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Schmerzhafter Badespass

von: Sabrina Schneider
Tierärztin Tierrettung München e.V.

Rettungseinsätze –

Am Pfingstmontag wurden wir von einem besorgten Mitglied angerufen: Die Dame war gerade mit ihrer Hündin „Bonni“ an der Isar spazieren. Zur Abkühlung sprang Bonni wie so oft in das kühle Nass, als sie plötzlich aufjaulte.

An Land zeigten sich zwei Bissverletzungen am Oberschenkel, vermutlich durch einen Biber. Vor 4 Wochen war die Hündin schon einmal von einem Biber gebissen worden, damals in die Lippe, welche hatte genäht werden müssen.

Wir fuhren los und trafen uns mit Bonnis Besitzerin am Biergarten Hirschau im Englischen Garten. Im Rettungswagen wurde Bonni zunächst allgemein untersucht. Ihr Kreislauf war glücklicherweise stabil. Die Verletzungen am Oberschenkel und am Rücken wurden sorgfältig ausrasiert und genauer betrachtet.

Die Verletzungen am Rücken waren nicht tief und die Haut war noch intakt. Die beiden Wunden am Oberschenkel sahen dagegen sehr schmerzhaft aus. Deshalb erhielt „Bonni“ für die weitere Untersuchung ein starkes Schmerzmittel. Bei beiden Wunden am Oberschenkel war die Haut komplett durchtrennt. Die darunterliegende Muskulatur erschien unbeschädigt. Zunächst hatten wir die Überlegung, die Wunden vor Ort zu nähen und zu versorgen. Leider stellte sich bei einer genaueren Untersuchung heraus, dass die beiden Wunden, die ca. 10 cm auseinander lagen, verbunden waren. Hier stößt die Tierrettung mit ihrer mobilen Einheit leider an ihre Grenzen, da hier sehr wahrscheinlich eine Drainage gelegt werden muss. Diese dient dem Wundabfluss, damit sich keine Tasche unter der Haut bildet, in der eine Infektion entstehen könnte. Daher brachten wir die Mischlingshündin in die chirurgische Kleintierklinik am Englischen Garten, wo sie weiter versorgt wurde.

Da Biber sehr große, spitze Zähne haben, können sie schwere Bissverletzungen verursachen. Je nach Stelle des Bisses, z.B. in die Kehle, kann ein Biss auch tödlich sein, wichtige Strukturen durchtrennen und massive Infektionen verursachen.

Biber haben im Mai und Juni ihren Nachwuchs und verteidigen diesen mitunter aggressiv. Gerade in dieser Zeit raten wir dazu, seinen Hund in der Nähe von Biberburgen lieber an die Leine nehmen und dort nicht an das Wasser lassen.

 

Sabrina Schneider
Tierärztin Tierrettung München e.V.