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aktion tier-tierrettung münchen e.V.Die Entstehungsgeschichte

Von Dr. Evelyne Menges, Vizepräsidentin aktion tier tierrettung münchen e.V., Oktober 2016. „Im Leben ist alles immer für etwas gut“. Ach, wie oft hat man schon diesen Satz gehört, wenn Leid und Trauer über einen herein gebrochen ist. Aber manchmal, ja manchmal stimmt dieser Satz. Vor fünfzehn Jahren habe ich mir einen Herzenswunsch erfüllt und bin stolzes Frauchen eines ganz lieben Königspudel- Mädchens geworden. Die Kleine entwickelte sich prächtig und war gesund. Doch eines Tages, als sie etwa sechs Monate alt war, brach eine unerträgliche Krankheitsserie über sie herein, mit deren Spätfolgen wir bis heute noch zu kämpfen haben. Meine Morle bekam nicht nur Zwingerhusten (obwohl sie aus keinem Zwinger, sondern aus einer Hobbyzucht stammt) und bekam trotz regelmäßiger und peinlich genauer Impfungen oben drauf noch Corona (eine Art Parvovirose). Als diese Erkrankung erstmals ausbrach, war es Samstagabend. Morle spuckte Blut, und ich war verzweifelt. Mit meiner lieben Hundefreundin, Frau Eva Lautner, die mich in dieser trostlosen Situation nicht allein ließ, fuhren wir in die Uni Tierklinik und gingen in die Abteilung der Inneren Medizin. Morle wurde untersucht und dort behalten. Am folgenden Montag konnte ich meine Kleine wieder nach Hause nehmen.

Doch dann verschlimmerte sich die Krankheit, sodass ich dann den blutig erbrechenden Junghund nachts um drei heulend und einsam in die Klinik fuhr. So ging es mir zigmal, bis man endlich die Krankheit in den Griff kriegen konnte. Heute weiß ich, Morle leidet an IBD (eine Art Morbus Crohn; sie hat einen schwer entzündeten Zwölffingerdarm). Damals erfuhr ich zum ersten Mal wie einsam der Tierbesitzer sein kann, wenn seinem Tier etwas fehlt. Bei der Erkrankung eines Menschen kommt schließlich der Notarzt ins Haus und es gibt einen Krankenwagen. Für Tiere fehlte das damals in München. Aus dieser Verzweiflung heraus entschloss ich mich, mit guten Freunden und gemeinsamen Kräften dies zu ändern. Eine tiermedizinische Notfallambulanz mit Tierärzten musste her!

Sehr schnell konnte ich aktion tier – menschen für tiere e.V., eine der größten Tierschutzorganisationen Deutschlands, für diese Idee, oder besser noch, für die Finanzierung dieser Idee, gewinnen. Prof. Dr. Henning Wiesner war ebenso schnell für diese einmalige Initiative zu gewinnen wie auch Frau Prof. Dr. Ulrike Matis von der Chirurgischen Uni Tierklinik in München. Mit Hans Wiblishauser als Chef des VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) des Landesverbands Bayern e.V. und Prof. Dr. Theodor Mantel als Präsident der Bayerischen Tierärztekammer und dem ehemaligen Polizeichef der Reiterstaffel der Münchner Polizei, dem inzwischen leider verstorbenen Helmut Plückthun, konnten Experten für den Vorstand gefunden werden. Mit Prof. Dr. Michael Erhard ist für den Vorstand heute eine weitere Koryphäe gefunden worden. Am 1. März 2001 nahm die so gegründete Tierrettung München e.V. ihren Dienst auf.

Während es 2001, in dem Gründungsjahr der aktion tier-tierrettung münchen e.V., „nur“ 535 Einsätze waren, die anfangs von einem einzigen Tierarzt, später von einem Team aus fünf Tierärzten bewältigt werden konnten, mussten 2014 die Mitglieder unseres engagierten und kompetenten Rettungsteams (mittlerweile aus neun Tierärzten und zahlreichen Assistenten bestehend) 3.824 Mal zum Noteinsatz aus rücken. Doch weder Mitgliedsbeiträge noch die Einnahmen aus unserem Zweckbetrieb könnten uns länger als drei Monate überleben lassen, hätte nicht aktion tier – menschen für tiere e.V. uns von Anfang an nachhaltig finanziell mit 12.800 EUR monatlich und einem Ford unterstützt. Dies ist mehr als eine bloße Zuwendung, dies ist Kooperation und Partnerschaft. Aus diesem Grund wurde auf der Mitgliederversammlung des Jahres 2005 beschlossen, dass diese wesentliche, ja fast lebenserhaltende Zusammenarbeit nicht nur über den üblichen Dank zum Ausdruck kommen soll, sondern auch in Taten. Deshalb trägt die Tierrettung den Namen: „aktion tier-tierrettung münchen e.V.“.

Die Krankheit meines Hundes Morle jedenfalls hatte doch was Gutes gehabt und einen tieferen Sinn. Trotz ihrer schweren Krankheit und vielen Anrufen bei „meiner“ Tierrettung, wurde mein geliebter Hund, der mich durch dick und dünn begleitet hat, 15 Jahre alt. Und zum Gedenken an Morle trägt unser erster Einsatzwagen ihren Namen. Doch dies war nicht nur eine Namensgebung zum Gedenken an meinen Hund, man kann sich den Namen viel besser merken als die Autonummer. Und so kommen nun inzwischen auch neben Morle die Wagen Missy, Finett und Flocke zum Einsatz. Auch neue Autos werden zur leichteren Erkennbarkeit Hundenamen von Mitarbeitern oder Mitgliedern erhalten. Inzwischen begleitet mich Chiara auf meinem Lebensweg.

Danke und Aussicht

Ich möchte dem Team, Vorstand und Beirat, den Vereinsmitgliedern und den Spendern danken, die diese hervorragende Arbeit möglich machen und weiterhin allen Partnern, die zur Weiterbehandlung und Rettung beitragen, den aufmerksamen und tierlieben Menschen, der Polizei und Feuerwehr, den Kliniken, den Auffangstationen, der Igelund Eichhörnchenhilfe.

Mein Zukunftswunsch wäre, dass es weniger Tierquälerei, keine Giftköder und Gedankenlosigkeit geben würde. Ich hoffe, dass wir weiterhin allen Tieren in irgendeiner Weise helfen können. Ich wünsche mir außerdem, dass es bald in München eine Auffangstation für Wildtiere geben wird, wo wir die Tiere nach Erstversorgung hinbringen könnten, damit sie dort – vor der Auswilderung – aufgepäppelt werden könnten! Ich hoffe, dass mein Wunsch keine Zukunftsvision bleiben möge.