aktion tier - Tierrettung München e.V. / 2021-09-22T21:20:52+01:00 https://www.tierrettungmuenchen.de/news-866.atom Verstärkung gesucht: Bürohilfe für die Verwaltung (m/w/d) - 2021-09-22T16:32:26+02:00 2021-09-22T16:48:24+02:00 Ab sofort suchen wir Unterstützung im Büro. Die Tätigkeit ist stundenweise (wöchentlich 10 - 15 Stunden und ggfs. als Urlaubsvertretung) auf Basis geringfügig entlohnter Beschäftigung (Minijob). Für Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung. Wir freuen uns darauf, Sie kennenzulernen!
https://www.tierrettungmuenchen.de/news-860.atom Selbstmedikation kann tödlich sein! - 2021-08-25T10:36:00+02:00 2021-08-25T10:56:28+02:00 Der Vierbeiner ist schlapp, frisst nicht oder hat sogar Schmerzen. So mancher Tierbesitzer möchte seinem Liebling jetzt schnellstmöglich helfen, damit es dem geliebten Tier wieder besser geht. Rasch wird die Hausapotheke durchsucht: Ibuprofen oder Paracetamol finden sich schließlich in fast jedem Haushalt. Doch Vorsicht: Was dem Menschen hilft, kann beim Tier eine ganz andere Wirkung haben – mit tödlichem Ausgang.

„Die Gabe von Ibuprofen oder Paracetamol beispielsweise führen bei Hunden und Katzen zu schweren Vergiftungen!“, warnt Tierärztin Sabrina Schneider von der aktion tier Tierrettung München. „Erst kürzlich hatten wir es mit einer kranken Katze zutun, deren Besitzer das Tier mit Ibuprofen Kindersaft therapiert hatte. Solch eine Selbstmedikation ist sehr gefährlich für das Tier!“, berichtet sie von einem aktuellen Fall der Tierrettung München.

Die Folgen einer falschen Medikamentengabe können für Tiere fatal sein und im schlimmsten Fall mit dem Tod enden. Das liegt auch daran, dass Tiere ganz andere Dosierungen bei den verschiedenen Erkrankungen benötigen als der Mensch. „Die Gabe von Medikamenten sollte grundsätzlich nur nach Absprache mit einem Tierarzt erfolgen!“, rät Tierärztin Sabrina Schneider. Dann ist man auch sicher, dass dem Vierbeiner wirklich nur Wirkstoffe verabreicht werden, die auch für Tiere zugelassen sind.

Doch was tun, wenn der Tierarzt schon zu hat? „Bei tiermedizinischen Notfällen ist die Tierrettung München rund um die Uhr erreichbar!“, erklärt Sabrina Schneider. „Und auch außerhalb unseres Einsatzgebietes gibt es meist einen tierärztlichen Bereitschaftsdienst, der an den Wochenenden und auch nachts einen Notdienst anbietet.“ Statt in die eigene Hausapotheke sollten Tierbesitzer:innen im Notfall also besser zum Telefonhörer greifen: sicher ist sicher.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-859.atom Selbstmedikation kann tödlich enden! Tierärztin Sabrina Schneider 2021-08-17T09:15:27+02:00 2021-08-17T16:09:44+02:00 Kater Bailey: FLUTD oder Ibuprofen-Intoxikation oder beides? - Im August 2021 wurde die Tierrettung München von einer Nachbarin des Katzensitters angerufen, weil es der Nachbarskatze, dem sechsjährigen, roten Kater Bailey, sehr schlecht ginge und die Besitzer die Katze mit Ibuprofen-Kindersaft therapiert hatten.

Ibuprofen ist für den Menschen ein gängiges, gut verträgliches Schmerzmittel, weshalb es viele Patientenbesitzer zu Hause haben. Leider führt es bei Hunden und Katzen zu schweren Vergiftungen – ebenso wie Diclofenac und Paracetamol – weshalb diese Medikamente niemals bei unseren Haustieren angewendet werden sollten.

Es kann dadurch zu

  • gastrointestinalen Problemen: Erbrechen und Durchfall (auch blutig)
  • Nierenschädigung (bis hin zur akuten Niereninsuffizienz)
  • Neurologischen Problemen: Krampfanfälle, Inkoordination

kommen.

Es sollten beim Kleintier daher nur Wirkstoffe verabreicht werden, die für Hunde und Katzen zugelassen sind und NUR nach Rücksprache mit einem Tierarzt!

Aber zurück zu unserem Einsatz. Kater Bailey hatte ein stark reduziertes Allgemeinbefinden, konnte sich kaum noch auf seinen Pfoten halten. Außerdem konnte eine tennisballgroße Harnblase ertastet werden. Diese war vermutlich das ursprüngliche Problem von Bailey. Dem Kater ging es seit zwei Tagen schon nicht so gut und wie sich nun herausstellte, konnte er vermutlich seit 2 Tagen nicht mehr auf das Katzenklo.

Diese Erkrankung ist bei Katzen relativ häufig und nennt sich FLUTD (Feline Lower Urinary Tract Disease = untere Harnwegserkrankung der Katzen). Hierbei können die Katzen aus verschiedenen Gründen (Harnsteine, idiopathische oder infektiöse Blasenentzündung) keinen Urin mehr absetzen. Zum einen staut sich der Harn zurück in die Nieren und schädigt diese. Zum anderen können andere Stoffe nicht mehr ausgeschieden werden, besonders schwerwiegend ist in diesem Falle die fehlende Ausscheidung des Elektrolyts Kalium, welches sich dann in hohen Mengen im Blut ansammelt und sich negativ auf das Herz auswirkt (erniedrigte Herzfrequenz, EKG-Veränderungen). Diese können zum Tod des Tieres führen.

Es wurde ein Notfalllabor im Auto der Tierrettung München durchgeführt. Dieses zeigte das wahre Ausmaß der Erkrankung und die lebensbedrohliche Situation des Katers. Das Kalium (K+) war doppelt so hoch wie erlaubt, die Nierenwerte (KREA = Kreatinin, BUN = Harnstoff-Stickstoff) mehrfach erhöht. Es erging der sofortige Rat, den Kater in eine Tierklinik zu bringen, damit er stationär versorgt werden konnte, ein Harnkatheter gelegt werden kann und das lebensbedrohliche Kalium durch Flüssigkeit gesenkt werden kann.

Leider wurde uns in diesem Fall der dringend benötigte Transport des Katers in eine Tierklinik verwehrt. Auch weitere Therapie vor Ort war vom Besitzer nicht gewollt. Daraufhin wurde die Polizei verständigt, da es um Leben und Tod des Katers ging. Der sich im Urlaub befindende Besitzer wünschte sich daraufhin telefonisch die Euthanasie der Katze. Da dies leider auch eine Art der Leidensminimierung ist, war der Wunsch des Besitzers gerechtfertigt.

Die liebe Nachbarin, welche auch im Tierschutz aktiv ist, wollte dies auf keinen Fall und bot an, Bailey zu übernehmen und ihm die lebensrettende Therapie in der Klinik zu bezahlen. So hatte Kater Bailey also nochmal Glück im Unglück!

FAZIT: Bitte geben Sie Ihrem geliebten Haustier NIEMALS Medikamente OHNE Rücksprache mit ihrem Tierarzt. Es kann schwerwiegende Folgen haben, bis hin zum Tod Ihres Vierbeiners!

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-858.atom „Finger weg von Permethrinpräparaten bei der Katze!“ - 2021-07-12T18:08:55+02:00 2021-07-12T18:39:51+02:00 Aus aktuellem Anlass möchten wir Sie davor warnen Permethrinpräparate bei der Katze anzuwenden, da diese zu schwerwiegenden Erkrankungen bis zu letalem Ausgang bei der Katze führen können.

Was ist Permethrin?

Permethrin ist ein Fraß- und Kontaktgift und dient der Parasitenprophylaxe gegen Flöhe und Zecken beim Hund.

Wie wirkt Permethrin?

Permethrin ist ein Neurotoxin, also ein Nervengift, welches die Depolarisierung von Na+-Kanälen in Neuronen (Nervenzellen) verlängert, die somit länger geöffnet bleiben. Das Permethrin wird über die Körperoberfläche der Parasiten aufgenommen in deren Folge Na+Ionen vermehrt in die Zellen einwandern. Dies führt über Krämpfe und Lähmungserscheinungen bis hin zum Tod des Parasiten.

Zudem wirkt Permethrin als Repellent. Dies bedeutet, dass die Parasiten den Stoff bereits wahrnehmen, bevor sie auf das Tier geklettert sind und dies dann auch meiden.

