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Auf Lebenszeichen prüfen

Leben oder Tod?

Im schlimmsten Fall liegt Ihr Hund oder ein fremdes Tier am Unfallort und rührt sich nicht mehr.

Was ist zu tun?

Prüfen auf Lebenszeichen: Bereits ein einziges Lebenszeichen spricht dafür, dass ein Tier noch lebt. Sie sollten dann sofort zur Wiederbelebung schreiten (in der nächsten Ausgabe beschrieben).

Herzschlag:

Legen Sie den Hund auf die rechte Körperseite und legen das Ohr dicht auf den Brustkorb (hinter den Ellbogen) und achten auf einen charakteristischen Doppelschlag (siehe nebenstehende Bilder).

Zählen Sie die Herzschläge eine halbe Minute lang und verdoppeln den Wert, um die Herzfrequenz pro Minute zu erhalten.

Normalwert:

  • für große Rassen: 80-100 Schläge pro Minute
  • für kleine Rassen: 100-120 Schläge pro Minute.

Pulsmessung:

Beim Hund und der Katze ist der Puls am besten an der Arterie tastbar, die an der Innenseite des Hinterlaufs ziemlich genau in der Mitte liegt. Legen Sie Ihre flache Hand auf die Innenseite des Oberschenkels, die Finger umfassen das Knie. Nun ziehen Sie Ihre Hand langsam zurück bis Sie mit den Fingerkuppen (nur mit leichtem Druck) die strangförmige Arterie mit ihrer wellenförmigen Bewegung tasten können.

Zählen Sie die Pulsschläge über eine halbe Minute und verdoppeln den Wert. Auf diese Weise erhalten Sie den Puls pro Minute (Normalwerte: siehe Herzschlag)

Atmung:

Zählen Sie eine halbe Minute lang, wie oft der Brustkorb sich hebt. Verdoppeln Sie diesen Wert und Sie erhalten die Atemfrequenz des Tieres pro Minute. Die Atmung kann auch an der Nase überprüft werden. Legen Sie dazu Hand oder Wange an den Nasenspiegel und achten Sie darauf, ob Luft aus der Nase strömt. Des weiteren können Sie ein leichtes Taschentuch etc. vor die Nase halten und auf dessen Bewegung achten.

Normalwerte: 10-40 Atemzüge pro Minute

Reflexe:

Prüfen Sie drei Reflexe in der Reihenfolge

  • Zwischenzehenreflex
  • Lidreflex
  • Hornhautreflex

Reflexe testen:

Selbst wenn Herzschlag und Atmung ausgefallen sind, können Reflexe auf Leben hinweisen. Diese unbewussten Muskel-bewegungen sind bereits durch Kneifen oder Berühren auslösbar. Die Reflexe fallen nacheinander in der beschriebenen Reihenfolge aus.

Zwischenzehenreflex: Kneifen Sie als erstes in die Haut zwischen den Zehen. Ist der Reflex vorhanden, wird das Bein angezogen oder die Pfote zuckt.

Lidreflex:

Berühren Sie dann mit dem Finger das Ober- oder Unterlid. Ist der Reflex vorhanden, wird das Tier blinzeln oder das Auge schließen. Hornhautreflex: Berühren Sie mit dem Finger direkt den Augapfel. Vorsicht, nicht das Auge verletzen! Ist der Reflex vorhanden, wird das Tier blinzeln oder das Auge schließen.

Wichtig: Der Hornhautreflex reicht in dringlichen Situationen auch alleine aus.