aktion tier - Tierrettung München e.V. / 2021-12-23T17:26:45+01:00 https://www.tierrettungmuenchen.de/news-879.atom Hat der Kater wirklich an der Lilie geknabbert? - 2021-12-23T16:32:48+01:00 2021-12-23T16:38:00+01:00 Anfang Dezember wurde die Tierrettung München von einer besorgten Tierbesitzerin angerufen, weil ihr Britisch-Kurzhaar-Kater schon die ganze Nacht erbrochen hatte und auch wieder weißlichen Schaum erbrach und zunehmend ruhiger wurde.

Die Besitzerin berichtete, dass der Kater den am Vortag von einer Freundin geschenkten Blumenstrauß sehr interessant fand und auch etwas daran geknabbert hat. Vor Ort mussten wir leider feststellen, dass eine Blume in dem Gesteck vermutlich eine Lilie war. Lilien sind hochgradig giftig für Katzen, und schon kleinste Mengen (Größe eines kleinen Fingernagels) können zu einem akuten Nierenversagen führen.

In diesem Fall war nicht ganz klar, ob der Kater wirklich an der Lilie oder nur an dem restlichen Gesteck geknabbert hat. Daher rieten wir der Besitzerin zur Anfertigung eines Notfalllabors, um die Nierenwerte zu kontrollieren. Die Nierenwerte waren glücklicherweise im Normalbereich. Daher bekam der Kater von uns eine Infusion, ein Mittel gegen Übelkeit und ein Schmerzmittel. 

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-878.atom Sicherheit geht vor – Tipps für den Wasserspaß mit Hund - 2021-12-15T13:52:15+01:00 2021-12-15T14:12:11+01:00 Von Geburt an können eigentlich alle Hunde schwimmen. Der eine Hund mag begabter sein als der andere, und auch die Rasse und der Typ des Hundes spielt beim Schwimmtalent eine Rolle. So sind die meisten Labradore oder Retriever regelrechte Wasserratten.

Vor allem im Sommer ist das Bad im kühlen Nass für Hunde ein großes Vergnügen und eine willkommene Erfrischung, so wie der vorangegangene Bericht von Jutta Amman über den Badetag im Dantebad mit Schäferhündin Kessy gezeigt hat. Einige Hunde aber sind nicht unbedingt Fans des Wasserbads. Wer seinem Hund das kühle Nass schmackhaft machen möchte, sollte dem Hund ausreichend Zeit geben, zum Beispiel am See erst einmal das Ufer zu erkunden.

Wenn Sie Spielzeug als Lockmittel einsetzen und etwa einen Ball in der Nähe des Ufers ins Wasser werfen, wird er Hund vermutlich recht schnell seinen Pfoten ins Wasser stellen, um das Objekt der Begierde zu erreichen. Drängen Sie den Hund nicht, das würde ihn nur verunsichern. Zwingen dürfen Sie Ihren Hund in keinem Fall.

Bitte lassen Sie Ihren Hund nie unbeaufsichtigt im Wasser.

Bitte halten Sie sich mit Ihrem Hund von stehenden, übelriechenden Gewässern fern. Verunreinigtes Wasser kann zu bakteriellen Entzündungen führen, und wenn das Wasser von Blaualgen befallen ist, besteht Lebensgefahr. Ist der Schwimmausflug beendet, so trocknen Sie Ihren Hund mit einem Handtuch gut ab. Und wenn es draußen schon sehr kalt ist, sollte auf ein Wasserbad besser verzichtet werden. Bitte halten Sie sich an die Badeverbotsschilder an Ufern – hier brüten vielleicht gerade Vögel, die nicht gestört werden sollen.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-877.atom Traditionelle Viecherlmesse – Ein Segen für alle - 2021-12-15T13:37:53+01:00 2021-12-15T13:50:45+01:00 Wieder strömten Vier- und Zweibeiner zur Kirche St. Maximilian im Glockenbachviertel, wo zum 10. Mal die traditionelle Viecherlmesse vom Pfarrer Rainer Maria Schießler stattfand.

Es war ein herrlicher sonniger Herbsttag, der 31. Oktober, an dem in diesem Jahr die beliebte Tiermesse stattfand. Nicht am 1. Sonntag im Juli, wie sonst immer, wurde nun die Asbestsanierte Kirche mit diesem Gottesdienst unter strengen 3-G-Maßnahmen wiedereröffnet. Doch das hielt die vielen hundert Menschen mit ihren Tieren nicht ab, am Sonntag um 10.30 Uhr herzukommen, um ihre Tiere segnen zu lassen, ihnen zu danken für ihre Liebe.

Es waren unzählige Hunde – von Möpsen, Mischlingen bis zum Golden Retriever – ein paar Stofftiere und eine Schildkröte dabei, und wie immer war es erstaunlich, wie ruhig es in diesem Gottesdienst war, nur vereinzelt war mal ein „Beller“ zu hören. Besonders ruhig war es jedoch als Pfarrer Rainer Maria Schießler segnend sehr reichlich mit dem (Weih)Wasser umhersprenkelte....

Dieser Gottesdienst fand nun zum 10. Mal statt und ist aus einer Frage in der Kinderkirche einmal entstanden, ob man den Hund mitbringen dürfe... Ja, warum eigentlich nicht! Tiere gehören in unser Leben, sind ein Teil der Familie. Und so entstand diese Messe, in der alles gesegnet wird, was da ist, auch ein geliebtes Stofftier, ein bunter Plastikpapagei und die Schildkröte. Diese Fröhlichkeit (mit Tiefgang) prägt diesen so ganz besonderen Gottesdienst, in dem sich auch immer unterschiedliche Tierschutzorganisationen vorstellen können: In diesem Jahr lag der Schwerpunkt bei den Stadttauben. Auch der Sanka „Finett“ der Tierrettung München stand wieder vor dem Hautportal und war Anziehungspunkt für viele Fragen und Treffpunkt vieler Mitglieder.

Zum Thema „Tauben – Lebewesen mitten unter uns“ hielt Lydia Schübel vom Tierschutzverein München eine interessante Rede und beantwortete in Form eines Interviews alle Fragen des Pfarrers. Er bedauerte dabei sehr, dass der Kirchendachstuhl aus statischen Gründen nicht für die Tauben geöffnet werden kann. Die Stadt München engagiert sich auch in diesem Thema, hat eine Auskunftsstelle eingerichtet und bereits einige Taubenhäuser und Taubenschläge gebaut, wo man gezielt die Tauben konzentriert. Auch die Vereine aktion tier und Tierrettung München setzen sich für ein friedliches Miteinander ein und „retten“ natürlich auch Tauben.

 

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-876.atom Mode nach Maß? – Designerhunde - 2021-12-15T12:54:03+01:00 2021-12-15T13:02:56+01:00 Hunde gehören nach wie vor zu den beliebtesten Haustieren in Deutschland. In den deutschen Haushalten leben ca. fünf Millionen Hunde. In der jüngsten Vergangenheit entwickelte sich ein neuer Trend unter den Hundeliebhabern: Designerhunde. Sie entstehen aus gezielten Kreuzungen verschiedener Rassehunde. So werden Beagle mit Mops gekreuzt oder Labrador mit Pudel. Mit neuen „Rassenamen“ wie Puggle (aus dem engl. „pug“ für Mops und Beagle) oder „Labradoodle“ (die Mischung aus Labrador und Pudel, engl. poodle) verkaufen sich diese Hunde offenbar gut. Für ca. 1200 EUR und mehr gehen diese „Hybridhunde“ über den Ladentisch der Züchter.

Die scheinbar außergewöhnliche Mischung aus einem Mops und einem Beagle soll die jeweiligen guten Eigenschaften beider Rassehunde vereinen. Zum Beispiel die Sanftmütigkeit eines Mopses mit der fidelen Art eines Beagles. Das Ergebnis: der Designerhund Puggle, der aussieht wie ein schlanker Mops ohne Falten. Neben dem Puggle gibt es weitere sogenannte Designerhunde, wie den Schnoodle (Schnauzer/ Pudel), den Moodle (Pudel/Malteser), kleine Chiweenies (Chihuahua/Dackel), den Cockerpoo, aus Cockerspaniel und Pudel, und viele mehr.

Diese Hunde sind eine Besonderheit, denn nur wenn sich Rassehunde paaren, lassen sich die erwünschten Eigenschaften erzielen. Bekommen allerdings zwei Puggle Hunde Welpen, ist das Ergebnis ungewiss. Aus diesem Grund bleibt ein sogenannter Designerdog auch immer ein Hybrid, denn mit den Nachkommen wird nicht weiter gezüchtet, sondern nur mit der erneuten und gezielten Verpaarung zweier unterschiedlicher Rassen. Das gezielte Verpaaren daran unterscheidet sie von normalen Mischlingen, die aus zufälligen Verpaarungen hervorgehen und damit als „Bastarde“ gelten

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-875.atom Tipps der Tierrettung München – Zur Haltung von Meerschweinchen und Kaninchen - 2021-12-15T12:28:15+01:00 2021-12-15T13:01:10+01:00 In Deutschland lebten auf Grundlage von Erhebungen des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe Deutschland e.V. (ZZF) im Jahr 2020 rund 15,7 Millionen Katzen und 10,7 Millionen Hunde in deutschen Haushalten. Die kleinen Heimtiere wie z.B. Kaninchen und Meerschweinchen sind mit 5 Millionen Tieren vertreten. Gerade diese Tierarten kommen sehr oft in Haushalte mit Kindern, da sie den Vorstellungen entsprechend leicht händelbar sind, in einem bestimmten, beschränkten Bereich leben können und auch über mehrere Stunden alleine gehalten werden können. Zudem soll oft erstes Verantwortungsbewusstsein durch den Umgang mit den Tieren gelernt werden.

