aktion tier - Tierrettung München e.V. https://www.tierrettungmuenchen.de/ 2022-11-16T20:07:26+01:00 https://www.tierrettungmuenchen.de/news-911.atom Wem gehörst du? - Bitte lassen Sie Ihre Haustiere kennzeichnen und registrieren - 2022-11-15T20:39:20+01:00 2022-11-15T20:49:24+01:00 Immer wieder werden wir zu verletzten Findlingen gerufen. Auch in einem kürzlich geschehenen Fall wurden wir von einer Passantin angerufen. Sie berichtete, dass sie eine Katze am Straßenrand gefunden hat, die schwer verletzt sei. Leider war es ihr nicht möglich, vor Ort zu warten, da sie zur Arbeit musste.

Wir machten uns auf den Weg zur angegebenen Adresse und fanden zunächst keine Katze. Dann entdeckte ich das arme Tier: Eingeklemmt zwischen den Reifen eines Transporters und dem Randstein. Schon auf den ersten Blick war zu sehen, dass die Katze sehr schwer verletzt war, aber noch lebte.

Wir brachten sie vorsichtig in unser Dienstfahrzeug und verabreichte ihr ein starkes Schmerzmittel und Sauerstoff. Danach untersuchten wir das Tier genauer. Leider waren beide Hintergliedmaßen mehrfach frakturiert und kaum mehr darstellbar. Nach kurzer Rücksprache mit der Klinik beschlossen wir, das leidende Tier vor Ort einzuschläfern.

Bei der Untersuchung wird natürlich auch nach der Kennzeichnung der Findlingstiere geschaut. Mögliche Kennzeichnungen sind Halsbänder mit Adressen und Telefonnummern, Tätowierungen im Ohr oder ein unter der Haut implantierter Chip. Wichtig bei den beiden letzten Methoden ist die zusätzliche Registrierung bei z.B. Tasso oder FindeFix. Diese ist kostenlos.

Leider hatte diese Fundkatze weder eine Tätowierung noch einen Chip, weshalb es uns unmöglich war, den Besitzer ausfindig zu machen. Unsere Entscheidungen treffen wir immer zum Wohle der Tiere, welche in diesem Fall leider die Euthanasie war; trotz allem versuchen wir aber, die weiteren therapeutischen Schritte zuerst mit dem Besitzer abzusprechen.

Auch für uns ist es sehr traurig, ein Tier zu finden und keine Möglichkeit zu haben, den Besitzer über den Verbleib seines Tieres zu informieren. In diesem Fall hatte uns eine Nachbarin gesehen. Daher wurden wir am nächsten Tag von den Besitzern kontaktiert und die Katze konnte bei uns abgeholt werden. Solche „glücklichen“ Umstände sind jedoch eher selten.

Daher appellieren wir an alle Hunde- und Katzenhalter: Bitte kennzeichnen Sie ihre Tiere und registrieren Sie sie bei einem der Suchportale! Auch reine Wohnungskatzen sollten gekennzeichnet werden, denn auch hier erleben wir es immer wieder, dass sie doch ausbüxen oder im schlimmsten Fall auch aus dem Fenster stürzen.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-910.atom Hundebiss übersehen – böse Überraschung - 2022-11-13T19:29:16+01:00 2022-11-16T14:53:43+01:00 In der Nacht zum 13.11.22 wurde die Tierrettung München in Allach-Untermenzing zu einem Einsatz gerufen. Eine 8-jährige Australian Shepherd Hündin wurde vor 3 Tagen von einem anderen Hund im Park gebissen, doch erst heute hat die Besitzerin erschrocken festgestellt, dass ihre Hündin eine tiefe Bisswunde am Rücken hat.

Vor Ort fanden wir tatsächlich vier große Einbisslöcher quer über den kompletten Rücken der Hündin, verursacht durch die je zwei Fangzähne des Ober- und Unterkiefers des anderen Hundes. Da leider die Bisse erst heute gefunden wurden, waren sie schon hochgradig entzündet und mit Eiter gefüllt. Nach vorsichtigem Ausscheren der Bisswunden konnten diese jedoch mit Wundspüllösung gereinigt und mit Wundsalbe abgedeckt werden. Dazu noch Schmerzmittel und Antibiose – endlich geschafft.

Es ist sehr wichtig, nach einem beobachteten Biss akribisch nach Verletzungen zu suchen. Gerade in langem Fell kann es passieren, dass man sonst etwas übersieht! Je früher man dann beim Tierarzt die Wunde behandeln lässt, desto unkomplizierter kann der Heilungsverlauf sein.

Außerdem ist es eben in den meisten Fällen so, dass nicht nur ein ‚Loch‘ in der Haut ist, sondern zumindest zwei (nur Oberkiefer) oder sogar 4 (auch Unterkiefer) Löcher durch die Fangzähne verursacht wurden.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-909.atom Triage-System: Welcher Einsatz ist wichtiger? - 2022-10-24T16:39:43+02:00 2022-10-24T16:48:02+02:00 Als wir gerade auf den Weg zu einer kranken Katze waren, ereilte uns ein Notruf, dass eine kleine Katze aus dem 3. Stock gefallen sei und es ihr nicht gut gehe. Die geschilderte Situation wurde am Telefon als schwerwiegender eingestuft als der ursprüngliche Einsatz, weshalb dieser vorgezogen wurde.

Die Besitzerin des ursprünglichen Einsatzes wurde selbstverständlich von uns informiert, dass sich unser Eintreffen bei ihrem Kater verzögern wird. Nach einer kurzen Erklärung der Situation zeigte die Besitzerin auch volles Verständnis für die Verschiebung ihres Einsatzes auf Später.

Leider stoßen wir nicht immer auf so viel Verständnis. Auch uns ist bewusst, dass sich jeder Tierhalter um sein eigenes Tier sorgt, trotz allem muss in der Notfallmedizin manchmal eine Entscheidungen getroffen werden, welcher Patient als erstes behandelt werden muss. Dieses Verfahren nennt man Triage. Sie muss erfolgen, wenn das Patientenaufkommen die aktuellen Kapazitäten der Ärzte überschreitet. In diesen Fällen wird nach der Dringlichkeit und auch Verfügbarkeit der Spezialisten/Apparaturen behandelt und NICHT nach der Reihenfolge des Eintreffens.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-908.atom Eine ganz schön dicke Lippe riskiert... - 2022-10-24T15:22:40+02:00 2022-10-24T16:20:08+02:00 „Vor ca. 1 Stunde war ich mit meiner Beagle-Hündin Annika spazieren und seitdem schwillt ihr Gesicht an. Trotz Kühlen wird es nicht besser!", berichtet uns eine besorgte Besitzerin am Telefon. Ansonsten sei die Hündin aber bei gutem Allgemeinbefinden.

Wir machten uns auf den Weg zu Hündin Annika. Vor Ort mussten wir ein wenig schmunzeln, denn die arme Hündin sah beinahe lustig aus. Da allergische Reaktionen auch lebensbedrohlich sein können, verloren wir keine Zeit und untersuchten die Vitalparameter (Herz, Atmung, Schleimhautfarbe, Kapilläre Füllungszeit, Puls) von Annika. Glücklicherweise war hier alles in der Norm. Lediglich die massiven Schwellungen im Gesicht der Hündin machten uns Sorgen, da auch der Bereich um die Nase deutlich geschwollen war.

Da nicht genau beurteilt werden konnte, ob Annikas Gesicht nicht vielleicht noch mehr zuschwellen wird und damit die Atemwege blockiert werden könnten, entschieden wir uns für eine Therapie mit einem Antihistaminikum und Kortison. Wir legten der braven Hündin einen Venenkatheter und verabreichten ihr hierrüber die beiden Medikamente. Danach durften die Besitzerin Annika unter guter Beobachtung wieder mit nach Hause nehmen.

Was genau die allergische Reaktion ausgelöst hat, konnte im Nachhinein nicht festgestellt werden. Uns erschien - trotz der Jahreszeit - ein Insektenstich am wahrscheinlichsten. Allerdings kommen auch andere Dinge als Ursache in Frage. Unter anderem sind Reaktionen nach Impfungen, auf Medikamente, Insekten, Pflanzen und viele weitere Dinge möglich. Diese treten in der Regel kurz nach dem Kontakt bis zu ca. 2 Stunden danach auf. In den meisten Fällen kommt es zu lokalen Reaktionen an der Kontaktstelle.

Gerade bei Insektenstichen sollte der Stachel vorsichtig entfernt und die Stelle gekühlt werden (bitte bei unseren Tieren nicht das Hausmittel Zwiebel anwenden, da diese für unsere Haustiere giftig ist!). Allerdings kann es auch zu systemischen Reaktionen (Schwellungen am ganzen Körper, Durchfall, Erbrechen) kommen bis hin zu einem anaphylaktischen Schock und letztendlich dem Tod des Tieres. Bei stärkeren Reaktionen, wie bei Beagle-Hündin Annika, sollte Kontakt zu einem Tierarzt aufgenommen und weitere therapeutische Schritte besprochen werden.

Wenn der Hund einen anaphylaktischen Schock erleidet, muss umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. Hier sind zur Behandlung oft Infusionen und mehrere Medikamente notwendig, um das Herz-Kreislauf-System wieder zu stabilisieren. Nehmen sie lieber einmal zu viel als einmal zu wenig Kontakt mit ihrem Tierarzt auf!

