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Ein krankes Herz Die dilatative Kardiomyopathie

Ein Bericht von: Nora Rainer

Die dilatative Kardiomyopathie (DKM oder DCM – dilated cardiomyopathy) ist eine erworbene Herzerkrankung. Sie entwickelt sich also erst im Laufe des Lebens und ist nicht schon seit der Geburt vorhanden. Sie ist die am weitaus häufigsten diagnostizierte Kardiomyopathie beim Hund. Unter einer Kardiomyopathie wiederum versteht man eine Erkrankung des Herzmuskels.

Wichtig: Man unterscheidet eine sogenannte primäre von einer sekundären Kardiomyopathie. Die primäre Kardiomyopathie ist idiopathisch (ohne bekannte Ursache) und entsteht unabhängig von einer angeborenen oder erworbenen Herzerkrankung. Entsteht eine Kardiomyopathie aufgrund einer anderen Erkrankung oder einer eindeutigen Ursache, so wird sie als sekundäre Kardiomyopathie bezeichnet.

Bei der DCM handelt es sich um eine Herzmuskelerkrankung bei der es zu einer Pumpschwäche des Herzens und Ausdehnung (Dilatation, daher der Name der Erkrankung) der linken Hauptkammer kommt. Ursachen für eine sekundäre DCM sind Infektionskrankheiten (viral, parasitär oder bakteriell), Nährstoffmangel (Taurin, L-Carnithin), medikamentöse Nebenwirkungen, metabolische Erkrankungen sowie lange anhaltendes Herzrasen.

Wurden all diese möglichen Ursachen ausgeschlossen, so handelt es sich definitionsgemäß um eine primäre, idiopathische DCM. Man vermutet hierbei eine genetische Komponente, welche zu einer Störung im Stoffwechsel des Herzmuskels führt.

Doch welche Symptome geben einen Hinweis auf eine DCM bei Ihrem Hund?

Besonders in der Anfangsphase der Erkrankung zeigen viele Hunde keine Symptome, da das Herz über gewisse Kompensationsmechanismen verfügt. Die Erkrankung selbst wird häufig durch Zufall festgestellt, da zum Beispiel bei der Impfung ein unregelmäßiger Herzschlag oder ein Herzgeräusch festgestellt werden. Sind diese Kompensationsmechanismen jedoch ausgeschöpft, so berichten viele Besitzer von einer verstärkten Atmung, die im Verlauf in Atemnot bedingt durch Wasser auf der Lunge (Lungenödem) übergeht. Des Weiteren können Leistungsinsuffizienz, Schwäche der Hintergliedmaßen bis hin zum Taumeln oder sogar plötzlich tödlichem Kollaps durch Herzrhythmusstörungen auftreten.

Die Diagnose der dilatativen Kardiomyopathie wird mittels Herzultraschall gestellt. Anhand weiterführender Untersuchungen werden mögliche Grunderkrankungen ausgeschlossen, um die optimale Therapie für das Tier zu gewährleisten. Zur Therapie gehören die Behandlung der möglichen vorliegenden Grunderkrankung sowie die Förderung der Pumpleistung, die Unterdrückung von Herzrhythmusstörungen sowie entwässernde Medikamente.

Hinsichtlich der Prognose muss erneut zwischen einer primären und einer sekundären dilatativen Kardiomyopathie unterschieden werden. Sind die Hunde bereits im Herzversagen und ist dieses durch eine primäre DCM bedingt, so ist die Prognose meistens ungünstig. Handelt es sich um eine sekundäre DCM, deren Grundursache man beseitigen (z.B. Mangel an Taurin oder Carnithin) oder beeinflussen kann (z.B. bedingt durch Herzrasen, Nebenwirkung von Medikamenten), so ist die Prognose deutlich besser.

Bei bestimmten Rassen (Dobermann Pinscher, Deutscher Boxer) gibt es Sonderformen der DCM. Von dieser Erkrankung sind meist mittelalte Rüden großer Rassen (z.B. Dobermann Pinscher, Deutscher Boxer, Deutsche Dogge, Irischer Wolfshund, Neufundländer) betroffen.