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Dramatischer Notfall bei der Tierrettung: Windhund mit Ast im Brustkorb

Dr. Gabor Horvath

Rettungseinsätze –

Der Notruf ging am Sonntag, den 8.12. um 12:39 bei der Tierrettung München ein. Am Telefon wurde dem diensthabenden Tierarzt Dr. Horvath berichtet, dass sich auf der Wiese des Pasinger Stadtparks neben der Autobahn A96 ein Hund mit dem Brustkorb auf einen langen Stock aufgespießt hatte, nachdem er eine Böschung heruntergelaufen war.

Dr. Horvath machte sich gemeinsam mit gleich zwei Assistentinnen (anstatt wie üblich nur mit einer) sofort auf den Weg zum Unfallort. Bei Ankunft der Tierrettung München stand Felix, ein Windhundmischling, aufrecht. Ein Ast von ca 1,5m Länge ragte vorne/unten aus seinem Brustkorb heraus. Dr. Horvath machte eine kurze Notfalluntersuchung zur Einschätzung des Zustandes der lebensnotwendigen Organsysteme und fing dabei mit Unterstützung seiner Assistentinnen parallel mit der lebensrettenden Notfallbehandlung an. Jede Sekunde zählte für Felix!

Felix befand sich im Schock. Der Ast war entlang des Brustbeins in den Brustkorb so weit eingedrungen, dass die Spitze hinter dem Brustbeinende ertastet werden konnte. Sofort spritzte Dr. Horvath ein sehr stark wirksames Schmerzmittel und legte einen venösen Zugang. Dabei nahm der Tierarzt gleich Blut für eine spätere Untersuchungen ab und begann mit der lebensrettenden Schockbehandlung durch Infusion. Felix bekam noch einen stablilisierenden Stützverband um den Brustkorb herum um den Ast gegen Verrutschen zu sichern.

Unter Sauerstoffzufuhr und Dauertropfinfusion transportierte das Team der Tierrettung den tierischen Patienten im Rettungswagen in die Chirurgische Kleintierklinik der LMU. Dort wurde Felix in stabilem, wenn auch weiterhin sehr kritischem Zustand übergeben. Die anschließende Operation, in welcher der Stock durch einem Team aus mehreren erfahrenen Tierärzten entfernt wurde, dauerte viele Stunden.

Rechtzeitig zu Weihnachten war dann klar, dass Felix passend zum Namen (lat.: der vom Glück begünstigte) wirklich sehr viel Glück gehabt hatte. Er erholt sich von dem schwierigen Eingriff recht gut und konnte bereits am 17.12. nach Hause entlassen werden. Wie durch ein (Weihnachts-)Wunder hat der Hund, der einst über eine Tierschutzorganisation zu seinem Frauchen gefunden hatte, den schlimmen Unfall ohne Komplikationen überlebt. Eine Kontrollblutuntersuchung bestätigte den komplikationslosen, normalen Heilungsverlauf und am 21.12., direkt vor dem vierten Advent, wurden dann die Fäden gezogen. Das Weihnachtsfest konnte Felix im Kreise seiner Familie verbringen.

Frau Dr. Menges, Stadträtin und Gründerin der Tierrettung München, rät Hundebesitzern dazu, in unbekanntem oder unübersichtlichen Gelände Hunde an die Leine zu nehmen oder zumindest nicht vorlaufen zu lassen, um das Verletzungsrisiko zu minimieren.


Gabor Horvath

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