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-907.atom Die neue GOT kommt ab November - 2022-10-24T11:47:27+02:00 2022-11-16T13:32:25+01:00 Am 22.11.22 tritt die neu aufgesetzte Fassung der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) in Kraft. Die Novellierung ermöglicht es, dem Tierarzt eine dem modernen Niveau der Tiermedizin angepasste Rechnung an die Tierbesitzer zu stellen. Ebenso wurden die Preise im einfachen Satz auf ein wirtschaftlich sinnvolles Niveau angehoben. Was heißt das für Sie als Tierbesitzer?

Im Groben und Ganzen wird sich für Sie der Gang zum Tierarzt nicht großartig verändern, dennoch werden Sie bei der Abrechnung ein leicht gestiegenes Preisniveau bemerken. In Tierarztpraxen, in denen bisher nicht kostendeckend abgerechnet wurde, ist der Preisanstieg deutlicher wahrnehmbar. Denn die neue GOT soll auch sogenanntes „Preisdumping“ verhindern und dem Tierarzt ein wirtschaftliches Arbeiten für weitere Jahre sichern.

Wie soll ich mir das noch leisten?

Kritisch gesehen, gibt es kein Anrecht auf Tierbesitz und nicht jeder muss und wird sich Haustiere in Zukunft leisten können. Sollten Sie schon Haustierbesitzer sein, empfehlen wir Ihnen dringend den Abschluss einer Tierkranken- und/oder OP- Versicherung. In Ergänzung mit einem kleinen finanziellen Polster für Routinebehandlungen sollten Sie in Zukunft damit gewappnet sein. Die Tierkrankenversicherungen sind bereits sehr flexibel im Angebot ihrer Tarife und Sie lassen sich dabei am besten von spezialisierten Maklern beraten.

Was ist mit dem Tierschutzgedanken? Sollten Tierärzte nicht um der Tiere willen behandeln?

Im Sinne des Tierschutzes handeln und werden auch in Zukunft die allermeisten Tierärzte weiterhin handeln. Für Tiere in Tierschutzvereinen oder Tierschutzprojekte bietet die GOT auch weiterhin Spielraum, vergünstigt abzurechnen. Verwechseln darf der Tierbesitzer jedoch nicht, dass Tiere, die aus dem Tierschutzverein stammen, meist in Privatbesitz übergehen und dann jedem anderen Haustier gleichgestellt werden. Jeder Tierarzt freut sich über Tierbesitzer, die sich aktiv am Tierschutz beteiligen, dennoch sind die tierärztlichen Behandlungen für diese dann privat gehaltenen Tiere ebenso abzurechnen, weil sie auch ebenso gewissenhaft durchgeführt werden und dasselbe Maß an Kosteneinsatz erfordern.

Welche Vorteile hat die GOT denn dann für mich als Tierbesitzer überhaupt?

Kurz und knapp: Sie sichert Ihrem Haustier das Überleben. Tierärzte können nur weiterhin Ihre Praxen und -kliniken unterhalten, wenn sie kostendeckend abrechnen dürfen. Das allgegenwärtige „Notdienststerben“ kann nur gebremst werden, wenn Tierärzte Ihr Personal, dass zur Deckung der Notdienstzeiten angestellt wird, adäquat entlohnen können.

Die Tierrettung München e.V. wird weiterhin als 24- Stunden- Notdienst für Ihr Tier zur Verfügung stehen, weil die tierärztlichen Rechnungen korrekt auch nach neuer GOT abgerechnet werden. Den Tierrettungspool mit einem Jahresfreibetrag von 200 Euro je angemeldetem Haustier wird es weiterhin für unsere Mitglieder geben. Wildtiere sowie herrenlose Fundtiere werden von unseren Tierärzten weiterhin kostenfrei behandelt werden. Diese kostenfreie Behandlung wird durch unsere Vereinsmitglieder und Spenden ermöglicht; wenn Sie Interesse an einer Mitgliedschaft haben, freuen wir uns über Ihren Beitrag: https://www.tierrettungmuenchen.de/mitgliedschaft/mitglied-werden.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-905.atom Was müssen Vermieter und Mieter wissen? – Haustierhaltung in Mietwohnungen - 2022-09-05T16:55:44+02:00 2022-09-27T17:55:31+02:00 Natürlich ist es maßgebend, was im vereinbarten Mietvertrag zur Tierhaltung steht. Grundsätzlich darf eine Haustierhaltung nicht komplett verboten werden. In vielen Fällen werden aber auch individuelle Vereinbarungen zwischen Vermieter und Mieter geschlossen, die dann in der Regel nach Unterschrift auch verbindlich sind. Eine Mietvertragsklausel, die ein völliges Verbot der Haustierhaltung enthält, ist hingegen unwirksam, da dies gegen § 307 Abs. 1 BGB verstößt. Denn dies beträfe auch die Haltung etwa von Zierfischen. Und die Haltung von Tieren wie Zierfischen, Hamster, Kleinvögel oder Kaninchen muss von einem Vermieter grundsätzlich erlaubt werden.

In einigen Mietverträgen besteht gar kein Hinweis zu den Regelungen einer Haustierhaltung. In diesem Fall gilt dann juristisch eine Tierhaltung zum bestimmungsgemäßen Gebrauch einer Mietsache. Unterschieden werden aber zwischen der Kleintierhaltung, der Haltung von Hunden und Katzen sowie „gefährlicher“ Tiere. Hier geht es schlicht und ergreifend um Größe, Art und Verhalten des jeweiligen Tieres, auch im Verhältnis gesehen zur Größe der Wohnung oder Haus, dem Zustand der Immobilie, der Anzahl der Tiere und auch um eventuell besondere Bedürfnisse des Mieters (z.B. im Falle eines Blindenhundes). Der Vermieter muss eine Haltung etwa von Giftschlangen oder sogenannten „Listenhunden“ nicht genehmigen, könnte aber. Auch Exoten wie Papageien, Leguane, Frettchen oder Minischweine benötigen die ausdrückliche Erlaubnis des Vermieters.

Dringend empfohlen ist daher ein vorheriges Gespräch mit dem Vermieter bevor ein Tier einziehen soll. Sollte es aber in der Zukunft Schwierigkeiten zum Beispiel in Form von Lärmbelästigung geben, kann der Vermieter seine Erlaubnis auch wieder zurücknehmen.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-904.atom Geschichte mit Happyend – Große Operation vom Kater Fritz - 2022-08-17T16:12:00+02:00 2022-09-27T17:31:19+02:00 Geschichten, die das Leben schreibt...es gibt immer besondere Zufälle, die dann zu einer schönen Geschichte mit Happyend führen. Ich kenne das Frauchen von Fritz, die mir so ganz nebenbei vor kurzem einmal die Geschichte von ihrem jungen Kater Fritz erzählte, was ihm passiert war. Und als ich dann fragte, wo der schwer verunfallte Fritz denn „geheilt“ worden sei, nahm diese Story ihren Anfang, denn ich kenne auch die behandelnde Chirurgin mit ihrem Engagement für die Tierrettung München.

Geschichte von Fritz, erzählt von seinem Frauchen Astrid

Am Abend des 8. August 2021 kam Fritz nicht nach Hause. Gegen 19 Uhr erreichte mich der Anruf von einem Tierarzt, der mir mitteilte, dass Fritz schwerverletzt bei ihm abgegeben worden sei und es ihm nicht gut gehe. Unser junger, roter Kater Fritz war vermutlich angefahren worden und konnte seine Hinterläufe nicht mehr bewegen. Wir brachten ihn sofort nach Weilheim in die Tierklinik, wo das erste Röntgenbild einen beidseitigen Bruch des Beckens zeigte. Fritz wurde stationär aufgenommen und mehrere Tage intensiv behandelt, bevor er operiert werden konnte. Nach der Entlassung aus der Klinik folgten sechs Wochen Bewegungseinschränkung in einem Käfig. Er durfte sich weder im Haus noch im Garten frei bewegen. Danach blieb ihm der Freigang in der Natur noch für weitere vier Wochen versagt. Fritz war sehr geduldig und so brav, seine Katzenfreundinnen Mona und Lisa leisteten ihm Gesellschaft. Unsere Streicheleinheiten waren unzählbar... Die Operationswunden sind sehr gut verheilt, die Verletzungen machen keine Probleme mehr. Der junge Fritz ist wieder „ganz der alte“ und erfreut sich eines wundervollen Katzenlebens!

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-906.atom Tiernotdienste in der Krise? - 2022-08-16T17:20:00+02:00 2022-09-27T17:55:01+02:00 Einen tiermedizinischen Notdienst aufrechtzuerhalten, ist alles andere als einfach. Wer wüsste das besser als wir… In über 20 Jahren „Tierrettung München“ sind unsere engagierten Tierärzte und Tierärztinnen gut 55.000 Mal mit den Einsatzwagen zu verunfallten Tieren ausgerückt.

Zu Tierbesitzern, denen es nicht möglich war, selbst zu einem Tierarzt zu kommen oder bei denen das Tier die Fahrt zum Tierarzt nicht geschafft hätte. Wir haben etlichen verletzten Wildtieren geholfen. Wir haben unseren Notdienst trotz deutlich erschwerter Arbeitsbedingungen auch während der Pandemie weiter anbieten können.