Doch ein Meerschweinchen ist kein Tamagotchi oder Furby, um das man sich mal kümmert und dann, wenn die Anfangseuphorie abgeklungen ist oder die Kinder älter werden, einfach in der Ecke abgestellt wird und dann neuen Interessen weichen muss. Häufig führt Unwissenheit oder falsche Beratung zu Fehlern in der Haltung und dem Umgang mit den Tieren, sodass sich dauerhafte Problematiken entwickeln können. Nicht selten sehen wir daher bei der Tierrettung München Heimtiere, die nicht ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten werden. Daher soll im folgenden Artikel genau darauf eingegangen werden, was unsere Meerschweinchen und Kaninchen benötigen, um eine kleine Aufklärung und einen Denkanstoß zu geben, ob man selbst die dauerhafte Verantwortung für diese Tierarten übernehmen kann.

Gruppenhaltung von Kleinsäugern empfohlen

Meerschweinchen und Kaninchen alleine zu halten, unabhängig davon wieviel Zuneigung und Aufmerksamkeit der Mensch ihnen geben kann, ist grundsätzlich abzulehnen und mittlerweile in der Schweiz beispielsweise per Gesetz verboten. Einzelhaltung wird generell als Tierquälerei angesehen, da die Kleinsäuger tierische Gesellschaft benötigen. Dabei sollte immer die Haltung derselben Gattung bevorzugt werden. Auch wenn Kaninchen und Meerschweinchen beide zu den kleinen Heimtieren gehören, kommunizieren sie anders untereinander. So interagieren Meerschweinchen neben der Körpersprache über Vokalisation miteinander. Durch Quieken können sie Alarm schlagen, wenn es etwas zu fressen gibt, es aber auch als Warnlaut nutzen, wenn Gefahr besteht oder als Orientierungsruf bzw. Verlassenslaut, um herauszufinden, wo sich die Artgenossen befinden. Kaninchen nutzen im Alltag keine Vokalisation, sondern hauptsächlich ihre Körpersprache und für Menschen nicht wahrnehmbare Duftstoffe. Durch die unterschiedlichen Kommunikationswege können Kaninchen und Meerschweinchen sich daher schlecht verständigen.

Gehege-Gestaltung

Ein zu großes Gehege gibt es für Meerschweinchen und Kaninchen nicht! Die handelsüblichen Käfige sind alle zu klein, gerade wenn man die Bewegungsfreiheiten der Tiere mit Häuschen und zusätzlichen Beschäftigungsmöglichkeiten bedenkt. Die Tiere sollten in der Lage sein, sich bei Unstimmigkeiten aus dem Weg zu gehen, und jedem sollte eine Unterschlupfmöglichkeit zur Verfügung stehen. Je nach Gruppengröße sind auch mehrere Heuraufen oder Trinkflaschen bereit zu stellen, damit auch das unterste Tier in der Rangordnung die Möglichkeit hat, genug zu fressen.

Ihren Bedürfnissen entsprechend sollten die Kleinsäuger sich ausstrecken und aufrichten können, ohne sich dabei einschränken zu müssen. Zusätzlich sollten beide Tierarten täglichen Auslauf bekommen.

Beachtet werden sollte jedoch, dass innerhalb einer Wohnung vorher Elektrogeräte und Kabel unzugänglich gemacht werden. Kaninchen können bis zu 70 cm hochspringen. Daher sollte beim Freilauf darauf geachtet werden, dass ihre Umgebung sicher ist und sie nicht von einer Brüstung hüpfen können.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-874.atom Menschen erstmalig in Deutschland infiziert – Seoul-Virus durch Hausratte übertragen - 2021-12-15T12:21:08+01:00 2021-12-15T12:27:26+01:00 Mitten im zweiten Lockdown hat die Berliner Charité in Zusammenarbeit mit dem FriedrichLöffler-Institut (FLI) erstmalig die Infektion mit dem sogenannten Seoul-Virus bei einer jungen Frau in Deutschland nachgewiesen.

Die junge Frau aus Niedersachsen hatte sich eine Hausratte erst zwei bis drei Wochen vor ihrer Infektion gekauft und sich innerhalb dieser Zeit über Ausscheidungen der Ratte mit dem hochvirulenten Virus infiziert. In Folge dessen musste sie auf Grund von akutem Nierenversagen mehrere Tage intensivmedizinisch betreut werden. Die Tatsache, dass sich die Frau bei ihrer Hausratte infiziert hatte, ist darauf zurückzuführen, dass Forscher im Rahmen von molekulargenetischen Untersuchungen herausfanden, dass beide Virussequenzen identisch sind. Dies gilt als Beweis für eine sogenannte autochthone – also in Deutschland erworbene – Infektion mit dem SeoulVirus. (Als autochthone, einheimische oder indigene Art bezeichnet man in der Biologie Lebewesen, die im aktuellen Verbreitungsgebiet entstanden sind oder dort ohne menschlichen Einfluss im Zuge von natürlichen Arealerweiterungen eingewandert sind.

Hanta-Viren (zu deren Familie auch das Seoul-Virus gehört) spielten in Deutschland bisher nur bei Mäusen eine Rolle; sind aber seit 2001 meldepflichtig, da man einen vermehrten Anstieg an Infektionen beim Menschen beobachtet. Etwaige Symptome wie Fieber, Blutdruckabfall und akutes Nierenversagen können auf Hanta-Viren zurückgeführt werden.

Das Friedrich-Löffler-Institut und die Berliner Charité geben an, dass durch den Verkauf einer Heimratte das Virus praktisch überallhin exportiert werden kann. Daher empfehlen beide Institutionen Vorsicht bei der Rattenhaltung und natürlich auch beim Kauf. Setzen Sie sich vorher kritisch damit auseinander, informieren Sie sich über den Bestand aus dem die Hausratte kommt, achten Sie auf Hygiene und vor allem: Bleiben Sie gesund!

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-873.atom Stadttauben – Echte Intensivpatienten - 2021-12-15T12:05:25+01:00 2021-12-15T12:17:13+01:00 Tauben gehören mit zu unseren häufigsten Wildtierpatienten. Da wir selber keine Station haben, werden sie von uns wie alle kranken oder verletzten Wildvögel nach der Erstbehandlung noch am selben oder am nächsten Tag in die Vogelklinik nach Oberschleißheim gebracht. Bei den meisten Patienten kennen wir den weiteren Verlauf und den Ausgang nicht, da wir nicht die Kapazitäten dafür haben, uns nachträglich zu informieren.

In seltenen Fällen versuchen wir jedoch je nach Einsatzlage, die Zeit zu finden, uns telefonisch nach den Patienten zu erkundigen. Schön ist es dann, wenn wir trotz fraglicher Prognose von einem positiven Ausgang hören, wie bei zwei besonders stark verletzten Tauben, die kurz nacheinander im September nach telefonischer Rücksprache bei uns abgegeben wurden.

Eine Finderin, die selber Tierarzthelferin ist, hatte uns eine Taube mit diversen durch einen Habicht verursachte großflächigen Verletzungen an Bauch und Rücken zu uns gebracht. Wir haben die Wunden versorgt und dem Vogel ein Schmerzmittel und ein Antibiotikum gespritzt und ihn mit einer Infusion versorgt. Die Patientin hatte sich von dem Schock erholt und sogar gefressen, so dass wir sie am nächsten Morgen im stabilen Zustand in die Vogelklinik bringen konnten. Als wir dort eine Woche später anriefen, erfuhren wir von den engagierten Kollegen, dass die Intensivpatientin in den ersten Tagen zweimal operiert werden musste, die Wunden täglich gesalbt wurden und sie sich unter Antibiotikum und Schmerzmitteln in einem stabilen Zustand befand.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-872.atom Kanarienvogel gefunden – Herzlos ausgesetzt - 2021-12-15T11:17:32+01:00 2021-12-15T12:18:08+01:00 Im Juni erreichte uns am frühen Morgen ein Anruf einer besorgten Dame. Am Abend zuvor hatte die Anruferin vor dem Eingang zu ihrem Wohnblock zwischen Fahrrädern eine Schuhschachtel auf dem Boden entdeckt, in der sich etwas zu bewegen schien.

Als sie vorsichtig den Deckel hochhob, sah sie einen gelben Kanarienvogel und Blut an der Innenwand des Kartons und am Bauch des Findlings. Sie versorgte den Kleinen mit Futter und Wasser und hoffte am Morgen, dass wir dem Vogel helfen könnten. Zum Glück konnte sie ihn direkt nach dem Anruf zu uns bringen.