Wie wird Permethrin abgebaut?

Der Abbau von Permethrin erfolgt über ein Enzym, welches bei der Katze NICHT vorhanden ist. Daher kann ein Permethrinpräparat, dass fälschlicherweise bei der Katze aufgetragen wurde zu massiven Vergiftungserscheinungen bis hin zum Versterben des Tieres führen! Permethrin findet ebenfalls Verwendung in der Textilindustrie zur Bekämpfung von Motten und Läusen und kann so auch Vergiftungserscheinungen hervorrufen, wenn sich eine Katze über einen neuerworbenen Teppich bewegt oder auf ihm zu liegen kommt. Im Bereich der Textilien erfolgt der Abbau mit Hilfe von UV-Licht.

Welche Symptome treten bei Katzen auf, die mit Permethrin in Kontakt kamen?

Der Allgemeinzustand des Tieres wird sich nach der Applikation rasch verschlechtern. Die Tiere werden apathisch, zeigen ein schwankendes Gangbild und Fieber. Neurologische Symptome wie Übererregbarkeit, Zittern oder Krämpfe setzen ebenfalls nach Beginn der Resorption des Permethrins ein. Weiter zeigen Katzen abnormales Speicheln oder versuchen zu erbrechen zusammen mit Herzrasen, einer schnellen Atmung bis hin zur Atemlähmung und somit zum Tod.

Was können Sie tun, wenn sie versehentlich ein Präparat welches Permethrin enthält bei Ihrer Katze aufgetragen haben?

Scheren sie zügig das Fell in dem Bereich in dem Sie es aufgetragen haben ab. Waschen Sie die Stelle gründlich mit einer milden Seifenlauge und lauwarmem Wasser (heißes Wasser fördert die Resorption des Giftstoffes, kaltes verstärkt die Symptomatik) ab und trocknen die Stelle im Anschluss mit einem Küchenkrepp oder Baumwollhandtuch. Selbst wenn sich bis dahin keine Vergiftungsanzeichen eingestellt haben sollten, muss der Patient kontinuierlich überwacht werden; alternativ kann auch direkt ein Tierarzt oder eine Klinik aufgesucht werden, da Notfallmaßnahmen zur Entgiftung ergriffen werden müssen, selbst wenn das Tier noch KEINE Symptome zeigt.

Was können Sie tun bevor sie ein Medikament zur Parasitenbekämpfung bei Ihrem Haustier anwenden?

Auch hier gilt der Satz: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Aber natürlich fragen Sie nicht ihren Hausarzt, sondern Ihren Tierarzt! Lesen Sie die Packungsbeilage gewissenhaft. Häufig finden sich Ausschlusskriterien, welches Präparat bei welchem Tier angewendet werden darf oder nicht, diese sind auch in der Regel so gekennzeichnet, dass man sie nicht missverstehen kann. Bestellen Sie bitte keine Medikamente im Ausland, wenn sie der Sprache des Beipackzettels nicht mächtig sind. Rufen sie lieber einmal zu viel bei Ihrem Haustierarzt an als zu wenig.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-857.atom Zahnerkrankungen beim Kaninchen - 2021-06-17T17:53:18+02:00 2021-06-17T18:03:25+02:00 Immer dann, wenn Kaninchen wenig, selektiv oder nicht mehr fressen, muss ein Zahnproblem dringend in Betracht gezogen werden. Beim Kaninchen wachsen die Zähne lebenslang, ungefähr 1-2 mm pro Woche, und nutzen sich normalerweise beim Kauen an den gegenüberliegenden Zähnen ab.

Kaninchen kommen bereits mit ihrem Milchgebiss auf die Welt, das insgesamt 16 Zähne enthält. Im Alter von etwa 3-5 Wochen erfolgt der Wechsel zum bleibenden Gebiss, das aus 28 Zähnen besteht. Im Oberkiefer liegen direkt hinter den beiden Schneidezähnen die sogenannten Stiftzähne. Zusammen mit den beiden Schneidezähnen des Unterkiefers wird eine Schere gebildet, d.h. beim Kieferschluss treffen die Schneidezähne nicht aufeinander. Die Oberkieferschneidezähne liegen vor den Unterkieferschneidezähnen. Im Gegensatz dazu treffen die Backenzähne im Idealfall gerade aufeinander.

Die Untersuchung der Zähne beim Tierarzt erfolgt zunächst bei geschlossenem Kiefer. Die Lippen werden hochgezogen und die Stellung der Schneidezähne begutachtet sowie nach etwaigen Veränderungen gesucht. Mithilfe eines Otoskops, das normalerweise bei der Untersuchung der Ohren zum Einsatz kommt, kann anschließend ein erster Blick in die Maulhöhle selbst getan werden. Größere Veränderungen können dabei oftmals erfasst werden. Um aber auch unauffälligere Befunde, z.B. nadelfeine Auswüchse der Backenzähne und durch diese verursachte punktförmige Wunden sicher ausschließen zu können, muss das Tier meist sediert werden. Anschließend kann das Maul dann mit einem Kiefer-Spreizer geöffnet und gründlich begutachtet werden.

Gründe für Zahnerkrankungen sind leider häufig Fütterungsfehler.

Kaninchen brauchen reichlich hochwertiges Heu und Grünfutter und sollten als Hobbytiere nicht mit Trockenfutter/ Kraftfutter ernährt werden. Ergänzend dazu können (natürlich unbehandelte!) Zweige von Apfel- oder Birnbaum oder von Haselnussbäumen angeboten werden, um die Tiere zu beschäftigen und einen ausreichenden Zahnabrieb sicherzustellen. Als Leckerli eignen sich Erbsenflocken oder geschälte Sonnenblumenkerne (jeweils ein Stück pro Tag genügt). Die im Handel angebotenen und allseits beliebten Joghurtdrops dagegen sind nicht geeignet.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-856.atom Für gesunde Hunde- und Katzenzähne Tierärztin Dr. Anna Draschka 2021-06-17T16:37:43+02:00 2021-06-17T17:34:50+02:00 Es ist faszinierend, wie sich die Zahnmedizin für Hunde, Katzen und Heimtiere in den letzten Jahren entwickelt hat. Von der professionellen Zahnreinigung über intraorales Zahnröntgen bis hin zur Kieferchirurgie und -orthopädie ist alles möglich. Und das ist auch gut so. Denn Erkrankungen der Maulhöhle sind schmerzhaft und wirken sich negativ auf die Gesundheit unserer Tiere aus. Wie man die Zahngesundheit seines Vierbeiners fördern kann, woran man erkennt, dass er Zahnschmerzen hat und was dann zu tun ist, erfahren Sie hier.

20 Jahre Tierrettung München – beeindruckend, was die Mitarbeiter in dieser Zeit auf die Beine gestellt und bewirkt haben. Ebenso beeindruckend ist auch, was sich in den letzten 20 Jahren im Bereich der Zahnheilkunde in der Tiermedizin getan hat. Mittlerweile unterscheidet sich diese kaum mehr von der Zahnheilkunde in der Humanmedizin: Wurzelbehandlungen, Parodontalchirurgie und intraorales Zahnröntgen für Hunde und Katzen – all das ist möglich und wird auch immer öfter durchgeführt. Die technischen Möglichkeiten haben sich enorm weiterentwickelt. Und gleichzeitig ist das Verständnis gewachsen, wie wichtig eine gesunde Maulhöhle ist.

Nach dem Motto „Vorbeugen ist besser als therapieren“ wird das Augenmerk immer stärker auf die Prophylaxe gelegt.

Um Zahnprobleme so gut wie möglich zu vermeiden, empfehlen wir – das Team der Tierarztpraxis Hadern, Dr. Draschka – tägliches Zähneputzen zu Hause und mindestens einmal im Jahr den Besuch beim zahnerfahrenen Tierarzt zur Untersuchung von Zähnen und Maulhöhle. Werden dabei deutliche Ablagerungen auf den Zähnen (Zahnstein), erste Rötungen des Zahnfleisches (Gingivitis) oder bereits eine Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontitis) festgestellt, sind eine Befundung der Zähne und eine professionelle Zahnreinigung in Narkose unbedingt ratsam

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-855.atom Notfall bei einem Hund in Pflege - 2021-06-17T16:30:00+02:00 2021-06-17T16:35:51+02:00 Telefonisch sind wir von einem englischsprechenden Herrn alarmiert worden. Der Anrufer hatte den Hund seiner Freunde zur Pflege. Die Besitzer der Australischen Bulldogge namens „Franky“ waren gerade im Urlaub. Da sie vor kurzem nach München gezogen sind, hatten sie noch keinen Haustierarzt und ließen ihrem Freund deshalb für alle Fälle die Telefonnummer der Tierrettung München da. Der Hundesitter kannte den Rüden gut und passte nicht zum ersten Mal auf ihn auf. Jetzt war er besorgt, denn Frankie schien es nicht gut zu gehen.

