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Katze in Ventilator

Katzen sind von Natur aus neugierig. Diese Neugierde kann ihnen zum Verhängnis werden, so wie meinem Patienten am 8. September 2009. Frau Doktor Haghayegh wurde telefonisch von einem Bauherrn in Pullach informiert, dass in seinem Keller im Ventilatorsystem der Heizungsanlage seines Energiesparhauses eine Katze gefangen sei.

Von Daniel Prengel. Er könne sie nicht erreichen, um sie zu befreien. Sicher schien jedoch, dass das Tier nicht erst wenige Stunden dort verbracht hatte, weil ein bestialischer Geruch beschrieben wurde. Als ich am Ort des Geschehens eintraf, hatte der Finder bereits in Eigeninitiative einen Kescher von der ortsansässigen Feuerwehr besorgt und die Katze befreit. Nach Öffnen des Kartons bot sich ein jämmerliches Bild. Schnell war klar, dass die Katze schon einen längeren Leidensweg hinter sich hatte. Das Fell war matt und struppig, die Augen traurig und eingefallen. Besonders schlimm anzusehen war allerdings die Region um den Schwanz. Dieser fehlte vollständig und alles war massiv entzündet, vermutlich infolge eines Bisses. Schnell verabreichte ich ihr ein Schmerzmittel und gab ihr Infusionen, um sie anschließend unverzüglich zur weiteren Versorgung in die chirurgische Tierklinik der Ludwig Maximilians Universität zu fahren.

Über die Registrierungskartei von Tasso konnte die Besitzerin ausfindig gemacht werden. Diese berichtete in einem am nächsten Tag geführten Telefonat mit Frau Dr. Haghayegh, dass ihr Liebling bereits seit 1. August vermisst sei. Den Schwanz hatte sie bereits früher bei einer Auseinandersetzung mit einem Hund verloren. Anscheinend wurde sie frisch noch einmal an genau der gleichen Stelle gebissen.

Was für eine Tortour muss das arme Tier durchgemacht haben, wenn es seit über einem Monat hilflos durch die Gegend geirrt war. Gott sei Dank lassen immer mehr Besitzer ihre Tiere bei Tasso registrieren, sodass wir nach Auffinden eines Tieres schnell Kontakt aufnehmen können.