Man muss es so deutlich sagen: 24/7 für Tiere in Not da zu sein, ist ein Kraftakt. Organisatorisch, personell und finanziell.

Es wundert uns nicht, dass man derzeit immer wieder in Zeitungen liest, dass die Notfallversorgung für Haustiere in München zunehmend in Schieflage gerät oder gar eingestellt wird. Die Zahl der Kleintierklinken in Bayern sei von 25 auf 15 geschrumpft. Zu wenig Personal, zu hohe Kosten und keine politische Lösung in Sicht. Es sieht so aus, als wäre die tiermedizinische Notfallversorgung in München in Not! Wohin denn, fragt sich nun so mancher Tierbesitzer, wenn das Tier am Wochenende oder nach den „normalen“ Öffnungszeiten einer Tierarztpraxis Hilfe braucht?

Die Antwort lautet seit über zwei Jahrzehnten: 01805 84 3773. Das ist die Notrufnummer der Tierrettung München. 24/7 besetzt. Dass wir auch nach 20 Jahren noch immer rund um die Uhr uneingeschränkt „volle Kraft voraus“ im Einsatz sind, liegt zum einen an unserem tollen Team aus Tierärzten, Assistenten und weiteren Mitarbeitenden. Zum anderen sind es unsere Vereinsmitglieder, die mit ihren Mitgliedsbeiträgen eine planbare finanzielle Grundlage liefern, um unseren Notdienst 24/7 anbieten zu können. Übrigens für alle Tierbesitzer im Raum München, unabhängig vom Mitgliedsstatus.

Die Tierrettung München hat über zwei Jahrzehnte zuverlässig als Solidargemeinschaft von Tierfreunden funktioniert.

Doch auch wir spüren deutlich den wachsenden Druck, den viele Kleintierkliniken oder private Notdienste beklagen. Den Druck aus gestiegenen Kosten, Personalknappheit und neuen Regelungen für unseren Fachbereich (z.B. die angepasste GOT). Um für die nächsten Jahre gewappnet zu sein, braucht es deswegen unbedingt weitere Mitglieder, die unseren Verein unterstützen. Menschen, die ein Teil unserer Solidargemeinschaft werden. Die über die Vereinsmitgliedschaft nicht nur ihr Haustier für den Notfall absichern, – sondern gleichzeitig unseren gesamten Rettungsdienst.

Tragen Sie dazu bei, dass wir unseren tierärztlichen Notdienst auch weiterhin an Wochenenden und „nach Feierabend“ anbieten können! Werden Sie Mitglied bei der Tierrettung München! Ganz gleich, ob Sie gerade ein Haustier besitzen oder nicht. Eine Mitgliedschaft ist immer möglich und ermöglicht zudem die Behandlung verletzter Wildtiere.

Weitere Infos und unseren Mitgliedsantrag finden Sie hier.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-900.atom Katze Callie fällt aus dem Fenster - 2022-06-30T14:29:00+02:00 2022-09-27T17:30:55+02:00 Ein großer Schock für die 16-jährige Katze Callie und ihre neue Besitzerin: Da der Stubentiger sehr kurzfristig umgezogen war, hatte ihr neues Frauchen noch keine Gelegenheit, Sicherheitsnetze an den Fenstern anzubringen. Nur für einen kurzen Moment unachtsam, wurde dies der neugierigen Callie zum Verhängnis, sodass sie aus dem 4. Stock in ein Gebüsch vor dem Haus fiel.

Bei unserem Eintreffen stellten wir zunächst erleichtert fest, dass die Patientin noch laufen konnte. Dennoch gab ihr Zustand Grund zur Sorge. Eine sehr hohe Körpertemperatur von 40,1 Grad Celsius konnte gemessen werden. Für einen Fenstersturz typisch, konnte man an Callies Zunge eine kleine EinbissStelle und an ihrer Lippe ein Hämatom finden. Zudem war einer ihrer Zähne im Oberkiefer abgebrochen. Besonders kritisch war die hohe Atemfrequenz der Katze zu beurteilen. Bei etwa 100 Atemzügen pro Minute lag diese deutlich über der Normfrequenz von bis zu 40 Atemzügen pro Minute. Beim Einatmen konnte man zudem ein deutlich verschärftes Atemgeräusch hören.

Eben diese Befunde veranlassten uns dazu, Callie zur weiteren Diagnostik in die nächstgelegene Tierklinik zu bringen. Sie wurde noch vor Ort mit einem starken Schmerzmittel sowie einer Infusion versorgt, um sie für den Transport zu stabilisieren. Später stellte sich heraus, dass sie eine sogenannte Lungenkontusion (Prellung/Quetschung der Lunge mit Einblutungen) erlitten hatte. Sie wurde zur Überwachung in der Tierklinik behalten und dort weiter behandelt.

Nicht immer gehen Fenster- oder Balkonstürze so glimpflich aus, wie in Callies Fall. Eine Absicherung durch Netze ist zum Schutz der vierbeinigen Samtpfoten daher dringend anzuraten!

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-902.atom Terrier Bragi – Gerade nochmal Glück gehabt - 2022-06-24T15:47:00+02:00 2022-09-27T17:31:45+02:00 Im Juni wurde die Tierrettung München von einer besorgten Dame alarmiert, da ihre Nachbarin einen Suizidversuch begangen und leider auch dem Hund Tabletten verabreicht hatte. Der Terrier-Rüde sei noch ansprechbar, war jedoch nicht steh- und gehfähig, erklärte die Dame. Zunächst war nicht klar, welche Tabletten verabreicht worden sind. Der Notarzt für die Besitzerin des Hundes war schon vor Ort.

Wir machten uns natürlich schnellstmöglich auf den Weg, um das Leben des Hundes zu retten. Vor Ort trafen wir auf jede Menge helfende Hände. Der Hund wurde schon in seinem Körbchen auf die Straße und zu unserem Auto gebracht. Er war glücklicherweise immer noch ansprechbar.

Bragi wurde sofort klinisch untersucht. Sein Herz-Kreislauf-Zustand war stabil, sein Bewusstsein war reduziert, und er war nur mit Unterstützung stehfähig. Nun war es an der Zeit herauszufinden, welche Tabletten Bragi verabreicht wurden. Hierfür organisierten die Nachbarn den Müll aus der Wohnung. Wir fanden große Mengen an Bromazepam-Blistern und eine leere Frischkäseverpackung. Der Verdacht lag nahe, dass dem TerrierRüden die Tabletten mit Hilfe des Frischkäses verabreicht worden waren. Die genaue Menge und der Zeitpunkt der Gabe blieben leider unbekannt.

Bromazepam gehört zur Wirkstoffgruppe der Benzodiazepine.

Es zeichnet sich durch eine angstlösende Wirkung aus und wird zur Behandlung von akuten Angstzuständen, als Beruhigungsmittel (Sedativum), seltener als Schlafmittel verwendet. Glücklicherweise gibt es für diese Wirkstoffgruppe ein Gegenmittel.

Wir legten Bragi einen venösen Zugang, nahmen ihm Blut ab und injizierten ihm das Gegenmittel. Wir rieten trotzdem zu einem Transport in die Tierklinik, damit Bragi über Nacht überwacht werden konnte und ihm das Gegenmittel gegebenenfalls erneut verabreicht werden konnte. Die Nachbarin, die auch Bragis neue Besitzerin wurde (dies war wohl zuvor schon geklärt worden), stimmte einem Transport in die Tierklinik zu.

Während des Transportes erhielt der Terrier außerdem noch eine Infusion, um den Kreislauf, insbesondere den Blutdruck, aufrechtzuerhalten. Immer wieder schlief der Hund fest ein, konnte aber durch Rufen wieder aufgeweckt werden. In der Klinik war er schon etwas sicherer auf den Beinen, auch wenn er immer etwas zum Anlehnen suchte. Bragi hat die Nacht in der Tierklinik gut überstanden, und wir drücken ihm alle Daumen, dass er keine bleibenden Schäden davonträgt und nun noch ein gutes Leben bei seiner neuen Besitzerin hat.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-897.atom Fenstersturz mit Folgen - 2022-06-02T10:56:54+02:00 2022-06-02T12:53:06+02:00 Katzen landen bekanntlich auf ihren vier Pfoten. Doch egal ob beim Sturz aus dem Fenster, dem Balkon oder vom Baum, Verletzungen sind auch für die Pfoten-Akrobaten nicht immer zu vermeiden.

Auch wenn auf den ersten Blick alles in Ordnung scheint, sollte die Katze einem Tierarzt vorgestellt werden, damit dieser einen genaueren Blick darauf werfen kann.

Denn erst kürzlich wurde Maarten Mohnke, Tierarzt bei der aktion tier Tierrettung München, zu einem schweren Fenstersturz gerufen: Ein kleiner Kater war aus dem 3. Stock gefallen. Im ersten Moment schien hier alles gut zu sein, doch bei genauerer Untersuchung stellte sich heraus, dass das Tier sich die Zunge fast abgebissen hatte und zudem unter Schock stand. Nach der Erstversorgung wurde das Tier zur weiteren Behandlung in die Tierklinik gebracht.