Der Rüde war seit einem Tag apathisch und appetitlos und hatte einen langsamen, leicht schwankenden Gang. Er war sogar einmal umgefallen, und jetzt schrie er vor Schmerzen bei Berührung. Nach unserem Eintreffen in der Wohnung im zweiten Stock fanden wir den Patienten apathisch in seinem Bettchen liegend vor. Nachdem er langsam und widerwillig aufgestanden war, zeigte er zitternd eine bucklige Haltung mit aufgezogenem Rücken, eingeklemmtem Schwanz und hängendem Kopf.

Wir erfuhren, dass der Hund vor zwei Jahren eine Fremdkörperoperation in Australien hatte, seine Blutwerte waren damals normal. Er hatte jetzt unauffälligen Kot- und Urinabsatz, und Fremdkörper- sowie Giftaufnahme waren diesmal sehr unwahrscheinlich, er war ja die ganze Zeit unter Beobachtung. Er ließ sich nur sehr widerwillig in sein Maul schauen, aber sonst war die Untersuchung seines Verdauungstraktes unauffällig, sein Bauch war weich.

Wir konnten zum Glück die Patientenbesitzer telefonisch erreichen und alles zu Franky´s Krankengeschichte erfragen.

Er war zwar auch wegen chronischer Hüftgelenksarthrose in Behandlung, aber der Grund für seinen sehr schmerzhaften Zustand schien diesmal woanders zu liegen: Obwohl die Untersuchung seiner Hüfte auch unangenehm war, fing er erst bei der Untersuchung seiner Halswirbelsäule zu winseln an. Die Untersuchung seiner Vordergliedmaßen ergab neurologische Defizite. Nach Rücksprache mit den Besitzern verabreichten wir den Patienten ein Schmerzmittel und fuhren ihn für weitere Diagnostik in eine Tierklinik.

Dort stellte sich leider bei einer MRT-Untersuchung eine Diagnose mit ungünstiger Prognose heraus: Ein Hirntumor war für die Symptome verantwortlich. Eine konservative Behandlung konnte Franky jedoch zum Glück für eine Weile Linderung verschaffen, so dass ich ihn später noch einmal an der Klinik mit seinen Besitzern bei einem Kontrolltermin sehen durfte, als ich einen anderen Patienten dorthin brachte.

Ein tierärztlicher Notfallkontakt ist wichtig

Die Besitzer haben richtig gehandelt, dass sie sich vor ihrem Urlaub noch um einen tierärztlichen Notfallkontakt gekümmert haben. Vor allem, wenn man sein Haustier in Obhut von anderen gibt, ist es wichtig an eine mögliche Erkrankung oder einen Notfall zu denken und Vorkehrungen zu treffen. Nicht immer ist man selbst oder der Haustierarzt, der das Tier und seine Krankengeschichte kennt, erreichbar. Am besten überreicht man dem Betreuer ein übersichtliches DIN A4 Blatt mit den wichtigsten Angaben zusammen mit dem Impfausweis und der Notfallapotheke. Hier sollten die wichtigsten Eigenschaften und die medizinische Vorgeschichte des Tieres stichpunktartig zusammengefasst werden, evtl. mit den letzten Blutwerten, Befunden, Arztbriefen oder Entlassungsschreiben nach Klinikaufenthalten. Auch der behandelnde(r) Tierarzt oder Tierärztin oder die bevorzugte Tierklinik im Falle eines Notfalls sollte schriftlich festgehalten werden. Vor allem bei sehr alten oder chronisch kranken Tieren ist es am besten, durchgehend erreichbar zu sein. Wenn dies nicht möglich ist, sollte man für wichtige Entscheidungen (z.B. aufwendige/kostspielige Diagnostik, Frage der Euthanasie) für den Fall eines Notfalls Angaben so genau wie möglich schriftlich festhalten (ähnlich wie bei einer Patientenverfügung) oder eine Vertrauensperson bevollmächtigen.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-853.atom Hilfe durch GPS - 2021-06-17T16:08:47+02:00 2021-06-17T16:14:38+02:00 Eine gute Erziehung ist die beste Grundlage für das Maximum an Freiheit eines Hundes. Die „Basics“ wie die Kommandos „Komm“, „Sitz“, „Platz“ und „Bleib“ sollten gut einstudiert werden und sitzen. Dennoch gibt es gute, externe Hilfsmittel, die einfach ein zusätzliches Maß an Sicherheit für Mensch und Hund schaffen.

So gibt es GPS-Tracker (GPS: Globales-Positionsbestimmungs-System), die man leicht am Halsband des Hundes befestigen kann. Mittels einer gekoppelten APP fürs Handy lässt sich dann bei eingeschaltetem Gerät der Standort des Hundes auf den Meter genau bestimmen.

Wozu ein Gerät, wenn der Hund gut hört?

Es kann beim Spaziergang immer mal wieder zu unvorhergesehenen Situationen kommen, in denen der Hund sich erschrickt, zum Beispiel bei einem lauten Knall, und in Panik gerät und losrennt. Oder aber der Jagdtrieb bricht bei einem Hund doch mal durch, und die Ohren stehen beim Rückruf auf Durchzug. Dann hilft ein GPS Sender bei der Suche. Oft genug habe ich es erlebt mit Freunden rufend durch den Wald oder übers Feld zu laufen, auf der Suche nach dem abhanden gekommenen Wuffi, der sonst prima hört – nur eben in dem einen Moment nicht.

Die Preise variieren stark, und auch die Zuverlässigkeit der Geräte unterscheidet sich sehr. Mir persönlich ist ein Gerät positiv aufgefallen: Der GPS Tracker von Tractive. Hier zahlt man für das Gerät selbst 49,99 Euro (manchmal gibt es Rabatte) und für die APP zwischen 3,75-7,99 Euro im Monat (je nach Tarif Basic oder Premium und Vorauszahlung). Der Sender selbst wiegt nur 30g und ist wirklich kinderleicht am Hundehalsband zu befestigen. Mit langem Knopfdruck ist das Gerät aktiviert, und schon sieht man das Bewegungsprofil seines Hundes, den man zuvor bei Tractive (auch mit Chipnummer) registriert hat. Achtung: Diese Registrierung ersetzt nicht das Registrieren der Chipnummer in einem Tiersuchregister! Nun kann jeder Hundebesitzer verfolgen wo sein Hund herumläuft, sobald er Sichtkontakt verloren hat.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-852.atom Ein Tierheimhund zieht ein - 2021-06-17T16:04:52+02:00 2021-06-17T16:07:20+02:00 Sie haben sich entschieden, einem Hund aus dem Tierheim ein Zuhause zu schenken? Großartig! Denn die Tierheime in Deutschland sind voll mit Hunden (und natürlich anderen Tieren), die alle dringend auf ein neues und endgültiges Zuhause warten.

Es ranken sich viele Geschichten um die Besonderheit eines Hundes aus dem Tierheim. „Die beißen doch alle“, „die sind doch alle gestört“, „die lassen sich nicht erziehen“ usw. Sicherlich – es kann sein, dass ein Hund aus dem Tierheim auf schlechte Erfahrungen zurückblicken muss und nicht uneingeschränkt „funktioniert“, d.h., vielleicht hat der Hund Schwierigkeiten mit bestimmten Arten von Lärm, einer bestimmten Handbewegung (einfach, weil er vielleicht in seiner Vergangenheit geschlagen wurde?), oder hat Angst vor bestimmten Gegenständen.

Viele Hunde aus dem Tierheim sind aber auch einfach nur durch und durch entspannt und freundlich. Dankbar für eine neue Chance sind sie alle. Einige benötigen eben mehr Zeit oder auch schlicht und ergreifend Personen, die Erfahrung mit Hunden haben. Einige brauchen eine längere Eingewöhnungszeit und sollten ganz behutsam an ihr neues Zuhause und und den neuen Halter gewöhnt werden. Wenn jemand glaubt, dass man sich einen Hund „mal so“ aus dem Tierheim holen kann, der irrt. Auch hier muss eine Tierschutzgebühr gezahlt werden (allein schon für die bislang entstandenen Kosten wie Futter, Tierarzt usw.), auch hier wird der potenziell neue Besitzer genau in Augenschein genommen. Ein Tier ist ein Lebewesen für das man das ganze Tierleben lang Verantwortung trägt. Umso schöner aber doch, wenn es ein Tier ist, das endlich die Erfahrung machen kann, für immer Zuhause angekommen zu sein.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-854.atom Methusalem im Schnee - 2021-02-18T16:18:00+01:00 2021-06-17T16:29:56+02:00 An einem eisigen, klaren Nachmittag Mitte Februar wurden wir von der sehr beunruhigten Besitzerin eines fast 17jährigen Schäferhund-Mixes alarmiert. Ihr Hund habe beim Spazierengehen plötzlich einen Schwall blutigen Durchfall abgesetzt und könne nun kaum noch gehen. Also machte ich mich bei Außentemperaturen im zweistelligen Minusbereich auf, in den Münchener Osten.