Der kleine Vogel befand sich in einem schlechten Pflege- und Ernährungszustand. Bei der Untersuchung stellten wir fest, dass am linken Beinchen des Patienten der Ring eingewachsen war und die Gliedmaße an der Stelle so stark abgeschnürt war, dass die Durchblutung vollständig unterbrochen wurde. Die Zehen waren schwarz, trocken und gefühllos. Über dem Ring war die Haut verletzt und blutete, was zu den Flecken am Bauch geführt hatte. Zusätzlich war der Knochen an der Stelle gebrochen.

Der kleine Patient bekam von uns Antibiotikum und Schmerzmittel gespritzt. Außerdem wurde er mit einer Infusion versorgt. Danach brachten wir den Kanarienvogel in die Vogelklinik, wo er operiert werden konnte. In so einem Fall muss amputiert werden. Kanarienvögel kommen mit einem Bein jedoch gut zurecht. Leider hat es der Kanarienvogel aber nicht geschafft und ist nach der Operation gestorben.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-871.atom Vorsicht Vergiftungsgefahr – Haschischkekse gefressen - 2021-12-14T19:02:35+01:00 2021-12-15T11:12:58+01:00 Es war spät am Abend im Dienst, und das Telefon klingelte. Eine Frau stellte sich zögerlich und leise vor, kam dann aber zur Sache: „Unser Hund hat Haschischkekse gefressen“. Ich brauchte paar Sekunden, um zu überlegen ob ich tatsächlich das Wort „Haschisch“ gehört habe. Und welcher Wirkstoff ist es nochmal? Immerhin, es gehört nicht zu den üblichen Verdächtigen unter den Giftstoffen bei Haustieren. Haschisch ist das Harz der Cannabisblüten mit den psychoaktiven Stoff THC (delta-9-Tetrahydrocannabinol). Ähnlich ist das bekannte Marihuana, die getrockneten Blüten und Blätter der Hanfpflanze.

Menschen konsumieren Hanf hauptsächlich wegen seiner berauschenden Wirkung. Es gibt Krankheiten, die mit Hanf gut behandelt werden können, wobei die medizinische Verwendung strengen Regeln unterliegt.

Ich stellte die bei Verdacht auf Vergiftungen üblichen Fragen. Wurde die Aufnahme beobachtet oder wird nur vermutet? Wann hat der Hund die Kekse gefressen? Sind die „kommerziell“ erhältlich oder hausgemacht? Diese Frage zielt auf die aufgenommene Menge von THC. Und nicht zuletzt, welche Symptome zeigt der Hund? Nach einem kurzen Seufzer höre ich die Frau jemanden fragen: Marie, waren die Kekse hausgemacht? „Ja“ höre ich im Hintergrund schon bevor die Frau mir die Antwort am Telefon übermittelt

„Wissen Sie, meine Tochter hat mit den Freunden…“. Und dann ist das Licht auch bei mir aufgegangen. Es war der letzte Schultag heute!

Zurück zu unserem kleinen Vierbeiner. Da wir nicht evaluieren konnten, wann und wie viel von der Substanz aufgenommen wurde und der Hund bereits Symptome zeigte, riet ich dazu, schnellstmöglich in die nächste Klinik zu fahren. Für ein forciertes Erbrechen war es vermutlich schon zu spät, und eine Infusionstherapie wäre nötig, um die Giftstoffe schneller aus dem Körper zu schleusen. Ein Antidot steht in diesem Fall nicht zur Verfügung. Ich habe der Frau erklärt, dass mich die Umstände wie es zu der Vergiftung kam, nicht interessieren. Das Wohlergehen des Hundes läge mir aber sehr am Herzen, deshalb solle sie bitte mit dem Hund schnellstmöglich in die Klinik. Die Zeit ist ein entscheidender Faktor! Alles andere kann warten.

Im Fall einer vermuteten Vergiftung ist die erste und wichtigste Aufgabe: Ruhig bleiben!

Wurde die Giftaufnahme beobachtet? Ist der Giftstoff bekannt? Wenn diese Fragen mit „Ja“ beantwortet werden können, stehen diverse Giftnotrufzentralen, wie zum Beispiel der Notruf-Service der toxikologischen Abteilung der Klinik der TU-München unter Tel. 089 19240 zur Verfügung. Sie helfen mit wertvollen ersten Informationen bei möglichen Symptomen und Wirkungen, können aber auch Entwarnung geben.

Zeigt das Tier bereits Symptome, oder die Umstände sind unklar, ist es besser, gleich einen Tierarzt zu kontaktieren. Die Tierrettung München steht mit Rat und Tat auf der Seite der Tierbesitzer, um die bestmögliche Versorgung des Tieres zu gewährleisten.

Unser Tipp: Aktivkohle

Typische Symptome bei dem Verdacht auf eine HaschischVergiftung bei Hunden und Katzen sind Niedergeschlagenheit, Desorientiertheit, Erbrechen bis hin zu Ohnmacht, oder sie reagieren im Gegenteil mit Aggression, Überdrehtheit und gesteigertem Appetit.

Aktivkohle bindet die meisten Toxine und wird deshalb nach der Magenentleerung bzw. wenn das Toxin bereits im Dünndarm ist, appliziert. Die Kohletabletten oder Pulver mit Wasser zu einer dickflüssigen Paste auflösen und oral verabreichen in einer Dosierung von 4 g/kg Körpergewicht. Und nicht zuletzt: Machen Sie sich keine Vorwürfe! Trotz größter Sorgfalt passieren manchmal Dinge. Wichtig ist es, einen kühlen Kopf zu bewahren und schnell zu handeln.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-846.atom Impfen schützt – Infektionskrankheit Leptospirose - 2021-12-03T15:40:00+01:00 2021-12-15T13:35:57+01:00 Die „Leptospirose des Hundes“ ist eine saisonal auftretende Infektionserkrankung, verursacht durch Bakterien. Leptospiren kommen in unterschiedlichen sogenannten Serovaren (Variationen innerhalb von Subspezies von Bakterien oder Viren) vor – nicht alle führen zu einer Erkrankung. Ebenso gibt es Tiere, die nur als Überträger eine Rolle spielen, selbst jedoch keine Krankheitssymptome entwickeln. Im schlimmsten Fall jedoch kann eine Infektion mit Leptospiren tödlich enden, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und intensiv therapiert wird.

Der Erreger siedelt sich in verschiedenen Organen an. Bei schweren Verläufen fallen vor allem Symptome einer Leber-, Nieren- und Lungenerkrankung auf, als auch Störungen der Blutgerinnung. Erste unspezifische Anzeichen variieren stark und sind unter anderem Mattigkeit, Fieber, Erbrechen, Durchfall, Gelbfärbung der Schleimhaut, vermehrtes Trinken und häufiger Harnabsatz. Keines dieser Symptome ist so spezifisch, als dass es für eine Leptospirose beweisend ist. Nur durch einen Erregernachweis im Rahmen einer ausführlichen Diagnostik kann die Diagnose einer Leptospirose gesichert werden.

Die gute Nachricht

Es gibt inzwischen moderne Impfstoffe, die Hunde gegen die vier häufigsten pathogenen Leptospiren-Arten schützen. Nach einer Grundimmunisierung genügt die jährliche Auffrischungsimpfung.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-870.atom Verdacht auf Laktationseklampsie bei Hündin Leyla Sabrina Schneider 2021-12-01T19:06:39+01:00 2021-12-15T11:08:11+01:00 Ende November wurde die Tierrettung München von einer aufgelösten Besitzerin angerufen, da es ihrer Hündin „Leyla“ seit einer halben Stunde akut schlecht ging. Die Besitzerin beschreibt starkes Hecheln, Unruhe und Zittern.

Vor 5 Wochen hat die Spitz-Hündin vier zuckersüße Welpen zur Welt gebracht. Diese Information, zusammen mit den beschriebenen Symptomen, ließen den Verdacht aufkommen, dass die Hündin unter einer Laktationseklampsie (= laktationsbedingter erniedrigter Kalzium-Spiegel) leidet.

Vor Ort untersuchten wir Leyla und es stellte sich heraus, dass sie starkes Fieber und Muskelzuckungen hat. Daher rieten wir zur Erstellung eines Notfalllabors, um den Kalzium-Spiegel im Blut zu kontrollieren. Bei laktierenden Hündinnen, welche das Kalzium an die Milch abgeben, kann der Kalzium-Spiegel so weit sinken, dass es zu Problemen bei dem Muttertier kommen kann. Meistens zeigen die betroffenen Tiere starke Unruhe, Muskelzuckungen bis hin zu Krämpfen.

