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Keratokonjuktivitis Sicca (KCS)

Ein Bericht von: Dr. Rebecca Werdelmann

Die Keratokonjuktivitis Sicca (KCS) wird im Volksmund auch als „trockenes Auge“ bezeichnet. Dies entsteht durch eine mangelnde oder gar ausbleibende Produktion der Tränenflüssigkeit. Die Tränenflüssigkeit hat am Auge mehrere Funktionen: Sie liefert der Hornhaut Proteine, Glukose und Sauerstoff; zudem Antikörper und antibakterielle Enzyme; und das Auge wird gereinigt und befeuchtet.

Eine KCS tritt bei Hunden und durchaus auch bei Menschen auf, ist aber, im Gegensatz zu einer reinen Konjunktivitis, nicht auf den Menschen übertragbar. In der Regel wird die KCS durch systemische Erkrankungen wie eine Hypothyreose, Cushing oder Staupe ausgelöst, kann aber auch durch eine Fehlregulation des Immunsystems hervorgerufen werden, die zur Entzündung der Tränendrüsen führt.

Die Symptomatik einer KCS ähnelt zum Teil einer regulären Konjunktivitis und muss daher genau (z.B. mit einem Schirmer-Tränentest) abgeklärt werden, um eine Fehlbehandlung zu vermeiden und schnellstmöglich eine adäquate Therapie zu starten. Zu den Symptomen gehören eitrig-schleimiger Ausfluss, krustige Ablagerungen im Lidrand, eine getrübte/matte Hornhaut, vermehrtes Blinzeln (auch durch Schmerzhaftigkeit ausgelöst), Rötung der Bindehaut und entzündliche Veränderungen der Hornhaut.

Eine chronische KCS kann zum Verlust des Augenlichts führen, weshalb eine rechtzeitige und intensive Therapie erforderlich ist, um das Augenlicht zu erhalten. Die erforderlichen Medikamente müssen oft ein Leben lang verabreicht werden. Insgesamt tragen eine frühzeitige Erkennung und beginnende Behandlung zur Rettung des Sehvermögens bei und die Prognosen sind gut, sofern die Medikamente regelmäßig und konsequent gegeben werden.

Hunde, die besonders betroffen sein können, sind Spaniel, Englische Bulldoggen, Shar Pei, Jack Russell Terrier, Möpse, Malteser und andere.