Aufgrund der grassierenden CoronaPandemie behandelt die Tierrettung München ihre Patienten derzeit grundsätzlich nur im Freien oder im Rettungswagen. So wurde ich beim Eintreffen auf der Terrasse der Besitzer zunächst von hellem, aufgeregtem Bellen empfangen.

Das war Bella, eine junge Dackeldame und beste Freundin des Patienten. Sie wirkte mindestens genauso beunruhigt wie ihre Besitzerin zuvor am Telefon und führte mich auf schnellstem Wege zu ihrem Kumpel „Rex“. Der stand immerhin schon wieder und gab auch zumindest ein einzelnes müdes Bellen von sich.

Natürlich hat Rex bereits einige Zipperlein.

Wie es unter größeren Hunden weit verbreitet ist, leidet er seit Jahren an Arthrose, geht langsamer und ist daher auch schon länger mit Schmerzmedikamenten eingestellt. Zu seinen großen Freuden gehören das Fressen und das Spielen im Schnee. Für letzteres bot der Münchener Winter 2020/21 wieder einmal beste Voraussetzungen. Leider kombiniert Rex seine Leidenschaften für Fressen und Schnee auch immer wieder gerne miteinander. Dies hatte ihm eine fiese Halsentzündung eingebracht, die vom Haustierarzt mit Antibiotika behandelt werden musste.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-850.atom Eichhörnchen im Gullydeckel Dr. Jasmin Weeger 2021-02-03T17:21:00+01:00 2021-06-17T16:03:52+02:00 Am Abend des 3. Februar hatte sich ein Eichhörnchen in eine missliche Lage gebracht und konnte nur mit Hilfe von 7 Feuerwehrmännern, 3 Polizisten und 3 Kollegen der Tierrettung München wieder daraus befreit werden.

Das Hörnchen war bei kaltem Regenwetter mit dem Kopf in einem Gullydeckel stecken geblieben. Die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr alarmierten die Tierrettung München, und gemeinsam konnte mit Manneskraft, Flex und Vaseline das durchnässte Tier in einem ca.zweistündigen Einsatz befreit werden. Nach einer Nacht im Warmen und Trockenen konnte das Tier am nächsten Morgen unverletzt in die Freiheit entlassen werden.
 

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-851.atom Entlaufener Hund Dr. Jasmin Weeger 2021-02-03T15:53:00+01:00 2021-06-17T16:03:17+02:00 Am Nachmittag des 3. Februar wurde ich zu einem Einsatz nach Bogenhausen gerufen. Auf dem Grundstück einer Anwaltskanzlei war ein verängstigter und verletzter Hund gefunden worden. So machte ich mich direkt auf den Weg dorthin.

Sehr schnell gelang es, das geschwächte Tier einzufangen. Nach dem Ablesen der Identifikationsnummer auf dem Mikrochip stellte sich heraus, dass der Hund bereits seit dem Morgen des Vortages vermisst worden war. Der erst zwei Tage zuvor von einer Tierschutzorganisation vermittelte Hund aus Italien war von der Dachterrasse des ersten Stocks des Wohnhauses der frisch gebackenen Besitzer gesprungen, anschließend auf die Straße gelaufen und in einen Autounfall verwickelt worden und seitdem verschwunden. Durch den Einsatz der Tierrettung München konnte das Tier zu den neuen Besitzern zurückgebracht werden. Glücklicherweise sind die Wunden des Hundes lediglich oberflächlich, und die Hündin wird keine bleibenden Schäden davontragen.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-849.atom Einsatz zwischen Tür und Angel - 2021-02-01T15:00:00+01:00 2021-06-17T16:04:33+02:00 Liebe Patientenbesitzerinnen und Patientenbesitzer, die Corona Pandemie bringt es mit sich, dass wir aufgrund der Hygienemaßnahmen Wohnungen nicht betreten dürfen. Es gibt aber auch Einsätze, die es unbedingt erfordern, eine Wohnung zu betreten, um ein Tier aus einer Notsituation heraus zu retten. Und dann gibt es Einsätze, die „zwischen Tür und Angel“ stattfinden. In einem Fall allerdings nahm der Patient die Redewendung allzu deutlich.

Am Montag, den 01.02.2021 wurde die Tierrettung München zu einem Einsatz gerufen, bei dem eine Katze mit der Pfote zwischen Tür und Türrahmen feststeckte. Das kläglich schmerzhafte Miauen und Schreien der Katze war bereits im Hintergrund während des Anrufes zu vernehmen. Glücklicherweise war der Einsatzort um die Ecke und die Zeit bis zum Eintreffen des Tierarztes und der Assistentin sehr kurz.

Am Einsatzort angekommen, ging es schnell mit dem Equipment in den fünften Stock in eine Schwabinger Altbauwohnung, aus der man schon ein Hämmern und Klopfen hörte und das Miauen der Katze, deren Vordergliedmaße nach wie vor im Türspalt klemmten. Zur Hilfe geeilte Nachbarn waren bereits dabei die Tür aus den Angeln zu heben, während der Patientenbesitzer geistesgegenwärtig die Tür soweit offen hielt, um schwerwiegende Schäden an Knochen und Weichteile der Pfote möglichst zu vermeiden.

So ergab es sich, dass der Patient just in dem Moment, als die Tierrettung München eintraf, befreit wurde. Im Anschluss musste die Katze jedoch noch die tierärztliche Untersuchung über sich ergehen lassen. Noch im Beisein des Rettungsteams, als wäre nichts gewesen, sprang die Katze durch die Wohnung, aufs Fensterbrett und wieder runter. Bei der tierärztlichen Untersuchung konnten keine Hinweise auf Frakturen gestellt werden, jedoch war ein geringgradiges Weichteiltrauma durch die vorausgegangene Quetschung feststellbar. Der Patient wurde mit einem Schmerzmittel versorgt und zur Beobachtung beim Patientenbesitzer belassen.

Einsätze dieser Art gibt es immer wieder. Vor allem junge Katzen, welche im Spiel alle möglichen Ecken ausloten und versuchen sich durch zu hangeln oder hinein zu quetschen, sind von dieser Gefahr betroffen. Kommt dann ein unglücklicher Windstoß mit dazu und schließt sich die Tür, kann das Ganze aber auch einmal dramatischer enden. Deshalb empfiehlt es sich Türstopper oder Türkeile zu nutzen, um übermütige Vierbeiner vor dieser Gefahr zu bewahren.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-848.atom Tierärzte / Tierärztinnen in Teil- und Vollzeit (m/w/d), gerne auch nur vertretungsweise, gesucht - 2021-01-07T15:09:31+01:00 2021-05-04T15:33:43+02:00 Wir suchen ab sofort zur Unterstützung unseres Teams dynamische Tierärzte / Tierärztinnen (m/w/d).

Zum Aufgabenbereich gehören:

  • Notdienst im Stadtgebiet München (internistische und chirurgische Notfälle)
  • bei Notwendigkeit von weiterführenden Maßnahmen Transport von Patient und Besitzer zur nächstgelegenen Klinik/Haustierarzt
  • Medizinische Erstversorgung von Wild- und Fundtieren

Ihre Voraussetzungen:

  • Approbation als Tierarzt/in
  • Teamfähigkeit
  • Interesse an der Notfallmedizin
  • Freude an der Arbeit mit Tier und Mensch
  • sicherer Umgang mit Haustieren und Wildtieren
  • Führerschein Klasse B

Wir bieten:

  • freundliches und kollegiales Arbeitsklima in einem eingespielten Team
  • Weiterbildungsmöglichkeiten durch geförderten Besuch von Fortbildungen
  • In-House Fortbildungen
  • grundlegende Einschulung im Umgang mit Wildtieren (falls notwendig)
  • leistungsgerechte Entlohnung

Sie fühlen sich angesprochen und möchten eigenverantwortlich, aber in einem eingespielten Team zu geregelten Arbeitszeiten und mit guter Work-Life-Balance arbeiten? Sie möchten Ihre Fähigkeiten in der Notfallmedizin verbessern und haben keine Scheu vor einem abwechslungsreichen Fallspektrum?

