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Was Sie für Ihr Tier tun können Problem Streusalz

Ein Bericht von: Mathias Beyer aus tierpost 03/2017

Spätestens mit der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit werden wir uns bewusst, dass die Tage kürzer werden und es bald wieder etwas kälter wird. Der Eine oder Andere freut sich dann auch schon auf den wohlverdienten Winterurlaub oder weiße Weihnachten, Ski- und Rodelspaß oder aber auch einfach darüber, die Kinder auf dem Schlitten durch den Englischen Garten ziehen zu können. Was wir aber meist wieder erst dann erkennen, wenn die ganze Sache schon am Laufen ist, ist die Tatsache, dass unsere Vierbeiner diese Witterung nicht so gut vertragen wie wir Menschen. Das eigentliche Problem: Streusalz.

Streusalz wird von nahezu jedermann – gerne auch in rauen Mengen – ausgebracht, um den Bürgersteig oder den Weg dahin rutschfrei zu halten und so die eigene Verletzungsgefahr zu mindern. Das Problem dabei ist, dass wir Zweibeiner durch unser Schuhwerk hervorragend gegen durch Salz verursachte Probleme geschützt sind, unsere vierbeinigen Lebensgefährten jedoch nicht.

Wie wirkt Streusalz?

Obwohl man von einer Salzlauge oder Salzlake spricht, wirkt Streusalz nicht ätzend. Vielmehr zieht es Wasser an, sprich das Wasser aus dem Schnee/ Eis verbindet sich mit dem Streusalz. Laufen Hunde und Katzen längere Zeit auf Streusalz oder kann dies längere Zeit auf Ballen und Pfoten einwirken, führt dies dazu, dass der Haut Wasser entzogen wird. Was passiert wenn die Haut trocken, rissig und vielleicht sogar entzündet ist wird, spätestens am Sprichwort „Salz in die Wunde streuen“ vorstellbar: Es brennt, und es ist sehr schmerzhaft. Kommt dann noch der von Menschenhand ausgestreute Rollsplitt mit hinzu, ist alles für den Teufelskreis angerichtet: Die Haut trocknet aus, kleine Risse bilden sich, werden größer, zusätzlich piekt der scharfkantige Rollsplitt in die Wunden, Salz dringt ein, trocknet die Haut – welche versucht sich zu regenerieren – weiter aus, diese wird noch rissiger … etc. Sie sehen also: Wir machen es unseren Vierbeinern nicht leicht zur kalten Jahreszeit!

Was können Sie tun?

Schauen Sie sich die Pfoten, genauer die Ballen und die Zehenzwischenräume, vor und nach dem Gassi gehen, bzw. wenn Ihre Katze nach Hause kommt, genau an. Achten Sie darauf ob Ihr Hund normal läuft, also alle vier Gliedmaßen normal belastet. Läuft Ihr Hund nicht normal, brechen Sie den Spaziergang ab, gehen Sie zunächst nach Hause oder direkt zum Tierarzt – sofern Sie natürlich eine Verletzung sehen. Zuhause angekommen sollten Sie beginnen, die Pfoten des Tieres mit lauwarmem Wasser abzuduschen bis Sie allen Schnee und Eis entfernt haben. Danach tupfen Sie die Pfoten des Tieres vorsichtig trocken. Sehen Sie Verletzungen oder Ekzeme an den Pfoten, konsultieren Sie Ihren Tierarzt. Sehen Sie hingegen nur kleine Risse oder wirkt der Ballen spröde, können Sie die Pfoten wahlweise mit Melkfett oder Vaseline einreiben.

Wie können Sie vorbeugen?

Haben Sie einen langhaarigen Hund, sollten Sie die Haare zwischen den Zehen und Ballen regelmäßig kürzen, da der Schnee an ihnen haftet und häufig zu unangenehmen Klumpen wird. Da ist von Erbsen- bis Golfballgröße alles dabei! Die Zehen und Ballen werden dadurch maximal auseinander gespreizt, und das ist unangenehm. Reiben Sie die Pfoten großzügig mit Melkfett oder Vaseline ein. Auch wenn dies nur ein kurzfristiger Schutz ist, zeigt auch das bereits Wirkung. Denn das Salz-Wasser-Gemisch kann nicht in die Tiefe eindringen, bzw. erst dann wenn der Schutzfilm abgelaufen ist. Noch besser machen Sie es jedoch, wenn Sie Ihrem Hund Neopren oder Gore-Tex-Schuhe anziehen. Das ist für den Anfang evtl. etwas ungewöhnlich für Sie, und Ihr Hund läuft vielleicht zunächst wie ein „Storch im Salat“, aber wenn Sie sich vielleicht einmal mit Schlittenhunderennen beschäftigt haben, sehen Sie wie diese Tiere förmlich über Schnee und Eis fliegen. Ihr Tier wird es Ihnen danken!