Auch bei „Leyla“ war der Kalzium-Spiegel stark erniedrigt, was die Verdachtsdiagnose Laktationseklampsie bestärkte. „Leyla“ und ihre vier Welpen wurden daraufhin von uns in die Tierklinik gefahren. Zur Stabilisierung erhielt die Hündin eine Infusion und Sauerstoff, was ihr den Transport in die Klinik erleichterte. In der Klinik wurde die Hypokalzämie unter Herzkontrolle durch die intravenöse Gabe von Kalzium therapiert.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-868.atom Hilfe, was passiert mit mir gerade… bin ich etwa high? Tierärztin Sabrina Schneider 2021-11-17T03:24:00+01:00 2021-12-15T11:09:35+01:00 Im Oktober bekam die Tierrettung München einen verwirrenden Anruf einer Besitzerin. Sie beschrieb am Telefon, dass ihr 5 Monate alter Labradorwelpe komische Sachen mit den Pfoten mache, den Kopf in den Nacken wirft und Urin verlier. Diese Symptome zeigte er seit 2 Stunden, nachdem sie ihn von Bekannten abgeholt hatte, die auf den kleinen Welpen aufgepasst hatten.

Wir fuhren direkt los und rätselten auf den Weg, was uns nun erwarten würde. In der Wohnung angekommen begrüßte uns ein schwankender, freundlicher Welpe mit tapsigen, unkoordinierten Schritten. Er fiel außerdem immer wieder auf den Popo, verlor Urin und verfehlte beim begrüßen meine Hand um mehrere Zentimeter. Im Allgemeinen wirkte der Hund aufgedreht und verwirrt.

Nach einer kurzen Untersuchung fiel mir eine Diagnose ein, die passen könnte. Diese war allerdings etwas schwierig für die Besitzerin, denn mein Verdacht war eine THC-Intoxikation. Deshalb fragte ich die Besitzerin dann direkt, ob ihr Hund Zugang zu Drogen gehabt haben könnte. Sie verneinte bei sich, allerdings war der Hund bei Freunden, diese bestätigten nach einem kurzen Anruf, dass sich der gefrässige Labradorwelpe etwas Haschisch vom Tisch geklaut hatte.

Der kleine „Ballo“ bekam von uns eine Infusion und wurde in die nächstgelegene Tierklinik verbracht. Dort durfte er unter Beobachtung seinen Rausch ausschlafen und konnte die Tierklinik glücklicherweise schon am nächsten Tag wieder verlassen.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-867.atom Vor dem Supermarkt geklaut Von Mathias Beyer, Tierarzt Tierrettung München e.V. 2021-10-05T13:15:02+02:00 2021-12-14T18:11:15+01:00 Mischlingshündin Ira hat ein paar anstrengende und nervenaufreibende Tage hinter sich. Sie war mit ihrem Herrchen bei der Arbeit mit dabei, da sie sich gerade noch von einer gebrochenen Zehe erholte und nicht alleine bleiben sollte. Während der Mittagspause entschied der Besitzer, sich eine Brotzeit zu organisieren und nahm Ira kurz auf einen Spaziergang mit, leinte sie vor einem Supermarkt in Giesing an und musste feststellen, dass Ira beim Verlassen des Supermarktes nicht mehr vor Ort war.

Videoaufnahmen des Supermarktes zeigten wie ein Passant zunächst eine Schnapsflasche aus dem Supermarkt entwendete und im Hinausgehen noch den Hund an sich nahm. Der Dieb konnte leider weder mittels der Kamerabilder noch durch eine akute Suche vor Ort dingfest gemacht werden. Ein Aufruf via Facebook und eine Suchmeldung beim Haustiersuchregister TASSO blieben zunächst erfolglos.

Ein schwarz brauner Hund wurde schließlich in einem Garten in Fröttmaning gefunden, und sowohl die Tierrettung München als auch die Polizei wurden verständigt. Beim unserem Eintreffen ertrug die Hündin die tierärztliche Untersuchung äußerst geduldig. Es wurde lediglich eine Lahmheit in der vor sechs Wochen von einem Zehenbruch betroffenen Gliedmaße festgestellt. Eine akute Verletzung war nicht ersichtlich. Ira wurde mit einem Schmerzmittel versorgt und in die Tierklinik der LMU übergeben.

Just im Moment des Ankommens meldete sich Iras Besitzer, nachdem diese mittels des Auslesens des Mikrochips ausfindig gemacht werden konnte. Die diensthabende Tierärztin war bereits informiert, da sie ebenfalls in Giesing wohnt und von dem dreisten Diebstahl gelesen hatte. So fügte sich Eines zum Anderen. Herrchen und Hündin sind wieder vereint. Der Stress wäre aber auch sicherlich für alle Beteiligten vermeidbar gewesen. Natürlich kann es gut gehen, einen angeleinten Hund bei der Rückkehr auch wieder zu finden – muss es aber nicht. Daher rät die Tierrettung München e.V. davon ab, seinen Hund auch nur für wenige Minuten unbeobachtet anzuleinen.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-869.atom Husten und Erbrechen? – Gefahr Influenza und Zwingerhusten - 2021-09-30T03:35:00+02:00 2021-12-15T11:11:16+01:00 Ende September wurde die Tierrettung München zu der sechs Monate alten Mischlingshündin Suki gerufen, da sich diese mehrmals erbrochen hatte und schlapp war. Beim Eintreffen in Suki´s Wohnung wurden wir fröhlich von ihr begrüßt. Jedoch stellte sich zu diesem Zeitpunkt schon heraus, dass Suki vermutlich eher Husten als Erbrechen hat.

Sie hatte Husten mit weißlich, schaumigen Auswurf, welcher sich leicht als Erbrechen interpretieren lässt. Bei dem sogenannte Zwingerhusten handelt es sich um eine Infektion der oberen Atemwege, die durch verschiedene Virusarten (vorwiegend: canines Parainfluenzavirus, canines Adenovirus 2 und canines Influenzavirus) und sekundär auch durch Bakterien verursacht wird. Eine Impfung schützt nicht vor einer Infektion, aber sorgt für einen milderen Verlauf. Die Viren schädigen die lokale Abwehr der Luftwege, und es kann zu einer Rhinitis, Bronchitis oder Bronchiolitis kommen.

Die Inkubationszeit beträgt 4-7 Tage.

Die Hunde zeigen bei Zwingerhusten trockenen bis feuchten Husten bei meist ungestörtem Allgemeinbefinden. Nach einer Hustenattacke kann es zu Erbrechen und Würgen kommen, wie es auch bei Suki der Fall war. Bei schlechtem Allgemeinbefinden (z.B. Fieber, Anzeichen einer Lungenentzündung) sollte in jedem Fall ein Tierarzt zur Rate gezogen werden.

Der Zwingerhusten ist hoch infektiös, weshalb ein Kontakt zu anderen Hunden vermieden werden sollte. Außerdem sollte der Hund 2-3 Wochen ruhig gehalten werden. Medikamente können zur Unterstützung verabreicht werden. Suki erhielt von uns einen Schleimlöser und einen Entzündungshemmer. Zum Glück geht es ihr schon wieder besser.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-866.atom Verstärkung gesucht: Bürohilfe für die Verwaltung (m/w/d) - 2021-09-22T16:32:26+02:00 2021-09-28T16:35:12+02:00 UPDATE: Wir haben Hilfe gefunden! --------------- Ab sofort suchen wir Unterstützung im Büro. Die Tätigkeit ist stundenweise (wöchentlich 10 - 15 Stunden und ggfs. als Urlaubsvertretung) auf Basis geringfügig entlohnter Beschäftigung (Minijob). Für Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung. Wir freuen uns darauf, Sie kennenzulernen!
https://www.tierrettungmuenchen.de/news-859.atom Glück für Katze Bailey – Selbstmedikation kann tödlich enden! - 2021-08-17T09:15:27+02:00 2021-12-14T18:28:46+01:00 Im August 2021 wurde die Tierrettung München von einer Nachbarin eines Katzensitters angerufen, weiles der Nachbarskatze sehr schlecht ginge und die Besitzer die Katze mit Ibuprofen-Kindersaft therapierthatten. Ibuprofen ist für den Menschen ein gängiges, gut verträgliches Schmerzmittel, weshalb es vielePatientenbesitzer Zuhause haben. Leider führt es bei Hunden und Katzen zu schweren Vergiftungen –ebenso wie Diclofenac und Paracetamol – weshalb diese Medikamente niemals bei unseren Haustierenangewendet werden sollten.

Kater Bailey hatte ein stark reduziertes Allgemeinbefinden, konnte sich kaum noch auf seinen Pfoten halten. Außerdem konnte eine tennisball-große Harnblase ertastet werden. Diese war vermutlich das ursprüngliche Problem von Bailey. Dem Kater ging es seit zwei Tagen schon nicht so gut, und wie sich nun herausstellte, konnte er vermutlich seit zwei Tagen nicht mehr auf das Katzenklo.

Diese Erkrankung ist bei Katzen relativ häufig und nennt sich FLUTD (Feline Lower Urinary Tract Disease = untere Harnwegserkrankung der Katzen). Hierbei können die Katzen aus verschiedenen Gründen (Harnsteine, idiopathische oder infektiöse Blasenentzündung) keinen Urin mehr absetzen. Zum einen staut sich der Harn zurück in die Nieren und schädigt diese. Zum anderen können andere Stoffe nicht mehr ausgeschieden werden. Besonders schwerwiegend ist in diesem Falle die fehlende Ausscheidung des Elektrolyts Kalium, welches sich dann in hohen Mengen im Blut ansammelt und sich negativ auf das Herz auswirkt (erniedrigte Herzfrequenz, EKG-Veränderungen). Diese können zum Tod des Tieres führen.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-858.atom „Finger weg von Permethrinpräparaten bei der Katze!“ - 2021-07-12T18:08:55+02:00 2021-07-12T18:39:51+02:00 Aus aktuellem Anlass möchten wir Sie davor warnen Permethrinpräparate bei der Katze anzuwenden, da diese zu schwerwiegenden Erkrankungen bis zu letalem Ausgang bei der Katze führen können.

