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Die besonderen Patienten Unsere Jungtiere

Ein Bericht von: Malgorzata Horvath, tierpost 12/2017

Wie in jedem Jahr hatten wir auch diesmal viele Jungtierpatienten, die verletzt, krank oder geschwächt aufgefunden worden sind. Die „Saison“ beginnt meistens im März mit Jungvögeln und endet im Dezember mit Igelbabys.

Manche Tierarten sehen wir sogar das ganze Jahr über wie z.B. Tauben, die bei entsprechender Witterung sogar im Winter schlüpfen. Typische Patienten sind auch verletzte oder kranke Eichhörnchen- und Kaninchenbabys sowie junge Krähen, viele Singvogelnestlinge und -ästlinge und kleine Stockenten.

Die Arbeit bei der Tierrettung München bietet immer wieder Abwechslung. So hatten wir dieses Jahr zum Beispiel als außergewöhnliche Patienten einen Wurf kleiner Maulwürfe. Die Kleinen waren dehydriert und unterkühlt, so dass wir ihnen schnell mit Wärme u nd Elektrolytlösung helfen konnten. Die beeindruckenden Tierchen konnten wir nach der Erstversorgung ins Tierheim bringen. Auch ungewöhnlich und sehr niedlich waren die kleinen verwaisten Säger, die uns als Stockentenküken gebracht wurden. Sie unterschieden sich deutlich durch ihre Schnäbel und die Tarnfärbung von den häufigen Stockentenjungen. Die Waisenkinder waren gesund und fit, was sie als Baumhöhlenbrüter durch eindrucksvolles Hochspringen und Festkrallen an der Käfigwand zeigten. So kamen sie gar nicht erst in die Vogelklinik, sondern konnten gleich zur weiteren Pflege auch ins Tierheim, wo sie, wie all die anderen Waisen, von den engagierten Pflegern bis zur Auswilderung gepäppelt wurden.

Das niedliche Aussehen von Jungtieren, das so genannte Kindchenschema, löst bei vielen Menschen einen Beschützerinstinkt aus, was aber leider auch immer wieder dazu führt, dass vermeintlich verwaiste oder kranke Tiere „gerettet“ und so unnötig von ihren Eltern getrennt werden. Um das zu vermeiden, bitten wir unsere Anrufer darum, immer erst abzuklären, ob das gefundene Tier auch tatsächlich hilfsbedürftig ist.