Was passiert bei einem Sturz?

Als erstes kommen die Pfoten mit dem Boden in Kontakt und fangen einen Teil des Sturzes ab. Nicht selten können dadurch Verletzungen in den Gelenken auftreten, selbst wenn keine großen Frakturen vorliegen. Als nächstes trifft der Brustkorb auf und der Schock trifft die Lunge. Aus kleinen Schäden könnte dann bis zu 3 Tagen lang Luft austreten! Sind die Schäden klein, absorbiert der Körper die Luft und repariert die Lunge. Tritt jedoch zu viel Luft aus, kann sich diese im Brustkorb sammeln und die Lunge einengen. Anzeichen hierfür sind erhöhte Atemfrequenzen und ein klassischer Befund auf dem Röntgenbild: der Pneumothorax.

Als letztes treffen beim Sturz dann der restliche Tierkörper und das Kinn auf. Im Bauchraum ist es möglich, dass nicht alle Muskelschichten gehalten haben und die Blase verletzt wurde. Im Maul kann der Kiefer durch den Sturz Schäden erleiden, Zähne können splittern, ein Schädelhirntrauma kann auftreten und wie in diesem Fall die Zunge in Mitleidenschaft gezogen werden. Für den Tierbesitzer sind solche Verletzungen nicht einfach zu erkennen, für die Katze sind sie jedoch im schlimmsten Fall lebensbedrohlich.

Was tun, wenn es passiert ist?

Ist es zum Sturz gekommen, sollte spätestens bei den folgenden Anzeichen ein Tierarzt aufgesucht werden:

  • Gliedmaßen, die das Tier nicht mehr belastet
  • Unterschiedlich große Pupillen
  • Verletzungen im Maul
  • Gleichgewichtsstörungen oder Krämpfe
  • Atemschwierigkeiten
  • Ausbleibender Urinabsatz

Die einfachste Maßnahme, einen Sturz zu verhindern, ist die Absicherung von Fenstern und Balkon mit einem Katzennetz. Kontrolliert der Katzenbesitzer das Netz regelmäßig auf Schlupflöcher und Festigkeit, können viele schwere Unfälle von vornherein vermieden werden.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-896.atom Ein tierisch guter Gottesdienst: „Viecherlmesse“ am 3. Juli 2022 - 2022-05-23T16:00:20+02:00 2022-05-24T15:08:22+02:00 Da aufgrund der Corona Pandemie die traditionelle „Viecherlmesse“ zuletzt zeitlich verlegt werden musste, kann sie nun endlich wieder stattfinden. Am 3. Juli 2022 um 10:30 wird wieder in die Kirche St. Maximilian (Münchner Glockenbachviertel) zu einem wunderschönen Gottesdienst für Mensch und Tier eingeladen. Die Tierrettung München ist vor der Kirche mit einem Rettungswagen vertreten.

Dieser besondere und etwas andere Gottesdienst war einst in der Kinderkirche entstanden, als dort die Frage aufkam, ob man seinen Hund nicht zum Gottesdienst mitbringen dürfe. Seither erfreut sich diese Messe großer Beliebtheit. Viele Hundert Menschen kamen in den letzten Jahren mit ihren Tieren in die Kirche und ließen ihre Haustiere segnen. Mitgebracht wurden dabei nicht nur Hunde, sondern auch besondere Haustiere wie z.B. Schildkröten oder sogar Stofftiere. Es ist immer wieder erstaunlich, wie ruhig und harmonisch es dann mit all den Tieren während der Messe ist.

Es gibt, wie bei einem normalen Gottesdienst, Gebete und Lieder, den Friedensgruß sowie auch eine Kollekte. Das gesammelte Geld wird dann aufgeteilt und geht sowohl an Organisationen, die sich an diesem Tag vorgestellt haben, als auch an die Tiertafel.

Unsere Tierrettung München wird ebenfalls wieder mit ihrem Wagen vor der Kirche stehen und ein offenes Ohr für alle Interessierten und ihre Fragen haben. Wir sind gespannt, wie viele verschiedene Tiere und ihre Menschen sich zu diesem tierisch schönen Gottesdienst am 3. Juli wieder in der St. Maximilian Kirche einfinden werden.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-893.atom Das Kliniksterben in der Tiermedizin – Verschlechterung der tierärztlichen Notfallversorgung? - 2022-05-17T15:33:59+02:00 2022-05-17T15:40:51+02:00 Liebe Leser, die Bundestierärztekammer informiert jährlich in einer Statistik darüber, wie viele Praxen und Kliniken es bundesweit gibt. Zum Zeitpunkt des 31.12.2020 – die Statistik für 2021 ist noch nicht erhoben – waren bundesweit 104 Kliniken für Kleintiere zugelassen. 2015 im Jahr der Einführung des Mindestlohngesetzes waren es bundesweit noch 158 Kliniken. Das heißt, innerhalb von 5 Jahren wurden 54 Tierkliniken im Bundesgebiet geschlossen oder in Tiergesundheitszentren, Tierarztpraxen, Tageskliniken etc. umgewandelt.

Dem einen oder anderen mag dieser Sachverhalt bereits aufgefallen sein, wenngleich die Kliniken im Bereich München standhaft bleiben. Bereits im Oktober 2017 wies der Bund angestellter Tierärzte (BaT) darauf hin, dass ein „Tierkliniksterben“ stattfindet, im Juni 2018 berichtete das Medium „wir-sindTierarzt“ ebenfalls über diesen Prozess. Im Sommer 2021 warnte der Verband unabhängiger Kliniken (VuK) davor: „Wir stehen in Deutschland kurz vor dem Notdienst-Kollaps!“. Im November 2021 berief die Bayerische Landestierärztekammer einen Vortragsabend zum Thema Aufrechterhaltung des tierärztlichen Notdienstes in Bayern ein. Im Dezember 2021 startete die Bayerische Landestierärztekammer eine Umfrage für Tierärzte darüber, was sich ändern müsste, damit mehr Tierärzte den Beruf des amtlichen Tierarztes wählen, da innerhalb der nächsten 3-5 Jahre ca. 50% der amtlichen Tierärzte in Pension gingen.

Laut Stand vom 31.12.2020 gibt es in Bayern drei Tierkliniken weniger als noch ein Jahr zuvor.

Dies mag daran liegen, dass Bayern wirtschaftlich solide dasteht, schaut man aber in strukturärmere Bundesländer, stellt man fest, dass beispielsweise in Bremen oder Sachsen-Anhalt keine einzige Tierklinik laut Statistik vorhanden ist. Nicht irritieren lassen sollte man sich von Begriffen wie Tagesklinik, Tiergesundheitszentrum oder Fachzentrum für Tiermedizin. Mit dem Begriff „Tierklinik“ wird angegeben, dass 24 Stunden, sieben Tage die Woche an 365 Tagen im Jahr ein Tierarzt vor Ort ist. Das heißt: Hat Ihr Tier um Mitternacht einen ernstzunehmenden medizinischen Notfall, können Sie sich glücklich schätzen, dass Sie in München leben. Achtzig Kilometer weiter in Ingolstadt sieht es dagegen düster aus. Hier verweist der Tierärztliche Verband Oberbayern darauf, dass „in den Nachtstunden von 22:00 bis 07:30 Uhr kein tierärztlicher Notdienst eingerichtet ist“.

Eine erschreckende Tendenz ist absehbar.

Liebe Leser, es kommen schwere Zeiten und noch viel schwerere auf Ihre Haustiere zu!

Der Mangel an Tierärzten, das Arbeitszeitgesetz und nicht zuletzt das 2015 eingeführte Mindestlohngesetz führen dazu, dass sich innerhalb der nächsten Jahre die Situation dramatisch verschärfen wird.

Für Sie bedeutet das weiter entfernte Wege zu einer Tierklinik oder einem notdiensthabenden Tierarzt. Die Preise für tierärztliche Behandlungen werden massiv steigen, und Praxen und Tierkliniken werden in die Hände von Wirtschaftsunternehmen abgegeben. Längst haben Konzerne wie Nestlé und Mars erkannt, dass der tiermedizinische Sektor in Deutschland Brachland ist, mit welchem man unfassbare Gewinne erzielen kann. Seien Sie also dankbar und gutmütig zu Ihrem Tierarzt oder Ihrer Tierärztin, so lange er oder sie noch da ist oder Sie ihn/sie sich noch leisten können!

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-892.atom Kein Tabuthema – Euthanasie - 2022-05-17T15:13:22+02:00 2022-05-17T15:29:57+02:00 Euthanasie ist ein schwieriges Thema. Sowohl für Tierbesitzer als auch für Tierärzte. Schließlich beginnt das Leben mit einem Tier voller Freude, und man genießt die gemeinsame Zeit. Unangenehme Gedanken rund um das Ende eines Tierlebens schiebt man für später auf, verständlicherweise.

Doch mit jedem Haustier übernimmt man die Verantwortung, sich mit dem Thema im Zweifelsfall auseinandersetzen zu müssen. Ich bin immer wieder überrascht wie wenig die meisten Tierbesitzer sich mit dem Thema befassen. Klar, man denkt über solche Ereignisse wie die mögliche Euthanasie des geliebten Tieres am Lebensende ungern nach. Man möchte schließlich die Zeit mit dem Tier genießen. Es gehört aber auch zu den Pflichten unseren Tieren gegenüber, vorbereitet zu sein, wenn das Ende naht.