Was ist Permethrin?

Permethrin ist ein Fraß- und Kontaktgift und dient der Parasitenprophylaxe gegen Flöhe und Zecken beim Hund.

Wie wirkt Permethrin?

Permethrin ist ein Neurotoxin, also ein Nervengift, welches die Depolarisierung von Na+-Kanälen in Neuronen (Nervenzellen) verlängert, die somit länger geöffnet bleiben. Das Permethrin wird über die Körperoberfläche der Parasiten aufgenommen in deren Folge Na+Ionen vermehrt in die Zellen einwandern. Dies führt über Krämpfe und Lähmungserscheinungen bis hin zum Tod des Parasiten.

Zudem wirkt Permethrin als Repellent. Dies bedeutet, dass die Parasiten den Stoff bereits wahrnehmen, bevor sie auf das Tier geklettert sind und dies dann auch meiden.

Wie wird Permethrin abgebaut?

Der Abbau von Permethrin erfolgt über ein Enzym, welches bei der Katze NICHT vorhanden ist. Daher kann ein Permethrinpräparat, dass fälschlicherweise bei der Katze aufgetragen wurde zu massiven Vergiftungserscheinungen bis hin zum Versterben des Tieres führen! Permethrin findet ebenfalls Verwendung in der Textilindustrie zur Bekämpfung von Motten und Läusen und kann so auch Vergiftungserscheinungen hervorrufen, wenn sich eine Katze über einen neuerworbenen Teppich bewegt oder auf ihm zu liegen kommt. Im Bereich der Textilien erfolgt der Abbau mit Hilfe von UV-Licht.

Welche Symptome treten bei Katzen auf, die mit Permethrin in Kontakt kamen?

Der Allgemeinzustand des Tieres wird sich nach der Applikation rasch verschlechtern. Die Tiere werden apathisch, zeigen ein schwankendes Gangbild und Fieber. Neurologische Symptome wie Übererregbarkeit, Zittern oder Krämpfe setzen ebenfalls nach Beginn der Resorption des Permethrins ein. Weiter zeigen Katzen abnormales Speicheln oder versuchen zu erbrechen zusammen mit Herzrasen, einer schnellen Atmung bis hin zur Atemlähmung und somit zum Tod.

Was können Sie tun, wenn sie versehentlich ein Präparat welches Permethrin enthält bei Ihrer Katze aufgetragen haben?

Scheren sie zügig das Fell in dem Bereich in dem Sie es aufgetragen haben ab. Waschen Sie die Stelle gründlich mit einer milden Seifenlauge und lauwarmem Wasser (heißes Wasser fördert die Resorption des Giftstoffes, kaltes verstärkt die Symptomatik) ab und trocknen die Stelle im Anschluss mit einem Küchenkrepp oder Baumwollhandtuch. Selbst wenn sich bis dahin keine Vergiftungsanzeichen eingestellt haben sollten, muss der Patient kontinuierlich überwacht werden; alternativ kann auch direkt ein Tierarzt oder eine Klinik aufgesucht werden, da Notfallmaßnahmen zur Entgiftung ergriffen werden müssen, selbst wenn das Tier noch KEINE Symptome zeigt.

Was können Sie tun bevor sie ein Medikament zur Parasitenbekämpfung bei Ihrem Haustier anwenden?

Auch hier gilt der Satz: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Aber natürlich fragen Sie nicht ihren Hausarzt, sondern Ihren Tierarzt! Lesen Sie die Packungsbeilage gewissenhaft. Häufig finden sich Ausschlusskriterien, welches Präparat bei welchem Tier angewendet werden darf oder nicht, diese sind auch in der Regel so gekennzeichnet, dass man sie nicht missverstehen kann. Bestellen Sie bitte keine Medikamente im Ausland, wenn sie der Sprache des Beipackzettels nicht mächtig sind. Rufen sie lieber einmal zu viel bei Ihrem Haustierarzt an als zu wenig.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-857.atom Zahnerkrankungen beim Kaninchen - 2021-06-17T17:53:18+02:00 2021-06-17T18:03:25+02:00 Immer dann, wenn Kaninchen wenig, selektiv oder nicht mehr fressen, muss ein Zahnproblem dringend in Betracht gezogen werden. Beim Kaninchen wachsen die Zähne lebenslang, ungefähr 1-2 mm pro Woche, und nutzen sich normalerweise beim Kauen an den gegenüberliegenden Zähnen ab.

Kaninchen kommen bereits mit ihrem Milchgebiss auf die Welt, das insgesamt 16 Zähne enthält. Im Alter von etwa 3-5 Wochen erfolgt der Wechsel zum bleibenden Gebiss, das aus 28 Zähnen besteht. Im Oberkiefer liegen direkt hinter den beiden Schneidezähnen die sogenannten Stiftzähne. Zusammen mit den beiden Schneidezähnen des Unterkiefers wird eine Schere gebildet, d.h. beim Kieferschluss treffen die Schneidezähne nicht aufeinander. Die Oberkieferschneidezähne liegen vor den Unterkieferschneidezähnen. Im Gegensatz dazu treffen die Backenzähne im Idealfall gerade aufeinander.

Die Untersuchung der Zähne beim Tierarzt erfolgt zunächst bei geschlossenem Kiefer. Die Lippen werden hochgezogen und die Stellung der Schneidezähne begutachtet sowie nach etwaigen Veränderungen gesucht. Mithilfe eines Otoskops, das normalerweise bei der Untersuchung der Ohren zum Einsatz kommt, kann anschließend ein erster Blick in die Maulhöhle selbst getan werden. Größere Veränderungen können dabei oftmals erfasst werden. Um aber auch unauffälligere Befunde, z.B. nadelfeine Auswüchse der Backenzähne und durch diese verursachte punktförmige Wunden sicher ausschließen zu können, muss das Tier meist sediert werden. Anschließend kann das Maul dann mit einem Kiefer-Spreizer geöffnet und gründlich begutachtet werden.

Gründe für Zahnerkrankungen sind leider häufig Fütterungsfehler.

Kaninchen brauchen reichlich hochwertiges Heu und Grünfutter und sollten als Hobbytiere nicht mit Trockenfutter/ Kraftfutter ernährt werden. Ergänzend dazu können (natürlich unbehandelte!) Zweige von Apfel- oder Birnbaum oder von Haselnussbäumen angeboten werden, um die Tiere zu beschäftigen und einen ausreichenden Zahnabrieb sicherzustellen. Als Leckerli eignen sich Erbsenflocken oder geschälte Sonnenblumenkerne (jeweils ein Stück pro Tag genügt). Die im Handel angebotenen und allseits beliebten Joghurtdrops dagegen sind nicht geeignet.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-856.atom Für gesunde Hunde- und Katzenzähne Tierärztin Dr. Anna Draschka 2021-06-17T16:37:43+02:00 2021-06-17T17:34:50+02:00 Es ist faszinierend, wie sich die Zahnmedizin für Hunde, Katzen und Heimtiere in den letzten Jahren entwickelt hat. Von der professionellen Zahnreinigung über intraorales Zahnröntgen bis hin zur Kieferchirurgie und -orthopädie ist alles möglich. Und das ist auch gut so. Denn Erkrankungen der Maulhöhle sind schmerzhaft und wirken sich negativ auf die Gesundheit unserer Tiere aus. Wie man die Zahngesundheit seines Vierbeiners fördern kann, woran man erkennt, dass er Zahnschmerzen hat und was dann zu tun ist, erfahren Sie hier.

20 Jahre Tierrettung München – beeindruckend, was die Mitarbeiter in dieser Zeit auf die Beine gestellt und bewirkt haben. Ebenso beeindruckend ist auch, was sich in den letzten 20 Jahren im Bereich der Zahnheilkunde in der Tiermedizin getan hat. Mittlerweile unterscheidet sich diese kaum mehr von der Zahnheilkunde in der Humanmedizin: Wurzelbehandlungen, Parodontalchirurgie und intraorales Zahnröntgen für Hunde und Katzen – all das ist möglich und wird auch immer öfter durchgeführt. Die technischen Möglichkeiten haben sich enorm weiterentwickelt. Und gleichzeitig ist das Verständnis gewachsen, wie wichtig eine gesunde Maulhöhle ist.

Nach dem Motto „Vorbeugen ist besser als therapieren“ wird das Augenmerk immer stärker auf die Prophylaxe gelegt.

