irgendwo oder entsorgt in der Mülltonne, wie im letzten Jahr in München geschehen (der Welpe wurde gerettet und fand dann ein glückliches Zuhause). Ein verantwortungsvoller Züchter wird natürlich die genauen Umständen der künftigen Halter erfragen, sie über den Charakter des Hundes genau aufklären, sich das neue Zuhause ansehen, den künftigen Besitzer überprüfen und gegebenenfalls den Hund gar nicht vermitteln.

Als ich vor 17 Jahren meine Flocke bei Pro Animale fand, wurde ich am Arbeitsplatz aufgesucht, musste Ausweis und Mietvertrag vorlegen und wurde später auch „besucht“ (kontrolliert). Der Kontakt zur Tierschutzorganisation blieb bestehen, und ich fuhr immer zum „Tag der offenen Tür“ und entdeckte einen reizenden Hund, der ein Zuhause suchte. Ich wollte keinen zweiten Hund, wusste aber, dass bei meinen Nachbarn ein Hund gestorben war. Was ich nicht wusste – die Großmutter (damals schon 89) wünschte sich sehnlichst den Hund, hatte in Jugendjahren auch einen weißen. Ihre Familie (sie lebten zusammen in einem Haus) war bereit, sich so lange die Großmutter leben würde, um „Ronja“ zu kümmern (Hundehaarallergie in der Familie). Aber was dann? Nun, so kam ich zu meiner Hunde-Patenschaft. Vier Jahre lang lebten Ronja und Großmutter glücklich miteinander. Ich besuchte sie regelmäßig mit meiner Flocke. Nach ihrem Tod mit 93, „erbte“ ich Ronja und hatte nun zwei weiße Hündinnen, die türkische Ronja und meine spanische Flocke.

Wenn Sie ein Haustier haben – lassen Sie Hund und Katze mit einem Chip registrieren, damit man Sie als Besitzer immer identifizieren kann, falls das Tier einmal abhanden gekommen ist.

Verantwortungsvolle Züchter, Tierheime und Tierschutzorganisationen erfragen deshalb so viele Details wie möglich, machen im Zweifelsfall stichprobenhafte Kontrollbesuche, weil Tiere Lebewesen sind und keine „Dinge“, die man irgendwann, wenn sie unbequem werden, entsorgt. Mir ist es unbegreiflich, dass so viele alt gewordene Tiere im Tierheim landen. Ein Hund beim Züchter kostet Geld, aber auch im Tierheim und bei einer Tierschutzeinrichtung entstehen Kosten, so dass eine erhobene Schutzgebühr mehr als berechtigt ist.

Mehr als 87.000 Mischlinge sind von Januar bis Dezember 2018 bei TASSO neu registriert worden. Damit ist Platz eins unangefochten in der Hand der Rassemixe.

Grafik: © Tasso e.V.
Grafik: © Tasso e.V.
Grafik: © Tasso e.V.
 
 

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