Dann melden Sie bitte sich samt aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen unter: info@tierrettungmuenchen.de

Aktion tier - tierrettung münchen e.V.
Dr. Evelyne Menges
Präsidentin

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-847.atom Parvovirose des Hundes - 2020-12-18T16:10:18+01:00 2021-05-04T20:57:22+02:00 Bei der Parvovirose handelt es sich um eine gefährliche Infektionskrankheit, die insbesondere bei sehr jungen Hunden zu schwersten Durchfallerkrankungen, aber auch symptomlos zum Tode binnen weniger Stunden führen kann. Betroffen sind vor allem nicht geimpfte, oft aus dem Ausland importierte Tiere. Die Parvovirose wird durch das Canine Parvo-Virus (CPV) verursacht. Viren sind sehr klein, unbehüllt, extrem widerstandsfähig und daher noch teils Monate nach deren Ausscheidung mit dem Hundekot ansteckend.

Die Übertragung erfolgt meist oral durch Kot anderer Hunde oder damit verunreinigtes Futter, Schuhe oder andere Gegenstände. Über die Schleimhaut tritt das Virus dann auf die Lymphknoten und andere Lymphorgane, sowie auf Zellen des Dünndarms und des Knochenmarks über. Dies führt nach 4-10 Tagen zu zunehmender Teilnahmslosigkeit und Fieber, meist mit wässrigem Durchfall und Erbrechen. Der Durchfall kann blutig sein und führt oft schnell zu gefährlichem Flüssigkeitsverlust. An der geschädigten Darmwand verursachen weitere Erreger dann oft zusätzliche Infektionen. Darüber hinaus kann es zum Übertritt von Erregern auf andere Organe und zu lebensbedrohlichen Blutvergiftungen kommen. Weiter zählen Einstülpungen des Darms und Blutungen durch Gerinnungsstörungen zu den Komplikationen des Krankheitsverlaufes. Die Schwere der Erkrankung hängt aber wesentlich von Alter und Immunstatus des Tieres, sowie der aufgenommenen Viruslast ab. Vor allem bei sehr junge Welpen kann auch eine Entzündung des Herzmuskels auftreten. Diese kann dann schon früh, also vor dem Bestehen von Krankheitszeichen, plötzlich zum Tode führen.

Tierärzte können dieser Erkrankung vor allem mit intensivmedizinischen Maßnahmen wie Infusionstherapie und Wärmen, aber auch mit Schmerzmitteln, Antibiotika, Immunpräparaten und Antibrechmitteln entgegentreten. Teils sind auch eine künstliche Ernährung und Bluttransfusionen notwendig.

Die Überlebenschancen ohne intensivmedizinische Betreuung sind gering, aber auch mit Hilfe solcher Maßnahmen überleben nicht alle Tiere.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-846.atom Infektionskrankheit Leptospirose - 2020-12-18T15:40:39+01:00 2021-05-04T15:33:43+02:00 Die „Leptospirose des Hundes“ ist eine saisonal auftretende Infektionserkrankung, verursacht durch Bakterien. Leptospiren kommen in unterschiedlichen sogenannten Serovaren (Variationen innerhalb von Subspezies von Bakterien oder Viren) vor – nicht alle führen zu einer Erkrankung. Ebenso gibt es Tiere, die nur als Überträger eine Rolle spielen, selbst jedoch keine Krankheitssymptome entwickeln. Im schlimmsten Fall jedoch kann eine Infektion mit Leptospiren tödlich enden, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und intensiv therapiert wird.

Der Erreger siedelt sich in verschiedenen Organen an. Bei schweren Verläufen fallen vor allem Symptome einer Leber-, Nieren-und Lungenerkrankung auf, als auch Störungen der Blutgerinnung. Erste unspezifische Anzeichen variieren stark und sind unter anderem Mattigkeit, Fieber, Erbrechen, Durchfall, Gelbfärbung der Schleimhaut, vermehrtes Trinken und häufiger Harnabsatz. Keines dieser Symptome ist so spezifisch, als dass es für eine Leptospirose beweisend ist. Nur durch einen Erregernachweis im Rahmen einer ausführlichen Diagnostik kann die Diagnose einer Leptospirose gesichert werden.

Die gute Nachricht

Es gibt inzwischen moderne Impfstoffe, die Hunde gegen die vier häufigsten pathogenen Leptospiren-Arten schützen. Nach einer Grundimmunisierung genügt die jährliche Auffrischungsimpfung.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-845.atom Nur die Impfung schützt - 2020-12-18T15:15:09+01:00 2021-05-05T18:52:37+02:00 Eine der sogenannten „Core-Komponenten“ bei der Impfung eines Hundes ist die gegen Staupe – eine Krankheit, die nicht nur bei Hunden, sondern auch bei wildlebenden Fleischfressern vorkommt. Vor Einführung der Impfung in den 1960er Jahren war Staupe eine der verlustreichsten Seuchen, die in der Hundepopulation gewütet haben. Heute sieht man sie als Tierarzt nur noch selten – doch wenn, dann kommt es bei nicht geimpften Tieren leider häufig zu regelrechten Epidemien.

Verantwortlich für die Krankheit ist das Canine Staupevirus (Canine Distemper Virus, CDV), welches eng verwandt mit dem Masernvirus des Menschen ist. Es gibt verschiedene Subtypen des Virus, die sich hinsichtlich ihres krankmachenden Potenzials und ihrer bevorzugt befallenen Organe und Gewebe unterscheiden können. Die Widerstandsfähigkeit des Virus außerhalb eines lebenden Organismus ist vergleichsweise gering, es bleibt in geschlossenen Räumen oder auf Kleidung nur wenige Tage infektiös und lässt sich gut mit gängigen Desinfektionsmitteln beseitigen. Das Virus tritt weltweit auf und kann auch Wildtiere wie Fuchs, Dachs, Marder und Waschbär befallen. Vielleicht erinnert sich auch der eine oder andere an die großen Seehundstaupe-Epidemien aus den Jahren 1988 und 2002.

Die Ansteckung erfolgt als Tröpfcheninfektion.

Kleinste virushaltige Tröpfchen reichen aus, um das Virus von einem Hund auf den anderen zu übertragen. Betroffene Hunde können das Virus in allen Sekreten (z.B. Speichel, Nasensekret) und Exkrementen (Urin, Kot) ausscheiden. Andere Hunde können sich dann durch Einatmen oder Ablecken infizieren. Auch die indirekte Übertragung, zum Beispiel über Näpfe, Leinen oder die Kleidung der Besitzer ist möglich. Bis zum Auftreten erster Krankheitsanzeichen vergehen in der Regel 3-7 Tage. Nach etwa 8-9 Tagen kommt es zum Eintritt der Viren in die Blutbahn, oft begleitet von hohem Fieber. Zu diesem Zeitpunkt beginnt auch die Ausscheidung von Viren, die über mehrere Monate anhalten kann.

Der Verlauf der Krankheit ist abhängig von Immunsystem und Impfstatus sowie von Alter und Zustand des Hundes, krankmachendem Potenzial des beteiligten Virus und evtl. vorhandenen weiteren Krankheitserregern (Bakterien oder andere Viren). Bei einem sonst gesunden, erwachsenen Hund kann das Immunsystem in der Regel schnell auf den Angriff reagieren, und so kommt es im Idealfall nach etwa zwei Wochen zur Vernichtung des Erregers, oft ohne, dass dem Besitzer Symptome auffallen. Ist das Immunsystem beispielsweise durch eine andere Erkrankung vorbelastet oder noch nicht ausgereift, kann es zum Ausbruch der Erkrankung kommen. Die schwersten Verläufe treten bei nicht geimpften oder ungenügend geimpften Junghunden bis zum Alter von etwa 6 Monaten oder bei geschwächten älteren Tieren auf.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-844.atom Katarakt beim Hund - 2020-12-18T14:10:07+01:00 2021-05-05T22:32:18+02:00 Bei unseren betagteren Hundeomas und Hundeopas fällt es uns besonders auf – das rötliche Leuchten des Augenhintergrundes weicht einem grauen oder sogar weißen Schleier. Der vierbeinige Freund kann gleichzeitig immer schlechter sehen und läuft vielleicht sogar gegen das Tischbein in der Wohnung oder stolpert auf der Treppe. Doch was liegt dem tiermedizinisch zugrunde?