Um Zahnprobleme so gut wie möglich zu vermeiden, empfehlen wir – das Team der Tierarztpraxis Hadern, Dr. Draschka – tägliches Zähneputzen zu Hause und mindestens einmal im Jahr den Besuch beim zahnerfahrenen Tierarzt zur Untersuchung von Zähnen und Maulhöhle. Werden dabei deutliche Ablagerungen auf den Zähnen (Zahnstein), erste Rötungen des Zahnfleisches (Gingivitis) oder bereits eine Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontitis) festgestellt, sind eine Befundung der Zähne und eine professionelle Zahnreinigung in Narkose unbedingt ratsam

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-855.atom Notfall bei einem Hund in Pflege - 2021-06-17T16:30:00+02:00 2021-06-17T16:35:51+02:00 Telefonisch sind wir von einem englischsprechenden Herrn alarmiert worden. Der Anrufer hatte den Hund seiner Freunde zur Pflege. Die Besitzer der Australischen Bulldogge namens „Franky“ waren gerade im Urlaub. Da sie vor kurzem nach München gezogen sind, hatten sie noch keinen Haustierarzt und ließen ihrem Freund deshalb für alle Fälle die Telefonnummer der Tierrettung München da. Der Hundesitter kannte den Rüden gut und passte nicht zum ersten Mal auf ihn auf. Jetzt war er besorgt, denn Frankie schien es nicht gut zu gehen.

Der Rüde war seit einem Tag apathisch und appetitlos und hatte einen langsamen, leicht schwankenden Gang. Er war sogar einmal umgefallen, und jetzt schrie er vor Schmerzen bei Berührung. Nach unserem Eintreffen in der Wohnung im zweiten Stock fanden wir den Patienten apathisch in seinem Bettchen liegend vor. Nachdem er langsam und widerwillig aufgestanden war, zeigte er zitternd eine bucklige Haltung mit aufgezogenem Rücken, eingeklemmtem Schwanz und hängendem Kopf.

Wir erfuhren, dass der Hund vor zwei Jahren eine Fremdkörperoperation in Australien hatte, seine Blutwerte waren damals normal. Er hatte jetzt unauffälligen Kot- und Urinabsatz, und Fremdkörper- sowie Giftaufnahme waren diesmal sehr unwahrscheinlich, er war ja die ganze Zeit unter Beobachtung. Er ließ sich nur sehr widerwillig in sein Maul schauen, aber sonst war die Untersuchung seines Verdauungstraktes unauffällig, sein Bauch war weich.

Wir konnten zum Glück die Patientenbesitzer telefonisch erreichen und alles zu Franky´s Krankengeschichte erfragen.

Er war zwar auch wegen chronischer Hüftgelenksarthrose in Behandlung, aber der Grund für seinen sehr schmerzhaften Zustand schien diesmal woanders zu liegen: Obwohl die Untersuchung seiner Hüfte auch unangenehm war, fing er erst bei der Untersuchung seiner Halswirbelsäule zu winseln an. Die Untersuchung seiner Vordergliedmaßen ergab neurologische Defizite. Nach Rücksprache mit den Besitzern verabreichten wir den Patienten ein Schmerzmittel und fuhren ihn für weitere Diagnostik in eine Tierklinik.

Dort stellte sich leider bei einer MRT-Untersuchung eine Diagnose mit ungünstiger Prognose heraus: Ein Hirntumor war für die Symptome verantwortlich. Eine konservative Behandlung konnte Franky jedoch zum Glück für eine Weile Linderung verschaffen, so dass ich ihn später noch einmal an der Klinik mit seinen Besitzern bei einem Kontrolltermin sehen durfte, als ich einen anderen Patienten dorthin brachte.

Ein tierärztlicher Notfallkontakt ist wichtig

Die Besitzer haben richtig gehandelt, dass sie sich vor ihrem Urlaub noch um einen tierärztlichen Notfallkontakt gekümmert haben. Vor allem, wenn man sein Haustier in Obhut von anderen gibt, ist es wichtig an eine mögliche Erkrankung oder einen Notfall zu denken und Vorkehrungen zu treffen. Nicht immer ist man selbst oder der Haustierarzt, der das Tier und seine Krankengeschichte kennt, erreichbar. Am besten überreicht man dem Betreuer ein übersichtliches DIN A4 Blatt mit den wichtigsten Angaben zusammen mit dem Impfausweis und der Notfallapotheke. Hier sollten die wichtigsten Eigenschaften und die medizinische Vorgeschichte des Tieres stichpunktartig zusammengefasst werden, evtl. mit den letzten Blutwerten, Befunden, Arztbriefen oder Entlassungsschreiben nach Klinikaufenthalten. Auch der behandelnde(r) Tierarzt oder Tierärztin oder die bevorzugte Tierklinik im Falle eines Notfalls sollte schriftlich festgehalten werden. Vor allem bei sehr alten oder chronisch kranken Tieren ist es am besten, durchgehend erreichbar zu sein. Wenn dies nicht möglich ist, sollte man für wichtige Entscheidungen (z.B. aufwendige/kostspielige Diagnostik, Frage der Euthanasie) für den Fall eines Notfalls Angaben so genau wie möglich schriftlich festhalten (ähnlich wie bei einer Patientenverfügung) oder eine Vertrauensperson bevollmächtigen.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-853.atom Hilfe durch GPS - 2021-06-17T16:08:47+02:00 2021-06-17T16:14:38+02:00 Eine gute Erziehung ist die beste Grundlage für das Maximum an Freiheit eines Hundes. Die „Basics“ wie die Kommandos „Komm“, „Sitz“, „Platz“ und „Bleib“ sollten gut einstudiert werden und sitzen. Dennoch gibt es gute, externe Hilfsmittel, die einfach ein zusätzliches Maß an Sicherheit für Mensch und Hund schaffen.

So gibt es GPS-Tracker (GPS: Globales-Positionsbestimmungs-System), die man leicht am Halsband des Hundes befestigen kann. Mittels einer gekoppelten APP fürs Handy lässt sich dann bei eingeschaltetem Gerät der Standort des Hundes auf den Meter genau bestimmen.

Wozu ein Gerät, wenn der Hund gut hört?

Es kann beim Spaziergang immer mal wieder zu unvorhergesehenen Situationen kommen, in denen der Hund sich erschrickt, zum Beispiel bei einem lauten Knall, und in Panik gerät und losrennt. Oder aber der Jagdtrieb bricht bei einem Hund doch mal durch, und die Ohren stehen beim Rückruf auf Durchzug. Dann hilft ein GPS Sender bei der Suche. Oft genug habe ich es erlebt mit Freunden rufend durch den Wald oder übers Feld zu laufen, auf der Suche nach dem abhanden gekommenen Wuffi, der sonst prima hört – nur eben in dem einen Moment nicht.

Die Preise variieren stark, und auch die Zuverlässigkeit der Geräte unterscheidet sich sehr. Mir persönlich ist ein Gerät positiv aufgefallen: Der GPS Tracker von Tractive. Hier zahlt man für das Gerät selbst 49,99 Euro (manchmal gibt es Rabatte) und für die APP zwischen 3,75-7,99 Euro im Monat (je nach Tarif Basic oder Premium und Vorauszahlung). Der Sender selbst wiegt nur 30g und ist wirklich kinderleicht am Hundehalsband zu befestigen. Mit langem Knopfdruck ist das Gerät aktiviert, und schon sieht man das Bewegungsprofil seines Hundes, den man zuvor bei Tractive (auch mit Chipnummer) registriert hat. Achtung: Diese Registrierung ersetzt nicht das Registrieren der Chipnummer in einem Tiersuchregister! Nun kann jeder Hundebesitzer verfolgen wo sein Hund herumläuft, sobald er Sichtkontakt verloren hat.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-852.atom Ein Tierheimhund zieht ein - 2021-06-17T16:04:52+02:00 2021-06-17T16:07:20+02:00 Sie haben sich entschieden, einem Hund aus dem Tierheim ein Zuhause zu schenken? Großartig! Denn die Tierheime in Deutschland sind voll mit Hunden (und natürlich anderen Tieren), die alle dringend auf ein neues und endgültiges Zuhause warten.

Es ranken sich viele Geschichten um die Besonderheit eines Hundes aus dem Tierheim. „Die beißen doch alle“, „die sind doch alle gestört“, „die lassen sich nicht erziehen“ usw. Sicherlich – es kann sein, dass ein Hund aus dem Tierheim auf schlechte Erfahrungen zurückblicken muss und nicht uneingeschränkt „funktioniert“, d.h., vielleicht hat der Hund Schwierigkeiten mit bestimmten Arten von Lärm, einer bestimmten Handbewegung (einfach, weil er vielleicht in seiner Vergangenheit geschlagen wurde?), oder hat Angst vor bestimmten Gegenständen.

