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Meerschwein, Hund, Kaninchen oder Katze Probleme mit Blasensteinen

Kleintiere wie Meerschweinchen leiden still – d.h. dass sie Schmerzen meist nicht zeigen können.

von: Nora Kraetzer

Ratgeber Tiermedizin –

Für die Entstehung von einer sogenannten Urolithiasis spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Zunächst einmal gibt es auch hierfür eine genetische Veranlagung. Ebenso spielt Übergewicht, wie in anderen Fällen auch, eine große Rolle.

Häufig kommt es außerdem aufgrund der Fütterung zu einer Überversorgung von bestimmten Mineralien, die wiederum über die Niere und damit über die Blase ausgeschieden werden sollen. Begünstigt durch zu wenig Flüssigkeitsaufnahme oder einen bakteriellen Infekt, der den pH-Wert im Urin verändert, können sich die Mineralien zusammenlagern (Kristalle im Urin werden sichtbar). Wenn sich viele Kristalle aneinanderlagern, entstehen mit der Zeit Steine. Medizinisch nicht korrekt, aber für die bildliche Vorstellung hilfreich, kann man sich einen einzelnen Schneekristall vorstellen. Mehrere zusammen bilden eine Schneeflocke, und aus mehreren Schneeflocken ist ein Schneeball formbar. Letzteres wäre dann der Blasenstein.

Ein Blasenstein kann einige Symptome hervorrufen, die mehr oder minder ausgeprägt sind. Allerdings sei nicht zu vergessen, dass durchaus auch die Vorläufer, also die Kristalle, klinisch auffällig sein können. Umso besser, wenn diese schon bemerkt und therapiert werden können, damit das Risiko der Steinbildung reduziert wird.

Blasensteine können lebensbedrohlich sein

Zurück zu den Symptomen: Das Tier setzt häufig vermehrt Urin ab, teilweise auch unter Schmerzen, mit gekrümmtem Rücken oder in kleinen Portionen. Je nach Reizung der Blase sind Blutstropfen sichtbar. Die Farbe des Urins ist häufig verändert, also trüber, und der Geruch strenger als sonst. Allgemein zeigen sich viele Tiere apathisch und unwohl, oft mit unbestimmten Bauchschmerzen. Im schlimmsten Fall bemerkt man, dass der Urinabsatz gar nicht mehr möglich ist, d.h. dass die Harnröhre durch einen abgeschwemmten Stein verstopft ist, womit der Urin die Blase gar nicht mehr verlassen kann. Wie ein verstopfter Wasserschlauch. Hierbei handelt es sich um eine lebensbedrohliche Situation, da sich einerseits der Urin in die Niere zurückstauen kann, womit harnpflichtige (für den Körper giftige) Stoffe in das Blut gelangen können. Die Blase andererseits ist zwar sehr dehnbar, kann aber, wie jeder Luftballon, irgendwann platzen. Die Therapie der Blasensteine ist recht weitläufig und wird an den einzelnen Patienten angepasst. Einige Steine lassen sich mittels Futteranpassung, harnansäuernden Subtanzen und viel Flüssigkeit gut auflösen, andere Steine müssen chirurgisch entfernt werden. Die entfernten Steine sollten untersucht und klassifiziert werden, also die Art des Steins muss festgestellt werden, um die langfristige Therapie anpassen zu können. In oben beschriebener Situation, wenn die Harnröhre nicht mehr durchgängig ist, wird ein Harnkatheter eingeschoben. Langfristig gesehen muss die Ernährung angepasst und teilweise auch eine weitere Medikation durch den Tierarzt durchgeführt werden. Trotz allem kommt es bei manchen Tieren leider zu Wiederholungen der Problematik.

Die Diagnose von Steinen in der Blase ist einfach: Hierzu braucht es eine Röntgenaufnahme oder einen Ultraschall durch einen Tierarzt. Zusätzlich oder präventiv ist eine Urinuntersuchung möglich, um Kristalle festzustellen. Zusätzlich wird der Tierarzt eine Blutuntersuchung veranlassen, wenn Steine gefunden wurden.

Hund/Katze:

Bei diesen beiden Tieren treten am häufigsten Struvitsteine auf, welche aus Phosphat, Magnesium und Ammonium bestehen. Letzteres wird von einer bestimmten Bakterienart gebildet, die zusätzlich den pH-Wert des Urins verändert, was zusätzlich die Bildung der Steine begünstigt. Diese Steine lassen sich meist gut über die Ernährung und ansäuernde Medikamente auflösen. Zusätzlich kann eine längere Antibiotikagabe nötig sein, um besagte Bakterien zu vermindern.

Außerdem treten häufig Kalziumoxalatsteine auf. Wie der Name schon sagt, spielt hier Kalzium eine große Rolle. Außerdem ebenso der pH-Wert, allerdings im gegenteiligen Bereich als bei den Struvitsteinen. Diese Steine allein über die Ernährung zu beeinflussen ist sehr schwierig. Darüber hinaus besitzen Kalziumoxalatsteine eine sehr unruhige bis spitze Oberfläche, die vermehrt die Schleimhaut der Blasenwand schädigen, was zu Blutungen führt. Somit ist eine chirurgische Versorgung dieser Steine häufig Mittel der Wahl. Neben diesen beiden Steinen gibt es viele andere, die der Tierarzt differenzieren kann. Allerdings sollten noch Uratsteine (u.a. beim Dalmatiner) erwähnt werden, die aufgrund einer genetischen Veranlagung vermehrt Harnsäure (Urat) in der Blase aufweisen, welche dann Steine bildet. Auch hierzu gibt es therapeutische Möglichkeiten.

Kaninchen/Meerschweinchen

Diese beiden Arten haben grundsätzlich mehr Kalzium in ihrem Urin, weswegen dieser immer etwas trüber ausschaut als vergleichbar bei Hund und Katze. Allerdings kann es auch hier bei einer Überversorgung durch bestimmte Futtermittel zu einer erhöhten Kalziumkonzentration im Urin und dadurch zur Steinbildung kommen. Negativ beeinflusst wird auch dies durch eine zu geringe Wasseraufnahme. Bei den Heimtieren ist besonders zu erwähnen, dass sie still leiden, d.h. dass sie Schmerzen aufgrund von Steinen nicht zeigen.