Die Tierrettung München wird häufig von Tierbesitzern mit dem Wunsch nach Erlösung für das Tier kontaktiert. Wir Tierärzte sind gesetzlich dazu verpflichtet, die Gründe für die gewünschte Euthanasie genau erfragen. §1 des Tierschutzgesetzes besagt: Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

Was ist also ein vernünftiger Grund, um ein Tier zu erlösen?

Ein nachvollziehbarer und vernünftiger Grund ist zum Beispiel, wenn der Leidensdruck wegen einer unheilbaren Krankheit oder wegen fortschreitender Altersschwäche zu groß wird. Idealerweise liegt eine Diagnose oder ein Befund vor, die Therapieoptionen wurden weitestgehend ausgeschöpft und der behandelnde Haustierarzt sieht keine weitere Chance auf Heilung. Ein weiterer vernünftiger Grund sind schwere Unfallverletzungen, die nicht mehr operabel sind. Hier sollten Besitzer dem Tierarzt, der vor Ort ist, das nötige Vertrauen schenken, um die Situation richtig zu beurteilen.

Man macht sich strafbar, wenn einem (Wirbel)tier aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt werden. Zufügen bedeutet auch zulassen. Liegt also einer der vernünftigen Gründe vor, muss der Tierarzt im Sinne des Gesetzes handeln und das Tier von seinem Leid erlösen.

Eine finanzielle Notlage des Tierbesitzers allein stellt keinen vernünftigen Grund zur Euthanasie dar, wenn das Tier gerettet werden kann.

Wie so oft im Leben – die Entscheidung über Leben oder Tod des geliebten Tieres bewegt sich in einer Grauzone. Ich würde Sie dazu ermutigen, mit Ihrem Haustierarzt in einem intensiven Gespräch zu bleiben. Er kennt Sie und Ihr Tier am besten und wird Ihnen helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-891.atom Vom einsamen Tier-Seelchen zum Kampf-Schmuser – Hunde aus dem Tierschutz - 2022-05-17T14:00:17+02:00 2022-05-18T10:58:48+02:00 Noch immer gibt es die Pandemie und damit verbunden auch das Homeoffice. Viele Menschen haben sich in den letzten zwei Jahren Tiere angeschafft, weil sie im Homeoffice auch Zeit für sie hatten. Jetzt ist in vielen Fällen die Normalität wieder eingetreten, der Hund kann z.B. nicht mehr an den Arbeitsplatz mitgenommen werden. Leider haben sich viele Tierbesitzer dann entschieden, sich von dem Tier wieder zu trennen. Positiv jedoch war, dass einige Mitarbeiter ihre Tiere mit zum Arbeitsplatz nehmen dürfen, was zu einem entspannten und schönen Arbeitsklima beiträgt. Natürlich haben wir auch schon von Katzen und Vögeln im Büro gehört...toll!

In unserer Jubiläumsausgabe der Tierpost 2021 habe ich bereits über mein Leben mit Ronja und Flocke ausführlich berichtet – Tiere aus dem Tierschutz von Pro Animale. Ronja war damals ca. drei Jahre alt, also schon erwachsen, ich besaß damals schon die spanische, kinderliebe (inzwischen verstorbene) Flocke. Ronja war ein türkischer Straßenhund und kastriert, ich übernahm die Patenschaft für sie, und sie lebte dann glückliche vier Jahre bei einer 89jährigen Dame. Nach deren Tod kam Ronja planmäßig zu mir. An der Leine ist sie zwar etwas zickig, aber sie ist eben auch kein Plüschtier! Im Allgemeinen ist sie – inzwischen 15 – problemlos, sie mag ältere Menschen mehr als Kinder, denen sie aus dem Weg geht. Ich habe es nie bereut (zeitweise zwei) weiße, kuschelige und schmusige Tierschutzhunde um mich zu haben. Es ist für mich kein Problem, dass ich nie ein Tier von Anfang an großgezogen habe.

Nach dem plötzlichen Tod meiner Freundin Evelin übernahm ich selbstverständlich deren Hund Bela – einen ungarischen Straßenhund. Sie entdeckte ihn in einer deutschen Pflegestelle und verliebte sich sofort in ihn, weil er ihrem verstorbenen Golden Retriever so ähnlich war. Er lebt inzwischen glücklich bei Angelika, die sich nach dem Tod ihres Hundes an dem Ballspiel-vernarrten Bela erfreut, der extrem verschmust ist und ihr nicht von der Seite weicht. Das Bellen an der Leine konnte ihm bisher nicht abgewöhnt werden, doch das machen andere Hunde auch, die seit Welpenalter in Familien leben.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-890.atom Dramatisches Artensterben – Wo sind unsere Vögel? - 2022-05-17T13:32:02+02:00 2022-05-17T13:55:29+02:00 Eine aktuelle Auswertung des Vogelbestands in Europa zwischen den Jahren 1980 und 2016 hat erschreckende Ergebnisse hervorgebracht. Es sind Millionen von Vögeln einfach von der Bildfläche verschwunden – ca. 56 %. Und darunter sind keine außergewöhnlichen Tiere, sondern gut bekannte Vögel wie Feldlerche, Kiebitz oder Rebhuhn. In erster Linie ist die Vogelwelt im ländlichen Raum betroffen.

Es gibt im Großen und Ganzen vier wichtige Gründe für das dramatische Vogelsterben.

  • Der Lebensraum für Vögel wird immer kleiner.
  • Es besteht ein immer größerer Nahrungsmangel durch weniger Insekten.
  • Der höhere Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft.
  • Veränderter Lebensraum durch den Klimawandel.

Betrachtet man den Lebenskreislauf der Vögel, wird schnell klar, dass ihr Lebensraum immer kleiner wird oder nicht mehr bewohnbar ist. Es gibt immer weniger Plätze, in denen Vögel in Ruhe und vor Fressfeinden geschützt brüten können. Viele Vogelarten brauchen Plätze auf Feldern und Wiesen. Hier wird es durch die Ausbreitung der Landwirtschaft eng für die Tiere. Auch die permanente Wegnahme von Totholz oder Hecken, das für viele Vogelarten (und natürlich auch andere Tiere) ein gutes Versteck darstellt, verhindert eine mögliche Brutstätte.

Ohne Insekten – keine Vögel

Wer früher über eine Sommerwiese gelaufen ist, hat es schnell gehört: das sympathische Summen und Schwirren der vielen Insekten wie Schmetterlinge, Bienen oder Hummeln. Es flatterte und sauste, und auch Vogelgezwitscher lag in der Luft. Heute ist es wesentlich stiller geworden. Wenn auch immer mehr Hecken oder Stauden abgetragen werden, wenn immer mehr chemische Dünger zum Einsatz kommen, dann wird es immer weniger Insekten geben. Nicht nur, dass auch wir Menschen von den Bestäubungskünsten der Bienen und Hummeln abhängig sind, viele weitere Insekten sind Hauptbestandteil der Vogelnahrung.

Der Pestizideinsatz in der Landwirtschaft trägt nicht nur dazu bei, dass die Insekten verschwinden (und damit auch die Vögel) – sie stellen auch eine direkte gesundheitliche Gefahr für die Vogelwelt dar. Schließlich nehmen Vögel Nahrung und Wasser zu sich, das mit Agrar-Chemie kontaminiert ist.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-889.atom Impfen ist Vorbeugen! – Hepatitis beim Hund - 2022-05-17T13:18:33+02:00 2022-05-17T13:29:04+02:00 Die ansteckende Leberentzündung oder Hepatitis contagiosa canis, kurz HCC, ist eine teils tödlich verlaufende Erkrankung des Hundes. Sie wird durch das Canine Adenovirus-1 verursacht, das bei niedrigen Temperaturen über Monate stabil bleiben kann und meist durch Belecken und Beschnüffeln von Urin, Kot und Sekreten wie Speichel übertragen wird.

Die Verlaufsform der Erkrankung kann stark variieren und ist daher oft nicht einfach erkennbar. Bei der klassischen Form vermehrt sich das Virus zunächst in den Mandeln und anderen Lymphknoten. Tage später streut es dann in den gesamten Körper, wobei Leberzellen und Blutgefäße besonders stark betroffen sind.

Patienten, die trotz akuter Symptome erst spät behandelt werden, versterben häufig. Die rechtzeitige Konsultation eines Tierarztes ist daher unabdingbar. Da eine ursächliche Heilung nicht möglich ist, spielt die symptomatische Therapie mit Infusionen, Entzündungshemmern, Schmerzmitteln und Antibiotika eine wichtige Rolle. Zwar sind auch symptomlose Infektionen möglich – gerade bei jungen ungeimpften Hunden kann die Krankheit aber auch unvermittelt binnen weniger Stunden zum Tode führen. Daher spielt die Impfung gegen HCC als Teil der Core-Vakzine eine große Rolle. Sie hat dazu geführt, dass die ansteckende Leberentzündung heute nur noch selten vorkommt.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-903.atom Babykatze ausgesetzt! - 2022-05-16T15:59:00+02:00 2022-09-05T17:15:40+02:00 Anfang Mai erhielten wir abends den Anruf eines Mannes, der eine ausgesetzte Babykatze in einem Gebüsch in Neuhausen gefunden hatte. Bereits nach 10 Min. war ich mit meiner Kollegin Jana Pöhmerer und der Assistentin Mareen Vogler am Einsatzort.

