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Schneckenkorn - Tödliche Gefahr im Garten

Anlass für diesen Artikel ist ein Einsatz aus dem Sommer dieses Jahres, der für die beiden Patienten leider kein gutes Ende fand. Ich möchte daher diesen Artikel nutzen, um auf die Gefahren des Schneckenkorneinsatzes bei der Schnecken-bekämpfung hinzuweisen.

Von Daniel Prengel. Die im Handel erhältlichen Präparate basieren meistens auf den Wirkstoffen Metaldehyd, Eisen-III-Phosphat oder Methiocarb. Erst- und letztgenannter Wirkstoff stellen sowohl für Ihre Haustiere als auch für andere im Garten lebende Tiere eine große Gefahr dar. Hunde werden oft vom süsslichen Geschmack angezogen. Je nach Größe der Hunde kann es bereits bei geringen Dosen binnen kürzester Zeit zu einem lebensbedrohlichen Zustand kommen, der sich mit Krämpfen, vermehrtem Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall und Kreislaufschwäche mit verlangsamtem Herzschlag äußert.

Zeigt Ihr Tier schon Symptome, wurde das Gift bereits über den Darm in den Körper aufgenommen. Entscheidend ist daher, dass so schnell wie möglich nach Aufnahme des Schneckenkorns vor Äußerung von Symptomen ein Tierarzt hinzugezogen wird. Dieser kann durch Auslösen von Erbrechen, Gabe von Abführmitteln und Magenspülungen versuchen, einen Großteil des Schneckenkorns aus dem Körper zu entfernen. Je länger das Schneckenkorn im Körper verbleibt, desto schlechter ist die Prognose. Nicht nur im Sinne Ihres Haustieres, sondern auch wegen der Wildtiere, die von Vergiftungen mit Schneckenkorn genauso bedroht sind, sollten Sie auf den Einsatz von Schneckenkorn, auch wenn vom Hersteller die Unbedenklichkeit garantiert wird, verzichten. Greifen Sie stattdessen auf alternative Mittel zurück.

Zwei für die Schnecken ungefährliche Methoden sind einerseits das Absammeln der Schnecken, andererseits das Errichten eines Schneckenzauns, der von den Schnecken nicht überwunden werden kann. Eine für die Schnecken nicht so optimale Variante ist die Verwendung von Bierfallen. Die Schnecken fallen in mit Bier gefüllte Becher und ertrinken. Problematisch hierbei ist vor allem, dass noch andere Schnecken angezogen werden. Auch das Ansiedeln von natürlichen Fressfeinden wie Igel oder Mäusen stellt eine Alternative zum Einsatz von Schneckenkorn dar.

Im Sinne unserer tierischen Mitgeschöpfe bitte ich Sie eindringlich, auf den Einsatz von Schneckenkorn zu verzichten, weil die Gefahren meistens unterschätzt werden.