Viele Hunde aus dem Tierheim sind aber auch einfach nur durch und durch entspannt und freundlich. Dankbar für eine neue Chance sind sie alle. Einige benötigen eben mehr Zeit oder auch schlicht und ergreifend Personen, die Erfahrung mit Hunden haben. Einige brauchen eine längere Eingewöhnungszeit und sollten ganz behutsam an ihr neues Zuhause und und den neuen Halter gewöhnt werden. Wenn jemand glaubt, dass man sich einen Hund „mal so“ aus dem Tierheim holen kann, der irrt. Auch hier muss eine Tierschutzgebühr gezahlt werden (allein schon für die bislang entstandenen Kosten wie Futter, Tierarzt usw.), auch hier wird der potenziell neue Besitzer genau in Augenschein genommen. Ein Tier ist ein Lebewesen für das man das ganze Tierleben lang Verantwortung trägt. Umso schöner aber doch, wenn es ein Tier ist, das endlich die Erfahrung machen kann, für immer Zuhause angekommen zu sein.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-854.atom Methusalem im Schnee - 2021-02-18T16:18:00+01:00 2021-06-17T16:29:56+02:00 An einem eisigen, klaren Nachmittag Mitte Februar wurden wir von der sehr beunruhigten Besitzerin eines fast 17jährigen Schäferhund-Mixes alarmiert. Ihr Hund habe beim Spazierengehen plötzlich einen Schwall blutigen Durchfall abgesetzt und könne nun kaum noch gehen. Also machte ich mich bei Außentemperaturen im zweistelligen Minusbereich auf, in den Münchener Osten.

Aufgrund der grassierenden CoronaPandemie behandelt die Tierrettung München ihre Patienten derzeit grundsätzlich nur im Freien oder im Rettungswagen. So wurde ich beim Eintreffen auf der Terrasse der Besitzer zunächst von hellem, aufgeregtem Bellen empfangen.

Das war Bella, eine junge Dackeldame und beste Freundin des Patienten. Sie wirkte mindestens genauso beunruhigt wie ihre Besitzerin zuvor am Telefon und führte mich auf schnellstem Wege zu ihrem Kumpel „Rex“. Der stand immerhin schon wieder und gab auch zumindest ein einzelnes müdes Bellen von sich.

Natürlich hat Rex bereits einige Zipperlein.

Wie es unter größeren Hunden weit verbreitet ist, leidet er seit Jahren an Arthrose, geht langsamer und ist daher auch schon länger mit Schmerzmedikamenten eingestellt. Zu seinen großen Freuden gehören das Fressen und das Spielen im Schnee. Für letzteres bot der Münchener Winter 2020/21 wieder einmal beste Voraussetzungen. Leider kombiniert Rex seine Leidenschaften für Fressen und Schnee auch immer wieder gerne miteinander. Dies hatte ihm eine fiese Halsentzündung eingebracht, die vom Haustierarzt mit Antibiotika behandelt werden musste.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-850.atom Eichhörnchen im Gullydeckel Dr. Jasmin Weeger 2021-02-03T17:21:00+01:00 2021-06-17T16:03:52+02:00 Am Abend des 3. Februar hatte sich ein Eichhörnchen in eine missliche Lage gebracht und konnte nur mit Hilfe von 7 Feuerwehrmännern, 3 Polizisten und 3 Kollegen der Tierrettung München wieder daraus befreit werden.

Das Hörnchen war bei kaltem Regenwetter mit dem Kopf in einem Gullydeckel stecken geblieben. Die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr alarmierten die Tierrettung München, und gemeinsam konnte mit Manneskraft, Flex und Vaseline das durchnässte Tier in einem ca.zweistündigen Einsatz befreit werden. Nach einer Nacht im Warmen und Trockenen konnte das Tier am nächsten Morgen unverletzt in die Freiheit entlassen werden.
 

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-851.atom Entlaufener Hund Dr. Jasmin Weeger 2021-02-03T15:53:00+01:00 2021-06-17T16:03:17+02:00 Am Nachmittag des 3. Februar wurde ich zu einem Einsatz nach Bogenhausen gerufen. Auf dem Grundstück einer Anwaltskanzlei war ein verängstigter und verletzter Hund gefunden worden. So machte ich mich direkt auf den Weg dorthin.

Sehr schnell gelang es, das geschwächte Tier einzufangen. Nach dem Ablesen der Identifikationsnummer auf dem Mikrochip stellte sich heraus, dass der Hund bereits seit dem Morgen des Vortages vermisst worden war. Der erst zwei Tage zuvor von einer Tierschutzorganisation vermittelte Hund aus Italien war von der Dachterrasse des ersten Stocks des Wohnhauses der frisch gebackenen Besitzer gesprungen, anschließend auf die Straße gelaufen und in einen Autounfall verwickelt worden und seitdem verschwunden. Durch den Einsatz der Tierrettung München konnte das Tier zu den neuen Besitzern zurückgebracht werden. Glücklicherweise sind die Wunden des Hundes lediglich oberflächlich, und die Hündin wird keine bleibenden Schäden davontragen.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-849.atom Einsatz zwischen Tür und Angel - 2021-02-01T15:00:00+01:00 2021-06-17T16:04:33+02:00 Liebe Patientenbesitzerinnen und Patientenbesitzer, die Corona Pandemie bringt es mit sich, dass wir aufgrund der Hygienemaßnahmen Wohnungen nicht betreten dürfen. Es gibt aber auch Einsätze, die es unbedingt erfordern, eine Wohnung zu betreten, um ein Tier aus einer Notsituation heraus zu retten. Und dann gibt es Einsätze, die „zwischen Tür und Angel“ stattfinden. In einem Fall allerdings nahm der Patient die Redewendung allzu deutlich.

Am Montag, den 01.02.2021 wurde die Tierrettung München zu einem Einsatz gerufen, bei dem eine Katze mit der Pfote zwischen Tür und Türrahmen feststeckte. Das kläglich schmerzhafte Miauen und Schreien der Katze war bereits im Hintergrund während des Anrufes zu vernehmen. Glücklicherweise war der Einsatzort um die Ecke und die Zeit bis zum Eintreffen des Tierarztes und der Assistentin sehr kurz.

Am Einsatzort angekommen, ging es schnell mit dem Equipment in den fünften Stock in eine Schwabinger Altbauwohnung, aus der man schon ein Hämmern und Klopfen hörte und das Miauen der Katze, deren Vordergliedmaße nach wie vor im Türspalt klemmten. Zur Hilfe geeilte Nachbarn waren bereits dabei die Tür aus den Angeln zu heben, während der Patientenbesitzer geistesgegenwärtig die Tür soweit offen hielt, um schwerwiegende Schäden an Knochen und Weichteile der Pfote möglichst zu vermeiden.

So ergab es sich, dass der Patient just in dem Moment, als die Tierrettung München eintraf, befreit wurde. Im Anschluss musste die Katze jedoch noch die tierärztliche Untersuchung über sich ergehen lassen. Noch im Beisein des Rettungsteams, als wäre nichts gewesen, sprang die Katze durch die Wohnung, aufs Fensterbrett und wieder runter. Bei der tierärztlichen Untersuchung konnten keine Hinweise auf Frakturen gestellt werden, jedoch war ein geringgradiges Weichteiltrauma durch die vorausgegangene Quetschung feststellbar. Der Patient wurde mit einem Schmerzmittel versorgt und zur Beobachtung beim Patientenbesitzer belassen.

Einsätze dieser Art gibt es immer wieder. Vor allem junge Katzen, welche im Spiel alle möglichen Ecken ausloten und versuchen sich durch zu hangeln oder hinein zu quetschen, sind von dieser Gefahr betroffen. Kommt dann ein unglücklicher Windstoß mit dazu und schließt sich die Tür, kann das Ganze aber auch einmal dramatischer enden. Deshalb empfiehlt es sich Türstopper oder Türkeile zu nutzen, um übermütige Vierbeiner vor dieser Gefahr zu bewahren.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-848.atom Tierärzte / Tierärztinnen in Teil- und Vollzeit (m/w/d), gerne auch nur vertretungsweise, gesucht - 2021-01-07T15:09:31+01:00 2021-05-04T15:33:43+02:00 Wir suchen ab sofort zur Unterstützung unseres Teams dynamische Tierärzte / Tierärztinnen (m/w/d).

Zum Aufgabenbereich gehören:

  • Notdienst im Stadtgebiet München (internistische und chirurgische Notfälle)
  • bei Notwendigkeit von weiterführenden Maßnahmen Transport von Patient und Besitzer zur nächstgelegenen Klinik/Haustierarzt
  • Medizinische Erstversorgung von Wild- und Fundtieren

Ihre Voraussetzungen:

  • Approbation als Tierarzt/in
  • Teamfähigkeit
  • Interesse an der Notfallmedizin
  • Freude an der Arbeit mit Tier und Mensch
  • sicherer Umgang mit Haustieren und Wildtieren
  • Führerschein Klasse B

Wir bieten:

  • freundliches und kollegiales Arbeitsklima in einem eingespielten Team
  • Weiterbildungsmöglichkeiten durch geförderten Besuch von Fortbildungen
  • In-House Fortbildungen
  • grundlegende Einschulung im Umgang mit Wildtieren (falls notwendig)
  • leistungsgerechte Entlohnung

Sie fühlen sich angesprochen und möchten eigenverantwortlich, aber in einem eingespielten Team zu geregelten Arbeitszeiten und mit guter Work-Life-Balance arbeiten? Sie möchten Ihre Fähigkeiten in der Notfallmedizin verbessern und haben keine Scheu vor einem abwechslungsreichen Fallspektrum?