In der Tat hatte der Finder eine Plastiktüte bei sich, in der sich eine Katzentoilette (Streu und Kot) sowie ein Katzensäugling befand. Dieser hatte noch die Nabelschnur und die stark verschmutzte Plazenta an sich. Wir haben die Nabelschnur durchtrennt und desinfiziert, und das Tier wurde vorsichtig aufgewärmt und mit Infusionen und Glucose stabilisiert. Anschließend haben wir das Katzenbaby weiter in die Chirurgische Kleintierklinik München gebracht. Dort wurde es weiter versorgt und schließlich am nächsten Morgen dem Tierheim zur weiteren Aufzucht übergeben.

Gemäß § 3 Abs. 3 Tierschutzgesetz (TierSchG) ist es verboten, ein im Haus, Betrieb oder sonst in Obhut des Menschen gehaltenes Tier auszusetzen oder es zurückzulassen, um sich seiner zu entledigen oder sich der Halter- oder Betreuerpflicht zu entziehen. Es ist unerheblich, ob durch das Aussetzen eine konkrete oder abstrakte Gefahrenlage für das Tier entsteht. So erfüllt grundsätzlich auch das Anbinden am Tierheimtor den Tatbestand des Aussetzens. Das Aussetzen ist eine Ordnungswidrigkeit und wird gemäß § 18 Abs.1 Nr.4 TierSchG mit einer Geldbuße bis zu 25.000 Euro bestraft. Im Einzelfall, wenn das Tier durch die Aussetzung zu Tode kommt, kann es sich um eine Straftat gem. § 17 TierSchG handeln.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-885.atom Hilfe für die Tiere aus der Ukraine - 2022-05-10T17:40:51+02:00 2022-05-10T17:46:04+02:00 Inzwischen haben wir die Corona-Pandemie hoffentlich in den Griff bekommen und uns an die täglichen Inzidenz-Zahlen gewöhnt. Ja, wir alle hatten uns schon sehr auf unser „normales Leben“, das uns seit zwei Jahren nicht gegönnt war, eingestellt, und auf Begegnungen ohne Masken und ohne Abstand gefreut. Doch diese Freude wurde durch den Krieg gegen die Ukraine jäh erschüttert.

Keiner von uns hätte je daran gedacht, dass es eine Pandemie geben wird. Keiner von uns hätte je daran gedacht, dass es seit dem 24. Februar 2022 in Europa einen Krieg geben wird. Dass Kiew, Partnerstadt von München, bombardiert wird. Einen schrecklichen und unbarmherzigen Angriffskrieg auf die Ukraine durch Putin. Der auch nicht vor Zivilisten zurückschreckt. Unzähliges Leid! Für Mensch und Tier. Tiere wie Pferde, Kühe, Schweine, aber auch die Hunde und Katzen sind ihrem Schicksal ausgesetzt. Wir wissen nicht, wie Europa aussehen wird, was sich noch ereignen wird, wenn Sie diese Ausgabe des Journals mensch und tier in den Händen halten.

Wir alle sind erschüttert von den furchtbaren Meldungen, die uns fast stündlich in den Medien erreichen. Es zieht uns runter. Nun geht es nur noch um die Frage, wie kann man diesen vielen ukrainischen Flüchtlingen mit ihren Kindern und auch ihren Haustieren helfen. Wenn jemand alles zurücklassen muss, was er besitzt, aber sein geliebtes Haustier mitnimmt, dann ist gerade dieses Tier oftmals der einzige Trost, den dieser Mensch bekommt. Wir Tierfreunde wissen das. In diesen Tagen denke ich oft daran, dass auch ich niemals irgendwohin ohne meine Hündin Chiara Mia gehen würde. Ihnen geht es sicher genauso! Sie sind unsere Familienmitglieder.

Die Tierrettung München hat sehr schnell zu Beginn des Krieges Anfang März 2022 als eine der ersten Organisationen gehandelt und geholfen. Wir haben Verbandsmaterialien, Blutbeutel, OP-Besteck, Spritzen und vieles mehr im Wert von fast 10.000 Euro an einen gemeinnützigen ukrainischen Verein geliefert, damit dieses notwendige medizinische Material in das Kriegsgebiet der Ukraine für Mensch und Tier transportiert werden konnte. Inzwischen gibt es schon zahlreiche Hilfsangebote aus den Tierheimen über Aufnahme, Futter oder Informationen über notwendige Impfungen. Die Stadt München lässt die ukrainischen Flüchtlinge zusammen mit ihren Haustieren in den bereit gestellten Unterkünften und trennt sie nicht. Das ist richtig so und auch human so.

Wir wollen und müssen aber weiterhelfen.

Aus diesem Grund haben wir ein eigenes Spendenkonto eingerichtet.

aktion tier-tierrettung münchen e.V.
HypoVereinsbank München
DE43 7002 0270 0035 8746 23
Ukraine-Hilfe

Falls Sie spenden wollen, geben Sie bitte unbedingt Ihren Namen und Ihre Adresse an, damit wir uns auch bei Ihnen bedanken können. Eine Zuwendungsbestätigung benötigen Sie jedoch unabhängig vom Beitrag nicht! Das Bundesfinanzministerium hat in einem speziellen Erlass vom 17. März 2022 (IV C 4 - S 2223/19/10003:013) die Zuwendungen deutlich vereinfacht. Für Sie als Spender reicht es aus, wenn Sie im Rahmen Ihrer Steuererklärung Ihren Bankauszug einreichen. Wichtig ist der Hinweis bei der Überweisung „Ukraine-Hilfe“. Schon heute danken wir Ihnen herzlich.

Wir werden mit den eingehenden Spenden andere entsprechende gemeinnützige Organisationen mit Sachmittel oder finanziell für Mensch und Tier in und aus der Ukraine unterstützen. Gegenwärtig stehen wir über unser Vorstandsmitglied Dr. Ines Holz in engem Austausch beispielsweise mit dem Verein Indersdorf hilft e.V., der Transporte, auch mit Tierfutter organisiert. Da sich bis zu dem Zeitpunkt bis Sie dieses Heft in den Händen halten, wieder vieles sich verändern kann, ist es nicht sinnvoll, sich heute auf eine konkrete Organisation oder Maßnahme festzulegen. Wir werden aber auch dank Ihrer Unterstützung helfen. Und zwar schnell! Diese Meldungen und viele andere Hilfsangeboten zeigen wieder ein positives Zusammenrücken der Menschen in der Not, wobei alle ein baldiges Ende des Kriegs erhoffen.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-899.atom Fenster und Balkone: Lebensgefahr für Katzen - 2022-05-10T14:18:00+02:00 2022-09-05T14:27:08+02:00 Am Morgen des 7. Mai wurde die Tierrettung München zu einem Notfall gerufen. Eine erst sieben Monate alte Katze war aus einem Fenster im 2. Stock gestürzt und hatte sich dabei verletzt. Obwohl das Fenster mit einem Netz abgesichert war, muss der kleine Stubentiger an einer Stelle durchgeschlupft sein. Weil das Tier jämmerlich aufschrie, wurde der Besitzer auf den Unfall aufmerksam. Ein Nachbar beobachtete den Sturz und verständigte das Herrchen sofort, so dass dieser das verängstigte und am Kopf blutende Kätzchen in die Wohnung holen und gleich darauf die Tierrettung München verständigen konnte.

Unter Berücksichtigung der gelten‐ den Corona-Schutzmaßnahmen wurde uns bei unserem Eintreffen das verletzte Tier zum Rettungswagen gebracht. Die Patientin blutete aus Nase und Maul‐ höhle, eine schmerzhafte Schwellung im Nasenbereich zeugte vom schweren Sturz. Das dreifarbige Kätzchen stand unter Schock. Wir spritzten ein starkes Schmerzmittel und führten eine Schock‐ behandlung durch. Die Patientin wies außerdem eine kleine Verletzung am Gaumen auf. Weil innere Verletzungen und mögliche Frakturen nicht ausge‐ schlossen werden konnten, musste die Patientin geröntgt werden. Winry wurde in eine Sauerstoffbox gesetzt und mit Dauertropfinfusion zur weiteren Versor‐ gung in die Chirurgische Tierklinik ge‐ bracht.

 

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-888.atom Auf den Zahn gefühlt – Gingivitis der Katze - 2022-04-28T13:10:00+02:00 2022-05-17T13:17:22+02:00 Eine Zahnfleischentzündung (lateinisch: Gingivitis) der Katze ist häufig schon auf den ersten Blick erkennbar. Sie stellt sich meist als intensiv roter Saum entlang der Zahnkronen dar. Häufig bringt sie auch unangenehmen Geruch aus dem Katzenmaul mit sich. Da Zahnfleischentzündungen auch für Katzen sehr schmerzhaft sein können, führen sie häufig zu Appetitverlust. Auch Schluckstörungen, einseitiges Kauen und vermehrtes Speicheln, sowie Fauchen beim Fressen fallen den Besitzern auf.

