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Erste Hilfe bei Krampfanfällen

Foto: Mr_Incognito/ CC0 1.0 Universell CC0 1.0

Schätzungsweise ein Prozent aller Katzen und fünf Prozent aller Hunde erleiden im Laufe ihres Lebens einen epileptiformen Krampfanfall.

Welche Maßnahmen sollte ein Tierbesitzer ergreifen, wenn er den Verdacht hat, dass sein Tier einen epileptischen Anfall erleidet?

Der Tierbesitzer sollte bei erstmalig beobachteter Krampfaktivität in jedem Fall einen Tierarzt aufsuchen, damit eine diagnostische Abklärung erfolgen kann und gegebenenfalls eine gezielte Therapie eingeleitet werden kann. Während des Krampanfalles kann versucht werden, den Patienten so weit wie möglich sicher zu lagern, damit Verletzungen durch Anstoßen verhindert werden. Der Besitzer sollte beim Anfassen des Tieres vorsichtig sein, da der Patient bei schweren Krampanfällen nicht bei Bewusstsein ist und durch die motorische Aktivität ein unwillkürliches Zubeißen möglich ist. Auch in der frühen Phase nach dem Krampfanfall können Tiere unter Umständen anders reagieren als gewohnt. Wie bereits erwähnt, stellt eine länger anhaltende Krampfaktivität in jedem Fall eine Notfallsituation dar, die ein rasches therapeutisches Handeln erfordert.

Gibt es Anzeichen, die darauf hindeuten können, dass ein Tier dem nächst einen Anfall erleiden wird?

Bei einer Untergruppe von Patienten fallen vor Beginn der Anfallsaktivität Verhaltensänderungen auf, die für den individuellen Patienten charakteristisch sind. Bei genauer Beobachtung lässt sich in diesen Fällen unter Umständen das Auftreten eines Krampfanfalles vorhersagen. Interessanterweise werden in der Humanmedizin in umgekehrter Weise Hunde darauf trainiert, Vorboten eines Krampfanfalles bei Ihrem Besitzer wahrzunehmen und diesen rechtzeitig zu warnen. Bislang ist allerdings sehr umstritten, ob dies in zuverlässiger Weise möglich ist.

Warum liegt bei anhaltender Krampfaktivität eine Notfallsituation vor?

Bei anhaltender Krampfaktivität verschlechtert sich die Therapierbarkeit auf Grund von Veränderungen im Gehirngewebe zunehmend, das heißt, es kann eine Situation entstehen, in der es nicht mehr gelingt die Anfallsaktivität mit Pharmaka zu unterdrücken. Nicht zuletzt kann eine anhaltende Krampfaktivität zum Tod des Tieres führen, da eine Beeinträchtigung der Atemfunktion sowie der des Herz-Kreislaufapparates eintreten können.

Bitte lesen Sie weiter!

Ausführliche Informationen zu Krampfanfällen/ Epilepsie finden Sie in unserem Artikel "Krampfanfälle bei Hunden und Katzen".

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