Eine Linsentrübung kann verschiedene Ursachen haben und ist daher nicht automatisch eine Katarakt, also ein grauer Star. Die Linse kann sich zum Beispiel altersbedingt verdichten und verhärten und zu einer sichtbaren Farbveränderung derselben führen, dies nennt man im Fachbegriff Nukleus-Sklerose. Es gibt angeborene und erblich bedingte Formen des Grauen Stars, außerdem kann er auch durch Augenverletzungen und -entzündungen entstehen. Sogar eine Allgemeinerkrankung wie Diabetes kann dahinterstecken und die Linse eintrüben.

Zunächst macht sich ein zunehmender Sehverlust beim Hund bemerkbar, der oft erst deutlich wird, wenn beide Augen betroffen sind. Unsere vierbeinigen Freunde können sich sehr gut anpassen, und solange nur ein Auge betroffen ist, dies sehr gut durch ihre anderen Sinne ausgleichen. Es gibt keine Regel, in welchem Zeitraum die Trübung der Linse stattfindet und auch nicht, wie stark die Katarakt im Endeffekt sein wird. Nur durch regelmäßige Kontrollen beim augenkundigen Tierarzt kann man immer wieder den aktuellen Stand überprüfen lassen.

Kann der Graue Star behandelt werden?

Ja und nein – nicht durch Medikamente jedweder Art. Die getrübte Linse kann jedoch operativ entfernt werden. Vor einer Entscheidung für den operativen Eingriff am Auge müssen vorher aussagekräftige Augenuntersuchungen durchgeführt werden. Dazu gehört auch die neuronale Überprüfung der Sehsinneszellen. Der Hund muss also faktisch hinter der trüben Linse Sehvermögen haben, ansonsten wäre auch die Operation sinnlos. Dazu kommen Faktoren wie der generelle Gesundheitsstatus des Tieres, die Narkosefähigkeit und Blutwerte.

Sollte der graue Star nicht operativ behandelt werden können, müssen das betroffene Auge bzw. die betroffenen Augen lebenslang mit entzündungshemmender Augensalbe behandelt werden, um den oben genannten Komplikationen vorzubeugen (Uveitis, Glaukom). Diese Behandlung muss 3-4 Mal jährlich kontrolliert werden und stellt keine Alternative zur Operation dar.

Wenn Sie bei Ihrem Hund Symptome eines Grauen Star entdeckt haben, kontaktieren Sie bitte Ihren Tierarzt bzw. Tieraugenspezialisten, um seine Sehfähigkeit überprüfen zu lassen. Ein betroffenes Auge sollte nicht einfach als „Alterserscheinung“ abgetan werden, eine Behandlung ist in jedem Falle sinnvoll, um die Augengesundheit zu erhalten

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-843.atom Hund mit Vestibularsyndrom - 2020-12-18T13:58:00+01:00 2021-05-04T15:33:43+02:00 Zusammen mit Assistentin Anna Horbelt befand ich mich auf dem Weg zu einem Einsatz als sie über einen Hund informiert wurde, der plötzlich nicht mehr laufen oder sich hinlegen konnte, stark hechelte und panisch war. Bereits am Telefon wurde die Besitzerin befragt, ob der Hund etwas aufgenommen hatte oder ob der Rüde Grunderkrankungen hat. Dies wurde seitens Besitzer verneint, jedoch bekäme er ein Herzmedikament und ein durchblutungsförderndes Präparat.

Bei Eintreffen war der 14jährige Labrador unkoordiniert und nicht sonderlich kooperativ. Auffällig war bereits beim Betreten der Wohnung, dass der Patient den Kopf schief hielt und einen sogenannten Nystagmus (unkontrollierbare, rhythmische Bewegungen eines Organs, üblicherweise der Augen) zeigte. Beides sind unter anderem ein Anzeichen eines Vestibularsyndroms, einer Störung des Gleichgewichtsorganes, welches, wie der Name unschwer vermuten lässt, für das Halten des Gleichgewichts und den physiologischen Bewegungsablauf verantwortlich ist.

Um den Patienten überhaupt untersuchen zu können (er war nicht ganz so freundlich), musste er zunächst sediert werden. Da alle sonstigen Vitalparameter ohne besonderen Befund waren, wurde als nächstes ein Blick in die Ohren geworfen. Denn Ohrenentzündungen können ein Vestibularsyndrom hervorrufen, ebenso wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder Traumata. In diesem Fall spricht man in der Tiermedizin vom peripheren Vestibularsyndrom. Im Gegensatz dazu steht das zentrale Vestibularsyndrom welches auf Infektionen (z. B. Staupe, FIP, Toxoplasmose) und entzündliche Vorgänge (Enzephalitis) oder Läsionen im Bereich des Zentralnervensystems bzw. Hirnstamms zurückgeht. Auch die Ohren waren ohne besonderen Befund.

Da intracranielle Prozesse, also Vorgänge, die im Schädel ablaufen wie oben genannte Infektionserkrankungen oder eine Entzündung der Hirnhaut, nicht ausgeschlossen werden können, wurde der Patient nach der Weiterversorgung mittels Antiemetikum und Infusion in eine der Münchner Tierkliniken gebracht, wo die bereits begonnene Therapie weitergeführt wurde. Der Patient wurde stationär aufgenommen, auch um eine eventuelle weitere Diagnostik durchführen zu können (bspw. mit CT oder MRT, eine Punktion von Hirnwasser).

Aufmerksame Leser fragen sich nach der Einleitung: „Okay, dem Patienten ist schlecht, also bekommt er etwas gegen die Übelkeit (=Antiemetikum), wozu aber die Infusion“?

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-842.atom Einsatz für Frodo - 2020-12-18T13:50:34+01:00 2021-05-04T15:33:43+02:00 An einem Wochenende geht ein Anruf ein: „Mein Bullterrier Frodo erbricht schon wieder. Er hat immer mal wieder Probleme mit seinem Magen. Könnten Sie vorbeikommen und ihn sich anschauen?“.

Nach kurzer Aufklärung, dass wir als Maßnahme im Kampf gegen die Coronakrise nur noch im Auto Untersuchungen durchführen, machen wir uns auf den Weg. Frodo kommt uns mit seinem Besitzer bereits bei Ankunft schwanzwedelnd entgegen. Freundlich begrüßt er uns, und springt sogar direkt ins Auto. Dies kommt tatsächlich nicht so oft vor – wir freuen uns aber und starten die Untersuchung. Frodo ist bei gutem Allgemeinbefinden, zeigt aber ein Unwohlsein bei der Abtastung im Magenbereich. Nach kurzer Rücksprache mit dem Besitzer bekommt Frodo von uns eine Spritze gegen Übelkeit sowie ein Schmerzmittel und dürfte wieder zurück zu seinem Besitzer. Frodo aber scheint sich in unserem Tierrettungsauto sehr wohlzufühlen und lässt sich erst noch ein bisschen von uns streicheln. Als neuer Teamanwärter würde er von uns mit offenen Armen empfangen werden. Er beschließt am Ende aber doch, dass es ihm bei seinem Herrchen noch besser gefällt.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-841.atom Schutzmaßnahmen für die Außenhaltung - 2020-12-18T13:32:25+01:00 2021-05-05T21:06:49+02:00 „Ich passe gerade auf die Kaninchen einer Freundin auf. Als ich zu ihrem Außengehege gekommen bin, um sie zu füttern, sah ich, dass ein Tier die Kaninchen angegriffen hat. Die zwei kleinen Kaninchen sind schon tot, die anderen beiden, so wie ich es sehe, schwer verletzt. Können Sie bitte so schnell wie möglich vorbeikommen?“ – so ein Anruf bei der Tierrettung München. Angriffe durch Marder, Iltis, Wiesel, Füchse, Raubvögel oder andere Tiere auf Kaninchen in Außengehegen sind leider keine Seltenheit.

Kaninchen sind beliebte Haustiere, und viele Besitzer möchten ihnen gerne eine ganzjährige Außenhaltung bieten. Dies ist für die Tiere eine schöne Haltungsform, jedoch ist für eine sichere Außenhaltung einiges zu beachten und betreffen sowohl die Sicherheit der Kaninchen in Bezug auf Feinde, sowie die Sicherheit vor Ausbruch und Witterung.

Bei Ankunft am Einsatzort mussten wir in der klinischen Untersuchung feststellen, dass eines der beiden Kaninchen sehr schwer verletzt war.