Ursache sind meist giftstoffbildende Bakterien in Zahnbelägen. Wenn sich schon Zahnstein gebildet hat, erleichtert dieser die Besiedelung mit Bakterien noch weiter. Sie greifen das Zahnfleisch an, so dass es sich zurückzieht und die Zahnhälse damit nach und nach frei gibt. Hierdurch können sich die Zähne aus ihrer Verankerung lösen und dann auch ausfallen. Grundsätzlich können aber auch kleinere Verletzungen, beispielsweise mit Katzengras oder anderen Fremdkörpern eine Zahnfleischentzündung auslösen.

Weiter können auch Schwächen in der Immunabwehr, ausgelöst durch Virusinfektionen mit dem Calicivirus, Herpes, Katzenleukose oder FIV zu Zahnfleischentzündungen beitragen. Katzen, die Zahnfleischentzündungen, unangenehmen Geruch aus dem Maul oder Zahnbeläge aufweisen, sollten daher unbedingt beim Tierarzt vorgestellt werden. Therapeutisch kommen je nach Auslöser Schmerzmittel, Entzündungshemmer, Antibiotika, Virostatika und Immunmodulatoren zum Einsatz. Gegebenenfalls kann auch eine Behandlung mit Kortison sinnvoll sein. Gerade bei länger andauernder Gingivitis steht vor allem die Abklärung der Auslöser, wie der oben erwähnten Viruserkrankungen, im Vordergrund.

Dabei hat auch die Erkennung hoch schmerzhafter Läsionen mittels Dentalröntgen einen hohen Stellenwert. Bei Zahnsanierungen können dann Fremdkörper und Beläge oft frühzeitig entfernt werden, bevor sie weiteren Schaden am Zahnhalteapparat nach sich ziehen. Sind einzelne Zähne bereits defekt, ist es wichtig, diese zeitnah zu entfernen. So können Schmerzen gelindert und die Ausbreitung von Entzündungsherden vermieden werden.

Zur Vorbeugung sind weiter eine gesunde Ernährung und auch eine regelmäßige Zahnreinigung wichtig. Viele Katzen lassen sich die Zähne mit entsprechenden Bürsten und Cremes durch den Besitzer reinigen. Wo dies nicht der Fall ist, sollten zumindest Zahnpflege-Sticks regelmäßig zum Einsatz kommen. Diese sind beim Tierarzt oder im Fachhandel erhältlich.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-898.atom Biber-Begegnung – Schmerzhafter Badespass - 2022-04-21T15:57:00+02:00 2022-09-05T17:22:17+02:00 Am Pfingstmontag wurde die Tierrettung München von einem besorgten Mitglied angerufen. Sie war gerade mit ihrer Hündin Bonni an der Isar spazieren. Zur Abkühlung sprang sie wie so oft in das kühle Nass, als sie plötzlich aufschrie. An Land zeigten sich zwei Bissverletzungen am Oberschenkel, vermutlich durch einen Biber

Sie war vor einiger Zeit schon einmal von einem Biber gebissen worden. Dieses Mal in die Lippe, was genäht werden musste. Wir trafen uns mit der Besitzerin am Biergarten Hirschau im Englischen Garten. Im Auto wurde Bonni zunächst allgemein untersucht. Ihr Kreislauf war glücklicherweise stabil. Die Verletzungen am Oberschenkel und am Rücken wurden sorgfältig ausrasiert und genauer betrachtet. Die beiden Verletzungen am Rücken waren nicht tief, und die Haut war noch intakt. Die beiden Wunden am Oberschenkel sahen dagegen sehr schmerzhaft aus. Deshalb erhielt Bonni für die weitere Untersuchung ein starkes Schmerzmittel. Bei beiden Wunden am Oberschenkel war die Haut komplett durchtrennt. Die darunterliegende Muskulatur erschien unbeschädigt.

Zunächst bestand die Überlegung, die Wunden vor Ort zu nähen und zu versorgen. Leider stellte sich bei einer genaueren Untersuchung heraus, dass die beiden Wunden, die ca. 10 cm auseinander lagen, verbunden waren. Hier stößt die Tierrettung München mit ihrer mobilen Einheit leider an ihre Grenzen, da hier sehr wahrscheinlich eine Drainage gelegt werden musste. Diese dient dem Wundabfluss, damit sich keine Tasche unter der Haut bildet, in der eine Infektion entstehen könnte. Daher brachten wir die Mischlingshündin in die Chirurgische Kleintierklinik am Englischen Garten, wo sie weiter versorgt wurde.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-901.atom Rauchvergiftung bei drei Münchener Katzen - 2022-04-20T15:34:00+02:00 2022-09-05T15:46:40+02:00 Am Ostermontag wurde die Tierrettung München von der Münchener Feuerwehr alarmiert. Bei einem Wohnungsbrand im Süden der Stadt wurden drei Katzen gerettet, die dringend medizinische Versorgung benötigten.

Die Tierrettung München untersuchte alle drei Kater vor Ort. Einer der drei Kater wurde bereits bis zum Eintreffen mit Sauerstoff behandelt. Alle Drei wiesen jedoch eine erhöhte Atemfrequenz auf, weshalb sie sofort in die Sauerstoffboxen gesetzt wurden. Äußerliche Verbrennungen konnten glücklicherweise nicht festgestellt werden. Zwei der Kater hatten eine stark erhöhte Körpertemperatur und bekamen noch vor Ort einen venösen Zugang und Flüssigkeit zur Senkung der Körpertemperatur.

Trotz der Stabilisierungsmaßnahmen vor Ort erging der Rat an die Besitzer, die drei Kater zur weiteren Versorgung und zur besseren Einstufung des Schweregrades der Rauchvergiftung in die Tierklinik zu bringen. Leider verschlechterte sich der Zustand eines der Katzen kurz vor Abfahrt, weshalb er ein zusätzliches Medikament zur Bronchienerweiterung gespritzt bekam, um besser atmen zu können.

Wie für den Menschen können Rauchvergiftungen auch für Tiere tödlich enden. Es kommt zu einer Bindung des Kohlenstoffmonoxids statt des Sauerstoffs, was zu einer Sauerstoffunterversorgung und letztendlich zum Tod führen kann. Daher ist die wichtigste Therapie die Gabe von Sauerstoff.

Alle drei Katzen wurden in die Tierklinik gebracht und dort weiter versorgt. Wir wünschen ihnen gute Besserung!

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-882.atom Schlechtes Spielzeug: Angelhaken steckt in Zunge - 2022-03-31T11:57:17+02:00 2022-09-05T14:16:39+02:00 Mitte März wurde die Tierrettung München zu dem 6-Monate alten Kater „Speedy“ gerufen, da er im Werkzeugkoffer einen Angelhaken gefunden und diesen als sein neues Spielzeug auserkoren hatte.

Leider spießte sich der Angelhaken von unten nach oben durch seine Zunge durch und war von der Besitzerin alleine nicht mehr zu entfernen. Kater „Speedy“ wurde zunächst allgemein untersucht, musste aber für eine genauere Inspekti‐ on und Entfernung des Angelhakens se‐ diert werden. In Sedation konnte der An‐ gelhaken von unten nach oben durch das Loch geschoben und somit entfernt werden. Danach durfte der junge Kater wieder aufwachen. Er bekam noch eine Spritze mit Antibiose und ein Schmerz‐ mittel für später und konnte wieder zu seiner Besitzerin.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-881.atom Giftiger Dünger-Cocktail für Labrador Benni - 2022-03-31T11:49:01+02:00 2022-09-05T14:51:38+02:00 Am frühen Abend meldete sich ein besorgter Besitzer, dass sein betagter Labrador „Benni“ am Vortag NPK-Pflanzendünger (Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K) aus einer Blumenschale getrunken und sich daraufhin mehrmals erbrochen habe. Allgemein sei „Benni“ sehr apathisch und müde. Die Gassirunde hat er ausfallen lassen und zudem Futter und Wasser verweigert.

Beim Patienten angekommen, zeigte sich dieser freundlich, aber, wie schon vom Besitzer beschrieben, sehr apathisch und schwach. Nach einer kurzen Begrüßung wurde Benni zunächst allgemein untersucht. Dabei fielen seine zwar rosa gefärbten, jedoch pappigen Schleimhäute auf, was ein Anzeichen für einen unzureichenden Flüssigkeitshaushalt ist. Zu einer leicht erhöhten Körpertemperatur kam ein sehr angespannter und schmerzhafter Bauchraum. Um die Situation besser einschätzen zu können, wurde Benni zunächst Blut abgenommen und durch unser mobiles Analysegerät untersucht. Dabei zeigten sich zum Glück keine gravierenden Abweichungen von den Normwerten.

Um einen stationären Aufenthalt in einer Tierklinik zu vermeiden, wurde alles für eine Linderung von Benni’s Beschwerden getan.

Neben Infusionen bekam er ein Schmerzmittel und Medikamente gegen Übelkeit. Zur Freude seines Besitzers verbesserte sich sein Zustand in relativ kurzer Zeit nach Eingabe der Medikamente, sodass sich der tapfere Patient zu einer kleinen Leckerei überreden ließ. Für den nächsten Tag wurde ein Kontrolltermin beim Haustierarzt angeraten. Bis dahin bekam Benni Schonkost, schmerzlindernde Medikamente, sowie einen Magenschutz verordnet und wurde unter strenge Beobachtung gestellt. Alles in allem schien Benni glimpflich aus der Situation gekommen zu sein und wird in Zukunft hoffentlich keinen Dünger-Cocktail mehr probieren!

