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„Missy“ – unsere neue, fahrende Notfallambulanz

Von Lea Grünberg, März 2014. Er ist groß, rot und mit allem ausgestattet, was die moderne tierärztliche Notfallmedizin erfordert: der neue Einsatzwagen der aktion tier-tierrettung münchen e.V.. Monatelang war am Ausbau und der Umrüstung des neuen Mercedes-Sprinters zum Einsatzwagen nach den Vorgaben unserer Tierärzte gearbeitet worden.

Am 11. März 2014 wurde „Missy“ ganz offiziell in Betrieb genommen. Wie schon das letzte neue Fahrzeug trägt auch dieser Notfallwagen den Namen einer langjährigen vierbeinigen Freundin unserer Tierrettung. Es waren unsere Tierärzte, die sich ausdrücklich wünschen, dass künftig auch alle anderen Einsatzfahrzeuge der Tierrettung die Namen der mit uns eng verbundenen Hunde und Katzen erhalten sollen.

Ganz bewusst hat sich die Tierrettung bei der Auswahl des Wagens für einen Mercedes-Sprinter entschieden, weil er über einen besonders großen Transportraum verfügt. Besonders glücklich sind die Tierärzte der aktion tier-tierrettung münchen über die neue, moderne Technik, mit der „Missy“ ausgestattet ist. So verfügt der neue Wagen über Wärmeund Kühlboxen, in denen beispielsweise Infusionen, die sich gerade in der Notfallmedizin als lebensrettend erweisen können, auf die richtige Temperatur gebracht werden – und Medikamente permanent kühl und ordnungsgemäß gelagert werden. Zudem verfügt „Missy“ unter anderem über ein ausgeklügeltes Heiz- beziehungsweise Kühlungssystem und eine perfekte Isolierung, mit deren Hilfe im Winter der Transportraum auf für Mensch und Tier angenehme Temperaturen beheizt, im Sommer gekühlt werden kann. Wichtig für einen tierärztlichen Einsatzwagen sind zudem genügend Lampen und eine ausreichende Stromversorgung mit vielen Steckdosen.

Um die verletzten und kranken Tiere mit ausreichend Frischluft zu versorgen, hat die Tierrettung München noch ein extra Dach in den Wagen einbauen lassen, das sich ganz einfach und leicht von den Tierärzten öffnen lässt. Zudem tragen Hunde- und Katzenkäfige zum sicheren Transport der Tiere bei, was auch vom TÜV geprüft worden ist. Ein im Transportraum eingebauter Betreuerstuhl ermöglicht es außerdem den Tierbesitzern, ihre Lieblinge begleiten zu können, wenn sie zur weiteren Diagnose beziehungsweise Behandlung in eine der Münchner Universitäts-Tierkliniken gebracht werden müssen, mit denen die Tierrettung München von Anfang an zusammenarbeitet. Wenn die Tierärzte ein verletztes Tier bei Nacht am Straßenrand suchen und behandeln müssen, können sie zusätzliche Außenscheinwerfer anschalten, die ihnen dabei helfen: Denn auch bei tierischen Notfällen zählt oft jede Minute.

Die Rechtsanwältin und CSUStadträtin Dr. Evelyne Menges musste sich dieser Tatsache vor vielen Jahren schmerzlich bewusst werden. Als bei ihrer damals noch im Welpenalter befindlichen Königspudeldame Morle eine Autoimmunerkrankung im Verdauungstrakt auftrat, die sich vor allem nachts mit schweren akuten Darmentzündungen bemerkbar machte, war sie sehr oft verzweifelt auf der Suche nach einem Tierarzt. Deshalb hat sie im Jahre 2002 die Tierrettung München gegründet. Seither blickt diese in dieser Stadt zur Institution gewordene Einrichtung auf eine ungebrochene Erfolgsbilanz zurück: Aus anfänglichen rund 500 Einsätzen im Jahr sind mittlerweile rund 4000 geworden: Tendenz steigend. Deshalb war auch die An schaffung des rund 8 0 0 00 E uro teuren neuen Einsatzwagens unumgänglich geworden. Mit der damit auf fünf Wagen aufgestockten Flotte versorgen unsere Tierärzte und Tierarztassistenten rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr in Not geratene, verletzte und kranke Haus- und Wildtiere. Die Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V. unterstützt die Notfallambulanz nach wie vor, finanziert wird sie vor allem aber mit den Beiträgen und Spenden seiner rund 3000 Mitglieder.

Darüber ist die Gründerin und Vizepräsidentin, die Rechtsanwältin und CSU-Stadträtin Dr. Evelyne Menges, auch sehr glücklich: „München kann zu Recht stolz darauf sein, als bislang einzige Stadt Deutschlands über eine funktionierende tierärztliche Notfallambulanz zu verfügen. Es wäre einer meiner größten Wünsche, wenn dies auch in anderen Städten möglich wäre: Tieren genau dann veterinärmedizinisch helfen zu können, wenn sie diese Hilfe am allernötigsten haben: in Notfällen.“