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Drei Mal Katzenglück

In einer der letzten Julinächte wurde ich gleich zweimal zu Unfallkatzen gerufen. Der erste Einsatz war im Norden Münchens, in Unterföhring. Eine Autofahrerin berichtete, dass ein ihr entgegenkommender Busfahrer eine Katze touchiert hatte und das Tier direkt auf ihre Straßenseite ausgewichen war.

 Von Dr. Gabor Horvath. Reaktionsschnell führte die aufmerksame Autofahrerin eine Vollbremsung durch und kam knapp vor dem Kater zu stehen. Die Katze hatte Glück im Unglück, denn sie biss sich bei dieser „ungleichen Bekanntschaft“ lediglich in die Zunge. Außerdem hatte sie einen leichten Schock. Ich verabreichte ihr ein Schmerzmittel und packte sie in den feuerroten Rettungswagen der Tierrettung München, um sie, wenn es die Zeit mir erlaubte, in die Tierklinik zu bringen.

Doch dann kam schon der nächste Hilfeanruf und zwar aus Kirchheim bei München. Ein Fahrradfahrer, der kurz nach Mitternacht mit seinem Fahrrad unterwegs war, hatte eine Katze im Straßengraben liegen gesehen. Da er kein Handy dabei hatte, bat er zwei Jugendliche die Tierrettung München anzurufen. Alle drei warteten, bis ich vor Ort war, um die Katze, die ebenfalls unter Schock stand, zu behandeln. Die Katze wies keine Knochenbrüche auf, aber ihr Zustand war auch nicht besonders stabil. Nach der Erstversorgung kam auch diese Katze ins Tierrettungsauto und ich fuhr die beiden Samtpfoten in die Uni- Tierklinik.

So glimpflich wie die beiden Stubentiger mit ihren Verletzungen davonkamen, so tragisch war es, dass beide Katzen weder tätowiert noch gechippt waren. Ich konnte deshalb die jeweiligen Tierbesitzer nicht verständigen, weshalb ich alle Katzenfinder gebeten habe, Aushänge zu machen, dass eine Katze gefunden worden war. Bei der Katze in Kirchheim hatten die Jugendlichen sogar mit ihrem Handy ein Foto gemacht für die Zettel, mit denen sie den Katzenfund publik machen wollten. Bei der Fundkatze in Unterföhring hängte der Sohn, der mit im Auto war, als die Katze vor das Auto lief, überall Zettel auf. Die Bemühungen der Tierfreunde hatten Erfolg. Die beiden Besitzer meldeten sich bei der Tierrettung und die genesenen Katzen konnten ihren glücklichen Besitzern zurückgegeben werden.

Einen Tag später kam der dritte Katzennotfall. Die Anruferin berichtete, dass sie eine Katze in ihrem Keller in Neuhausen gefunden hatte. Bei meiner Ankunft wankte mir eine völlig entkräftete Katze entgegen. Das gesamte Körperfett war bereits aufgezehrt und sie war nicht mehr in der Lage, auf allen Vieren zu laufen, sondern schleifte die Hinterbeine hinter sich her. Zum Glück wurde in diesem Fall schon die Besitzerin des armen Tieres gefunden. Die Samtpfote wurde seit 17 Tagen vermisst! Schnell fuhr ich die Patientin in die chirurgische Tierklinik. Das Röntgenbild zeigte einen völlig entleerten Darm. Aber die Katze konnte aufgepäppelt werden.

Obwohl alle drei Fälle ein glückliches Ende fanden, möchte ich alle Katzenhalter ganz ausdrücklich auffordern, ihre Tiere chippen oder wenigstens tätowieren zu lassen. Nicht immer sind die Finder, wie bei den eingangs geschilderten Fällen so rührig und bemüht und machen Aushänge, um die Katzenhalter ausfindig zu machen. Diesen engagierten Tierfreunden sei hier noch einmal im Namen des Tierrettungs-Teams gedankt.