Dann melden Sie bitte sich samt aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen unter: info@tierrettungmuenchen.de

Aktion tier - tierrettung münchen e.V.
Dr. Evelyne Menges
Präsidentin

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-847.atom Parvovirose des Hundes - 2020-12-18T16:10:18+01:00 2021-05-04T20:57:22+02:00 Bei der Parvovirose handelt es sich um eine gefährliche Infektionskrankheit, die insbesondere bei sehr jungen Hunden zu schwersten Durchfallerkrankungen, aber auch symptomlos zum Tode binnen weniger Stunden führen kann. Betroffen sind vor allem nicht geimpfte, oft aus dem Ausland importierte Tiere. Die Parvovirose wird durch das Canine Parvo-Virus (CPV) verursacht. Viren sind sehr klein, unbehüllt, extrem widerstandsfähig und daher noch teils Monate nach deren Ausscheidung mit dem Hundekot ansteckend.

Die Übertragung erfolgt meist oral durch Kot anderer Hunde oder damit verunreinigtes Futter, Schuhe oder andere Gegenstände. Über die Schleimhaut tritt das Virus dann auf die Lymphknoten und andere Lymphorgane, sowie auf Zellen des Dünndarms und des Knochenmarks über. Dies führt nach 4-10 Tagen zu zunehmender Teilnahmslosigkeit und Fieber, meist mit wässrigem Durchfall und Erbrechen. Der Durchfall kann blutig sein und führt oft schnell zu gefährlichem Flüssigkeitsverlust. An der geschädigten Darmwand verursachen weitere Erreger dann oft zusätzliche Infektionen. Darüber hinaus kann es zum Übertritt von Erregern auf andere Organe und zu lebensbedrohlichen Blutvergiftungen kommen. Weiter zählen Einstülpungen des Darms und Blutungen durch Gerinnungsstörungen zu den Komplikationen des Krankheitsverlaufes. Die Schwere der Erkrankung hängt aber wesentlich von Alter und Immunstatus des Tieres, sowie der aufgenommenen Viruslast ab. Vor allem bei sehr junge Welpen kann auch eine Entzündung des Herzmuskels auftreten. Diese kann dann schon früh, also vor dem Bestehen von Krankheitszeichen, plötzlich zum Tode führen.

Tierärzte können dieser Erkrankung vor allem mit intensivmedizinischen Maßnahmen wie Infusionstherapie und Wärmen, aber auch mit Schmerzmitteln, Antibiotika, Immunpräparaten und Antibrechmitteln entgegentreten. Teils sind auch eine künstliche Ernährung und Bluttransfusionen notwendig.

Die Überlebenschancen ohne intensivmedizinische Betreuung sind gering, aber auch mit Hilfe solcher Maßnahmen überleben nicht alle Tiere.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-845.atom Nur die Impfung schützt - 2020-12-18T15:15:09+01:00 2021-05-05T18:52:37+02:00 Eine der sogenannten „Core-Komponenten“ bei der Impfung eines Hundes ist die gegen Staupe – eine Krankheit, die nicht nur bei Hunden, sondern auch bei wildlebenden Fleischfressern vorkommt. Vor Einführung der Impfung in den 1960er Jahren war Staupe eine der verlustreichsten Seuchen, die in der Hundepopulation gewütet haben. Heute sieht man sie als Tierarzt nur noch selten – doch wenn, dann kommt es bei nicht geimpften Tieren leider häufig zu regelrechten Epidemien.

Verantwortlich für die Krankheit ist das Canine Staupevirus (Canine Distemper Virus, CDV), welches eng verwandt mit dem Masernvirus des Menschen ist. Es gibt verschiedene Subtypen des Virus, die sich hinsichtlich ihres krankmachenden Potenzials und ihrer bevorzugt befallenen Organe und Gewebe unterscheiden können. Die Widerstandsfähigkeit des Virus außerhalb eines lebenden Organismus ist vergleichsweise gering, es bleibt in geschlossenen Räumen oder auf Kleidung nur wenige Tage infektiös und lässt sich gut mit gängigen Desinfektionsmitteln beseitigen. Das Virus tritt weltweit auf und kann auch Wildtiere wie Fuchs, Dachs, Marder und Waschbär befallen. Vielleicht erinnert sich auch der eine oder andere an die großen Seehundstaupe-Epidemien aus den Jahren 1988 und 2002.

Die Ansteckung erfolgt als Tröpfcheninfektion.

Kleinste virushaltige Tröpfchen reichen aus, um das Virus von einem Hund auf den anderen zu übertragen. Betroffene Hunde können das Virus in allen Sekreten (z.B. Speichel, Nasensekret) und Exkrementen (Urin, Kot) ausscheiden. Andere Hunde können sich dann durch Einatmen oder Ablecken infizieren. Auch die indirekte Übertragung, zum Beispiel über Näpfe, Leinen oder die Kleidung der Besitzer ist möglich. Bis zum Auftreten erster Krankheitsanzeichen vergehen in der Regel 3-7 Tage. Nach etwa 8-9 Tagen kommt es zum Eintritt der Viren in die Blutbahn, oft begleitet von hohem Fieber. Zu diesem Zeitpunkt beginnt auch die Ausscheidung von Viren, die über mehrere Monate anhalten kann.

Der Verlauf der Krankheit ist abhängig von Immunsystem und Impfstatus sowie von Alter und Zustand des Hundes, krankmachendem Potenzial des beteiligten Virus und evtl. vorhandenen weiteren Krankheitserregern (Bakterien oder andere Viren). Bei einem sonst gesunden, erwachsenen Hund kann das Immunsystem in der Regel schnell auf den Angriff reagieren, und so kommt es im Idealfall nach etwa zwei Wochen zur Vernichtung des Erregers, oft ohne, dass dem Besitzer Symptome auffallen. Ist das Immunsystem beispielsweise durch eine andere Erkrankung vorbelastet oder noch nicht ausgereift, kann es zum Ausbruch der Erkrankung kommen. Die schwersten Verläufe treten bei nicht geimpften oder ungenügend geimpften Junghunden bis zum Alter von etwa 6 Monaten oder bei geschwächten älteren Tieren auf.

https://www.tierrettungmuenchen.de/news-844.atom Katarakt beim Hund - 2020-12-18T14:10:07+01:00 2021-05-05T22:32:18+02:00 Bei unseren betagteren Hundeomas und Hundeopas fällt es uns besonders auf – das rötliche Leuchten des Augenhintergrundes weicht einem grauen oder sogar weißen Schleier. Der vierbeinige Freund kann gleichzeitig immer schlechter sehen und läuft vielleicht sogar gegen das Tischbein in der Wohnung oder stolpert auf der Treppe. Doch was liegt dem tiermedizinisch zugrunde?

Eine Linsentrübung kann verschiedene Ursachen haben und ist daher nicht automatisch eine Katarakt, also ein grauer Star. Die Linse kann sich zum Beispiel altersbedingt verdichten und verhärten und zu einer sichtbaren Farbveränderung derselben führen, dies nennt man im Fachbegriff Nukleus-Sklerose. Es gibt angeborene und erblich bedingte Formen des Grauen Stars, außerdem kann er auch durch Augenverletzungen und -entzündungen entstehen. Sogar eine Allgemeinerkrankung wie Diabetes kann dahinterstecken und die Linse eintrüben.

Zunächst macht sich ein zunehmender Sehverlust beim Hund bemerkbar, der oft erst deutlich wird, wenn beide Augen betroffen sind. Unsere vierbeinigen Freunde können sich sehr gut anpassen, und solange nur ein Auge betroffen ist, dies sehr gut durch ihre anderen Sinne ausgleichen. Es gibt keine Regel, in welchem Zeitraum die Trübung der Linse stattfindet und auch nicht, wie stark die Katarakt im Endeffekt sein wird. Nur durch regelmäßige Kontrollen beim augenkundigen Tierarzt kann man immer wieder den aktuellen Stand überprüfen lassen.

Kann der Graue Star behandelt werden?

Ja und nein – nicht durch Medikamente jedweder Art. Die getrübte Linse kann jedoch operativ entfernt werden. Vor einer Entscheidung für den operativen Eingriff am Auge müssen vorher aussagekräftige Augenuntersuchungen durchgeführt werden. Dazu gehört auch die neuronale Überprüfung der Sehsinneszellen. Der Hund muss also faktisch hinter der trüben Linse Sehvermögen haben, ansonsten wäre auch die Operation sinnlos. Dazu kommen Faktoren wie der generelle Gesundheitsstatus des Tieres, die Narkosefähigkeit und Blutwerte.

Sollte der graue Star nicht operativ behandelt werden können, müssen das betroffene Auge bzw. die betroffenen Augen lebenslang mit entzündungshemmender Augensalbe behandelt werden, um den oben genannten Komplikationen vorzubeugen (Uveitis, Glaukom). Diese Behandlung muss 3-4 Mal jährlich kontrolliert werden und stellt keine Alternative zur Operation dar.

Wenn Sie bei Ihrem Hund Symptome eines Grauen Star entdeckt haben, kontaktieren Sie bitte Ihren Tierarzt bzw. Tieraugenspezialisten, um seine Sehfähigkeit überprüfen zu lassen. Ein betroffenes Auge sollte nicht einfach als „Alterserscheinung“ abgetan werden, eine Behandlung ist in jedem Falle sinnvoll, um die Augengesundheit zu erhalten