Der Allgemeinzustand war, zusätzlich zu mehreren Einbissen im Bereich des Kopfes und des Halses, äußerst bedenklich. Das zweite Kaninchen hatte ebenfalls Einbisse erlitten, welche jedoch nach erster Einschätzung nicht lebensbedrohlich waren. Beide Kaninchen wurden in eine Tierklink gebracht. Leider musste das Kaninchen mit den vielen Einbissen am Ende erlöst werden. Das zweite Kaninchen hatte Glück und durfte mit Schmerzmittel und Antibiose wieder nach Hause.

Wichtig ist zu bedenken, bevor man Marder, Füchse, Raubvögel etc. als böse Tiere abstempelt: Dies ist lediglich der Lauf der Natur! Diese Tiere sind auch nur auf der Suche nach Nahrung, und auf ihrem Speiseplan stehen nun mal auch Kaninchen. Daher möchten wir noch einmal betonen, dass die „Schuld“ hier eigentlich beim Menschen liegt – bitte achten Sie bei der Gestaltung eines Außengeheges auf die vorher genannten Punkte, um Ihren geliebten Haustieren ein sicheres Leben zu © aktion tier-tierrettung münchen e.V. gewährleisten.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-840.atom Wann trinkt mein Tier zu viel? Dr. med. vet. Tina Hölscher 2020-12-18T13:10:25+01:00 2021-05-04T15:33:43+02:00 „Mein Hund trinkt so viel, ist das normal?“ Diese Frage hören viele Tierärzte mindestens einmal in der Woche, wenn nicht gar einmal am Tag. Die Antwort darauf kann nicht in einem Satz gegeben werden. Denn die Kardinalfrage des Tierarztes lautet: „Wie viel ist denn eigentlich viel?“ Hierbei müssen die meisten Tierbesitzer bereits passen. Doch ohne diese Angabe kann nicht beurteilt werden, ob sich die Trinkmenge des Vierbeiners im physiologischen Bereich befindet oder ob hier ein echtes Krankheitsbild vorliegt.

„Tierbesitzer, die das Gefühl haben, ihr Tier trinkt mehr als üblich, müssen zunächst die exakte Wassermenge ermitteln, die das Sorgenkind zu sich nimmt“, so Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin bei aktion tier e.V. Dies gelingt am besten, indem man morgens Wasser in einen Messbecher füllt und eine klar definierte Menge Wasser in den Wassernapf gibt. Am nächsten Morgen misst man erneut, was übrig ist und errechnet die Differenz.

„Hinzugerechnet werden muss allerdings auch die Menge an Flüssigkeit, die über das Futter aufgenommen wird“, ergänzt die Tierärztin. Nur so erhält man genaue Werte. Immerhin enthält Dosenfutter einen Flüssigkeitsanteil von 80%. Das bedeutet, der Wasseranteil einer 400g Dose liegt bei ganzen 320ml Wasser. Bei reiner Trockenfutterfütterung fällt dieser feuchte Anteil hingegen gänzlich weg.

„Am Messtag muss peinlich darauf geachtet werden, dass das Tier nicht aus Pfützen oder Bächen trinkt, denn das würde das Ergebnis natürlich verfälschen“, gibt die Veterinärin einen weiteren praktischen Tipp. Besonders das Trinkverhalten von Freigängerkatzen kann nur entsprechend beurteilt werden, wenn sie zumindest einen Tag im Haus gehalten werden.

Bei gängigen Temperaturen und durchschnittlicher Aktivität, kann als maximale Flüssigkeitsmenge, die noch im gesunden Bereich liegt, 100ml pro Kilogramm Körpergewicht angenommen werden. Ein 10kg schwerer Hund sollte also nicht mehr als einen Liter Wasser in 24 Stunden benötigen. Trinkt er mehr, sollte der Tierarzt aufgesucht werden.

 

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-839.atom Kleinster Patient der Tierrettung München - 2020-12-18T12:44:17+01:00 2021-05-05T22:29:20+02:00 An einem späten Nachmittag wurde ein besonders kleiner Patient mit einem Gewicht von nur fünf Gramm von einer besorgten Mutter und ihrem Sohn bei uns in der Dienststelle vorbeigebracht. Sie hatten die kleine Maus neben dem Fahrrad liegend vorgefunden. Schnell war klar, dass es sich hierbei um ein Baby handelt, dessen Augen noch geschlossen waren.

In der vorsichtigen Untersuchung dieses zarten Mäuschens konnte eine Verletzung im Nacken sowie an einer Hintergliedmaße festgestellt werden. Die Befunde sprachen dafür, dass das kleine Mausekind vermutlich von einer Katze erwischt wurde. Sie wurde im Anschluss mit Schmerzmitteln und Antibiotikum behandelt, und die Fütterung der hungrigen, kleinen Maus wurde gestartet. Aufgepäppelt, mit Wärme versorgt und ausreichend gesättigt, konnte sie am nächsten Tag im Tierheim Riem zur weiteren Aufzucht abgegeben werden.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-837.atom Schwalbennester an Ort und Stelle lassen - 2020-12-18T12:20:41+01:00 2021-05-05T20:49:37+02:00 Alle Schwalben sind schon auf dem Weg nach Afrika, wo sie überwintern, um dann wieder im Frühjahr, meist im April, zu uns zurückzukommen, um bei uns zu brüten und den Sommer einzuleiten. Warum nun jetzt darüber ein Beitrag?

Oft werden bei einer Renovierung, z.B. im Herbst oder Winter, Schwalbennester zerstört. Die leeren Nester sind natürlich auch nicht sehr ansehnlich. Die Jungvögel waren auch im Frühjahr sehr laut! Die Verschmutzung von Wänden durch Vogelkot war ein großes Ärgernis, und nun ist die Zeit gekommen – die Nester sind ja leer. Zeit, sie zu zerstören, abzuschlagen oder umzusetzen. Doch ist das überhaupt erlaubt? Schwalben gehören zu den Sperlingsvögeln und sind in der Luft meist gut durch ihre geteilten Schwanzfedern zu erkennen. Ihr Nestbau ist sehr charakteristisch. Meist sind Schwalbennester gut versteckt an Häuserecken zu finden oder an schwer zugänglichen Stellen von Gebäuden, unter dem Dachfirst, an Balkonecken. Das Nest ist ein kleines Kunstwerk und besteht aus bis zu 1500 gesammelten Lehmkügelchen.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-836.atom Die Tierrettung München in neuen Räumen - 2020-12-18T11:47:18+01:00 2021-05-04T23:47:26+02:00 Seit dem 1. Juli hat die Tierrettung München neue Räume im Erdgeschoss der Herzogstraße 127, wo auch die Verwaltung in der 1. Etage sitzt. In Ausgabe 2 der Tierpost beschrieb Dr. Evelyne Menges, Präsidentin der Tierrettung München, schon das Wunder, diese Räume zu finden. Da im Augenblick die Räume nur vom Team der Tierrettung betreten werden dürfen, stellen wir sie Ihnen hier einmal mit Fotos vor.

Als vor einigen Monaten die Kündigung der bisherigen Räumlichkeiten kam, stellte sich die Frage, wo man nun Räumlichkeiten findet, die sich eignen, bezahlbar sind, Parkplätze für die Ambulanzwagen haben und auch für Patienten und ihre Besitzer gut zu erreichen sind. Das Glück spielte mit, und der Umzug konnte nicht nur innerhalb der Straße erfolgen, auch alle Telefonnummern konnten bleiben – die Räume waren in demselben Haus, wo sich in der ersten Etage sowieso die Verwaltung der Tierrettung München mit Dr. Evelyne Menges und Evi Plötz befindet. Besser konnte es nicht kommen. Die fünf großen Räume sind lichtdurchflutet, und einen Sonnenplatz zur Entspannung gibt es auch auf der kleinen zugewachsenen Terrasse. In den großzügigen Räumen gibt es eine Apotheke, einen Ruheraum und Büroarbeitsplätze sowie Besprechungszimmer, natürlich eine voll eingerichtete Küche, separat Waschmaschine und Trockner, Toiletten und eine Dusche. Es ist alles vorhanden, um einen stressigen Arbeitstag angenehmer zu machen.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-835.atom Hilfe, meine Katze hat Lametta gefressen! - 2020-12-18T08:27:00+01:00 2021-05-04T15:33:43+02:00 Hilfe, meine Katze hat Lametta gefressen! Es glitzert, es raschelt... Lametta am Tannenbaum ist für so manche Katze spannend. Deswegen passiert es nicht selten, dass das Tier beim Spielen Lametta verschluckt. Was ist dann zu tun?

Erst einmal kommt es darauf an, ob die Katze das Lametta bereits vollständig geschluckt hat oder es sich noch im Maulbereich befindet. Ist das Lametta noch im Maul, kann der Tierbesitzer das Lametta vorsichtig entfernen und entsorgen, sofern die Katze das toleriert.

