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Sommerliches Amselsterben

Ein Bericht von: Denis Haug

Im vergangenen Sommer wurden der Tierrettung München eine Vielzahl toter und sterbender Amseln angetragen. In aller Regel handelte es sich hierbei um Tiere, die keine äußerlich sichtbaren Verletzungen oder Hinweise auf Erkrankungen zeigten. Sofern dies von Findern beobachtet wurde, berichteten diese fast immer von einer massiven Verschlechterung des Allgemeinbefindens, Einbüßen der Flugfähigkeit und gegebenenfalls Tod binnen weniger Stunden.

Die Ursache dieser Erkrankung heißt „Usutu“. Hierbei handelt es sich um ein Virus, das nach einem Fluss in Swasiland benannt ist und ursprünglich aus dem südlichen Afrika stammt. Es wird von Stechmücken übertragen, seine Hauptwirte sind Vögel. Die meisten Vogelarten erkranken nicht, vor allem Amseln gelten aber als besonders empfänglich. Usutu kommt seit Anfang der 2000er Jahre in unseren südlichen Nachbarländern vor, seit wenigen Jahren auch in Deutschland, insbesondere entlang des Rheins. Es schreitet weiter voran. Im heurigen, besonders trockenen Sommer, wurden durch Usutu nun auch in Bayern Massensterben nachgewiesen. Die meisten toten Amseln wurden in den Regionen München und Nürnberg gemeldet. Zu den wenigen Symptomen, die betroffene Amseln aufweisen, gehören helle oder kahle Stellen am Kopf der Tiere. Im Endstadium sind dann auch Abgeschlagenheit und Störungen des zentralen Nervensystems wie Taumeln oder Kopfschiefhaltung erkennbar. Letzteren ist meist nicht mehr zu helfen. Erkrankte Amseln können wie alle kranken oder verletzten Wildtiere nach telefonischer Absprache bei der Tierrettung München e.V. vorgestellt werden. Die Kosten für die medizinische Versorgung und ggf. Weitertransport übernimmt der Verein. Um das Voranschreiten der Krankheit zu dokumentieren, ruft der NABU Finder toter Amseln auf, diese zu melden (www.NABU.de/Usutu-melden). Sie können an das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) gesandt werden, im Garten begraben oder im Hausmüll entsorgt werden. Menschen erkranken übrigens nur selten und mit geringen Symptomen. Ernsthafte Erkrankungen sind äußerst selten.

Amseln online melden

Von Mai bis November, also in der Zeit, in der Usutu-Infektionen auftreten können, schaltet der NABU ein Meldeformular frei. Über dieses Formular sollten Sie melden, wenn Sie kranke oder vermutlich an einer Krankheit gestorbene Amseln in Ihrer Umgebung feststellen. Bitte machen Sie dabei möglichst genaue Angaben zu Fundort, Funddatum und den näheren Fundumständen und zu den Symptomen der Vögel. Der NABU sammelt alle Daten, wertet sie aus und stellt sie Wissenschaftlern zur Verfügung. Diese einfache Methode hilft, das Ausbruchsgeschehen zu verfolgen, geografisch einzugrenzen und ggf. neue Ausbruchsregionen zu erkennen. Der NABU hat in diesem Jahr bereits 1.500 Meldungen von Usutu-Verdachtsfällen erhalten, knapp zwei Drittel davon alleine im August.