Allgemein wird ein NPK-Dünger als reizend für Schleimhäute in Maul, Magen und Darm beschrieben. Hundebesitzer sollten bei der Pflege ihres Gartens und der Zimmerpflanzen genauestens darauf achten, dass ihre Haustiere keine der verwendeten Substanzen aufnehmen. Gegebenenfalls müssen Spiel und Spaß auf der Rasenfläche vorerst ausfallen, oder es muss auf ungefährliche Alternativen zurückgegriffen werden. Bei Aufnahme solcher Substanzen sollte umgehend tierärztlicher Rat eingeholt werden. Kommt es zu Vergiftungssymptomen wie Erbrechen, Speicheln, Krämpfen oder Taumeln, ist umgehend ein Tierarzt aufzusuchen!

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-883.atom Quer durch München: Verletzte Katze auf Abwegen - 2022-03-20T12:04:00+01:00 2022-03-31T12:10:53+02:00 An einem Nachmittag Anfang März entdeckte eine Frau eine verletzte Katze an der Ingolstädter Straße auf der Höhe des Frankfurter Rings. Die grau getigerte Katze mit einem hellen Halsband hatte eine sichtbar blutende Wunde am Unterkiefer und flüchtete bei dem Versuch sie einzufangen in den Motorraum eines hellgrauen Dacias. Hierdurch war ein Herankommen an die Katze vorerst nicht möglich.

Am nächsten Tag wurde die Katze früh morgens an der Birnauer Straße in der Nähe des Olympiaparks gesehen. Dem Team der Tierrettung München gelang es nach ca. 45 Minuten, das Tier einzufangen und konnte es erstversorgen. Anschließend wurde die Katze in die chirurgische Kleintierklinik der LMU gebracht und dort weiterbehandelt.

Wie sich durch Gespräche später herausstellte, war der Besitzer des grauen Dacias nach seiner Arbeit in der Ingolstädter Straße mit seinem Auto ins Westend gefahren und parkte in der Birnauer Straße. Dort öffnete er die Motorhaube, da er einen Geruch bemerkte. Hier sei dann die Katze aus dem Motorraum gesprungen und weggelaufen. Da hatte die Katze Glück im Unglück, dass sie gefunden und versorgt werden konnte. Da das Tier leider nicht gechipt ist, wird sich die Suche nach dem Besitzer allerdings schwierig gestalten.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-884.atom Glück im Unglück - Malheur beim Knochenkauen - 2022-02-14T12:12:00+01:00 2022-05-17T12:35:36+02:00 Im Februar wurde die Tierrettung München von den Besitzerinnen des „Hundeparadies München“ gerufen, da sich ihre Hündin „Sky“ mit dem Unterkiefer in einem ausgehöhlten Markknochen verfangen hat.

Da den beiden hundeerfahrenen Besitzerinnen die Gefahr eines Markknochens bekannt war, achteten sie darauf, dass der ausgehöhlte Teil entweder klein oder groß genug ist, dass sich der Hund darin nicht mit den Eckzähnen verfangen kann. Leider hat es ihre Hündin Sky trotz allem geschafft, ihren Unterkiefer in das kleine Loch zu stecken und sich zu verfangen. Die Besitzerinnen versuchten der Hündin zu helfen, hatten aber alleine keine Chance und riefen deshalb die Tierrettung München.

Vor Ort untersuchten wir die ängstliche Hündin Sky kurz und beschlossen dann sie zu sedieren, um den Markknochen zu entfernen. Zunächst gingen alle Beteiligten davon aus, dass der Knochen aufgesägt werden muss. Als Sky jedoch friedlich schlief, ließ sich der Knochen mit ein bisschen Gewackel auch ohne Säge entfernen, und alle waren erleichtert.

Der Rat der Tierrettung München an alle Hundebesitzer

Bitte überlegen Sie sich genau, ob Sie Ihrem Liebling überhaupt Knochen füttern müssen. Wenn Sie nicht darauf verzichten möchten, achten Sie bitte unbedingt auf die richtige Größe der Markknochen, damit Ihrem Liebling nicht dasselbe Schicksal ereilt wie Sky. Sky hatte noch einmal Glück im Unglück und durfte ihren Rausch ausschlafen und von dem Knochen träumen.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-887.atom In Lampe verfangen – Beagle „Amanda“ im Dilemma - 2022-02-04T12:52:00+01:00 2022-05-17T13:08:15+02:00 Ende Januar wurde die Tierrettung München zu einem ca. 1,5 Jahre alten Beagle-Mädchen gerufen, deren Unterkiefer in einem Lampenschirm gefangen war. Die Besitzerin berichtete, dass sich Amanda an den Umzugskartons zu schaffen gemacht und einen Lampenschirm als ihr neues Spielzeug auserkoren hat.

Leider hatte sie sich mit ihren Unterkieferfangzähnen so in dem kleinen Loch verfangen, dass sie sich selbst und auch nicht mit Hilfe ihrer Besitzerin davon befreien konnte. Vor Ort untersuchten wir Amanda und konnten glücklicherweise feststellen, dass ihr Kreislauf stabil war. Ihren Unterkiefer hatte sie sich in dem kleinen Loch des Lampenschirms eingeklemmt. Da sie bei Manipulation Abwehrbewegungen zeigte, mussten wir sie sedieren, um den Unterkiefer von dem Lampenschirm zu befreien. Mit vorsichtigen Bewegungen konnte der Lampenschirm Stück für Stück von dem Unterkiefer entfernt werden. Amanda hatte Glück im Unglück, denn der Lampenschirm hat keine großen Verletzungen verursacht. Amanda konnte – noch etwas torkelnd, aber befreit – mit ihrer Besitzerin wieder nach Hause gehen. Der nächste Schabernack lässt hoffentlich noch ein bisschen auf sich warten.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-886.atom Haschisch – eine Gefahr für Tiere – Hilfe, ist der Hund etwa high? - 2022-01-07T12:36:00+01:00 2022-05-17T12:48:53+02:00 Im Oktober bekam die Tierrettung München einen verwirrenden Anruf einer Besitzerin. Sie beschrieb am Telefon, dass ihr fünf Monate alter Labradorwelpe komische Sachen mit den Pfoten macht, den Kopf in den Nacken wirft und Urin verliert. Diese Symptome würde er seit zwei Stunden zeigen, nachdem sie ihn von Bekannten abgeholt hatte, die auf den kleinen Welpen aufgepasst hatten.

Wir fuhren direkt los und rätselten auf den Weg, was uns nun erwarten würde. In der Wohnung angekommen, begrüßte uns ein schwankender, freundlicher Welpe mit tapsigen, unkoordinierten Schritten. Er fiel außerdem immer wieder auf den Popo, verlor Urin und verfehlte beim Begrüßen meine Hand um mehrere Zentimeter. Im Allgemeinen wirkte der Hund aufgedreht und verwirrt.

Nach einer kurzen Untersuchung fiel mir eine Diagnose ein, die passen könnte. Diese war allerdings etwas schwierig für die Besitzerin, denn mein Verdacht war eine THC-Intoxikation.

Deshalb fragte ich die Besitzerin dann direkt, ob ihr Hund Zugang zu Drogen gehabt haben könnte. Sie verneinte das, allerdings sei der Hund bei Freunden gewesen, die nach einem kurzen Anruf bestätigten, dass sich der gefräßige Labradorwelpe etwas Haschisch vom Tisch geklaut hatte.

Der kleine „Ballo“ bekam von uns eine Infusion und wurde in die nächstgelegene Tierklinik gebracht. Dort durfte er unter Beobachtung seinen Rausch ausschlafen und konnte die Tierklinik glücklicherweise schon am nächsten Tag wieder verlassen.

 

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-879.atom Hat der Kater wirklich an der Lilie geknabbert? - 2021-12-23T16:32:48+01:00 2021-12-23T16:38:00+01:00 Anfang Dezember wurde die Tierrettung München von einer besorgten Tierbesitzerin angerufen, weil ihr Britisch-Kurzhaar-Kater schon die ganze Nacht erbrochen hatte und auch wieder weißlichen Schaum erbrach und zunehmend ruhiger wurde.

Die Besitzerin berichtete, dass der Kater den am Vortag von einer Freundin geschenkten Blumenstrauß sehr interessant fand und auch etwas daran geknabbert hat. Vor Ort mussten wir leider feststellen, dass eine Blume in dem Gesteck vermutlich eine Lilie war. Lilien sind hochgradig giftig für Katzen, und schon kleinste Mengen (Größe eines kleinen Fingernagels) können zu einem akuten Nierenversagen führen.

In diesem Fall war nicht ganz klar, ob der Kater wirklich an der Lilie oder nur an dem restlichen Gesteck geknabbert hat. Daher rieten wir der Besitzerin zur Anfertigung eines Notfalllabors, um die Nierenwerte zu kontrollieren. Die Nierenwerte waren glücklicherweise im Normalbereich. Daher bekam der Kater von uns eine Infusion, ein Mittel gegen Übelkeit und ein Schmerzmittel.