Gelingt das nicht oder ist das Lametta bereits verschluckt, sollte der Tierarzt aufgesucht werden. Dieser kann medikamentös Erbrechen auslösen, das klappt bis ca. 1 Stunde nach der Aufnahme. Sollte der Zeitpunkt der Aufnahme unbekannt sein, ist ein vorheriges Röntgen unumgänglich, und es muss notfalls operiert werden.

Achtung: Bei fadenförmigen Fremdkörpern besteht immer die Gefahr einer Auffädelung des Darms oder der Speiseröhre! Wenn nur noch ein kleiner Rest Lametta hervorhängt, nicht ruckartig daran ziehen oder versuchen das Lametta herauszuziehen. Hier ist eine Entfernung unter der Gabe von Beruhigungsmitteln oder Narkose notwendig, damit es zu keiner Speiseröhrenverletzung kommen kann.

Wie immer gilt: Besser es kommt erst gar nicht so weit. Lieber verzichtet der Katzenhalter auf Lametta und schmückt seinen Baum mit für Katzen ungefährlicherem Material wie Strohsternen und Co.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-834.atom Menschen erstmalig in Deutschland infiziert: Seoul-Virus durch Hausratte übertragen Mathias Beyer 2020-11-17T09:10:25+01:00 2021-05-04T15:33:43+02:00 Mitten im zweiten Lockdown hat die Berliner Charité in Zusammenarbeit mit dem Friedrich-Löffler-Institut (FLI) erstmalig die Infektion mit dem sogenannten Seoul-Virus bei einer jungen Frau in Deutschland nachgewiesen.

Die junge Frau aus Niedersachsen hatte sich die Hausratte erst zwei bis drei Wochen zuvor gekauft und sich innerhalb dieser Zeit über Ausscheidungen der Ratte mit dem hochvirulenten Virus infiziert. In Folge dessen musste sie auf Grund von akutem Nierenversagen mehrere Tage intensivmedizinisch betreut werden. Die Tatsache, dass sich die Frau bei ihrer Hausratte infiziert hatte, ist darauf zurückzuführen, dass Forscher im Rahmen von molekulargenetischen Untersuchungen herausfanden, dass beide Virussequenzen identisch sind. Dies gilt als Beweis für eine sogenannte autochthone – also in Deutschland erworbene – Infektion mit dem Seoul-Virus. (Als autochthone, einheimische oder indigene Art bezeichnet man in der Biologie Lebewesen, die im aktuellen Verbreitungsgebiet entstanden sind oder dort ohne menschlichen Einfluss im Zuge von natürlichen Arealerweiterungen eingewandert sind.)

Ursprünglich kommt das Virus aus Asien und ist vermutlich über infizierte Wildratten nach Deutschland gelangt, welche hierzulande wiederum Wildratten infizieren konnten. Da dieses Virus bisher aber noch nicht bei Hausratten nachgewiesen werden konnte, ist zu vermuten, dass die neuerworbene Hausratte der Frau aus dem Ausland kam.

Hanta-Viren (zu deren Familie auch das Seoul-Virus gehört) spielten in Deutschland bisher nur bei Mäusen eine Rolle; sind aber seit 2001 meldepflichtig, da man einen vermehrten Anstieg an Infektionen beim Menschen beobachtet. Etwaige Symptome wie Fieber, Blutdruckabfall und akutes Nierenversagen können auf Hanta-Viren zurückgeführt werden. Das Friedrich-Löffler-Institut und die Berliner Charité geben an, dass durch den Verkauf einer Heimratte „das Virus praktisch überallhin exportiert werden kann“. Daher empfehlen beide Institutionen Vorsicht bei der Rattenhaltung und natürlich auch beim Kauf. Setzen Sie sich vorher kritisch damit auseinander, informieren Sie sich über den Bestand aus dem die Hausratte kommt, achten Sie auf Hygiene und vor allem: Bleiben Sie gesund!

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-838.atom Verwaiste Igelbabys Tierärztin Angela Werner und der Tiermedizinischen Fachangestellten Hanna Reitinger 2020-10-29T12:34:00+01:00 2021-05-05T21:45:06+02:00 Drei verwaiste Igelbabys wurden uns Anfang Oktober von einem aufmerksamen Finder in die Dienststelle der Tierrettung München gebracht. Er berichtete uns, dass die Igelmutter tot neben den Babys gelegen habe, die wohl von einem Auto überfahren worden sei.

Alle drei Babys waren stark dehydriert und unterkühlt, waren aber sonst unverletzt. Daher wurden sie erst einmal aufgewärmt und bekamen eine Infusion unter die Haut. Damit sie schnell wieder zu Kräften kommen, wurden sie anschließend alle 2-3 Stunden mit Katzenmilch aus der Spritze gefüttert. Aufgrund eines massiven Flohbefalls haben wir sie warm gebadet, da sie noch zu klein und schwach für Flohspray waren und haben sie weiter gewärmt und gefüttert. Am späten Abend waren sie bereits deutlich agiler und fingen mit einer eigenständigen Aufnahme von Katzenfutter an. Die erste Nacht hatten sie gut überstanden und konnten am nächsten Tag von Tierarzt Matthias Beyer und der Tiermedizinischen Fachangestellten Undine Franz ins Tierheim München Riem zur weiteren Pflege übergeben werden.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-833.atom "Bundesweiter Warntag" am Donnerstag, 10.09., 11 Uhr - 2020-09-09T13:09:37+02:00 2021-05-04T15:33:43+02:00 Morgen (10. September) um 11 Uhr werden zeitgleich in Landkreisen und Kommunen in ganz Deutschland mit einem Probealarm die Warnmittel ausgelöst.

Bitte passen Sie morgen besonders gut auf Ihre Tiere auf, vor allem wenn diese sensibel auf Lautstärke reagieren.

  • Gassirunden vermeiden zwischen 11 Uhr und 11.20 Uhr
  • Vogel- und Kleintierkäfige kurzzeitig mit einem Tuch locker abdecken, ggf. zeitweise in eine ruhigere Ecke stellen
  • Katzen mit Freigang möglichst in dieser Zeit drinnen lassen
  • Fenster schließen und ggf. Rollläden hinunterlassen
  • Beruhigend auf das Tier wirken
  • Wenn Sie mit dem Auto oder Fahrrad unterwegs sind, geben Sie bitte besonders Acht auf Wildtiere, die eventuell vom Lärm aufgeschreckt worden sind.

Nähere Informationen zum Warntag finden Sie hier: www.bundesregierung.de/breg-de/suche/warntag2020-1780552

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-830.atom Was machen Tiere im Sommer? - 2020-07-22T11:58:00+02:00 2021-05-05T18:57:03+02:00 Puh, ist das wieder heiß. In den letzten Jahren haben sich die sehr warmen Sommer durchgesetzt, sorgen für regelrechte Dürreperioden und lassen uns alle ganz schön schwitzen. Wir Menschen ziehen uns entsprechend sommerlich kühl an, trinken viel Wasser und essen gelegentlich ein erfrischendes Eis. Und die Tiere? Was können sie tun, um die Hitze erträglicher zu gestalten?

Tiere reagieren ganz unterschiedlich auf Hitze. Natürlich müssen auch sie ausreichend viel trinken. Stellen Sie daher immer sicher, dass ausreichend frisches Wasser zur Verfügung steht und wechseln Sie dieses auch am Tage aus, da sich bei wärmeren Temperaturen schnell Keime im Wasser bilden können. Katzen und Hunde haben ja aber auch noch Fell, das sie nicht einfach ablegen können. Zudem haben sie die Schwierigkeit, dass sie nicht über so viele Schweißdrüsen verfügen wie wir Menschen. Hier spielt das Hecheln über die Zunge eine ganz große Rolle. Durch das Verdunsten des Speichels im Rachenraum wird beim Hecheln für Kühle gesorgt. Katzen schlecken sich ihr Fell regelmäßig ab. Auch hier geht es um die Verdunstung des Speichels und damit der Feuchtigkeit.

Grundsätzlich ziehen sich Hund und Katze auch gerne in ein schattiges Plätzchen zurück, um die größte Hitzezeit des Tages zu überstehen und versuchen, sich so wenig wie möglich zu bewegen. Wer kühle Fliesen im Haus oder in der Wohnung hat, wird seinen Vierbeiner hier oft und gerne liegen sehen. Daher sollte man lange Spaziergänge mit Hundi während der heißen Mittagszeit vermeiden oder auf den Nachmittag verschieben.