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Angriff auf Kaninchen Schutzmaßnahmen für die Außenhaltung

Rettungseinsätze –

„Ich passe gerade auf die Kaninchen einer Freundin auf. Als ich zu ihrem Außengehege gekommen bin, um sie zu füttern, sah ich, dass ein Tier die Kaninchen angegriffen hat. Die zwei kleinen Kaninchen sind schon tot, die anderen beiden, so wie ich es sehe, schwer verletzt. Können Sie bitte so schnell wie möglich vorbeikommen?“ – so ein Anruf bei der Tierrettung München. Angriffe durch Marder, Iltis, Wiesel, Füchse, Raubvögel oder andere Tiere auf Kaninchen in Außengehegen sind leider keine Seltenheit.

Kaninchen sind beliebte Haustiere, und viele Besitzer möchten ihnen gerne eine ganzjährige Außenhaltung bieten. Dies ist für die Tiere eine schöne Haltungsform, jedoch ist für eine sichere Außenhaltung einiges zu beachten und betreffen sowohl die Sicherheit der Kaninchen in Bezug auf Feinde, sowie die Sicherheit vor Ausbruch und Witterung.

Bei Ankunft am Einsatzort mussten wir in der klinischen Untersuchung feststellen, dass eines der beiden Kaninchen sehr schwer verletzt war.

Der Allgemeinzustand war, zusätzlich zu mehreren Einbissen im Bereich des Kopfes und des Halses, äußerst bedenklich. Das zweite Kaninchen hatte ebenfalls Einbisse erlitten, welche jedoch nach erster Einschätzung nicht lebensbedrohlich waren. Beide Kaninchen wurden in eine Tierklink gebracht. Leider musste das Kaninchen mit den vielen Einbissen am Ende erlöst werden. Das zweite Kaninchen hatte Glück und durfte mit Schmerzmittel und Antibiose wieder nach Hause.

Wichtig ist zu bedenken, bevor man Marder, Füchse, Raubvögel etc. als böse Tiere abstempelt: Dies ist lediglich der Lauf der Natur! Diese Tiere sind auch nur auf der Suche nach Nahrung, und auf ihrem Speiseplan stehen nun mal auch Kaninchen. Daher möchten wir noch einmal betonen, dass die „Schuld“ hier eigentlich beim Menschen liegt – bitte achten Sie bei der Gestaltung eines Außengeheges auf die vorher genannten Punkte, um Ihren geliebten Haustieren ein sicheres Leben zu © aktion tier-tierrettung münchen e.V. gewährleisten.

Für eine sichere Gestaltung eines Kaninchenauslaufs:

  1. windgeschützter, schattiger Ort ohne Giftpflanzen, keine dauerhafte Sonnenaussetzung – Kaninchen sind sehr hitzeempfindlich!
  2. für den Rahmen des Auslaufs ungiftiges Holz verwenden (z.B. unbehandeltes Fichtenholz) – um das Holz den Umwelteinflüssen gegenüber beständiger zu machen, ist eine Lasur notwendig. Im Handel gibt es Lasuren, die kinderspielzeugtauglich sind, jedoch ist es trotzdem nicht gesundheitsförderlich, wenn diese von Kaninchen angenagt und verschluckt wird.
  3. aus- und einbruchssichere Gestaltung – lückenloser und stabiler Draht (am besten verzinkt, da er dann wetterbeständiger ist und nicht porös wird) an allen Seiten, sowie oben und etwa 50-60 cm unter die Erde reichend anbringen (alternativ kann ein Fundament gelegt werden, oder es können Terrassenplatten ausgelegt werden) – Kaninchen und auch Fressfeinde graben sich oft unter einem Gehege durch! Optimaler Draht: Drahtstärke: mindestens 1,35 mm, Maschengröße: maximal 1,9 cm x 1,9 cm.
  4. Anbringen eines Daches – dunkle Dächer sorgen zwar für Schatten, heizen sich im Sommer aber schneller auf. Tipp: helles Dach mit Sonnenschutzsegel unterhalb des Daches
  5. . Inneneinrichtung: Mindestens eine Schutzhütte, Futter- sowie Wassergefäße, Behältnis für Heu, unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten (Stein, Holz, Erde) sind förderlich für eine abwechslungsreiche Benutzung der Pfoten. Sollte keine natürliche Stelle zum Graben vorhanden sein, so kann dies durch das Aufstellen eines Sandkastens gelöst werden.

Tipp:

Holzblende aus unbehandeltem Holz über der Verdrahtung anbringen. Dies gibt weitere Stabilität, kann bedenkenlos angenagt werden und schützt davor, dass die Kaninchen die Verdrahtung annagen.

Merke:

Wo sich die Hand eines Erwachsenen durchquetschen kann, da kommt auch ein Marder durch, und wo kein Marder rauskommt, kommt auch kein Marder rein!