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Unsere Tierärzte 25 Jahre Tierrettung München

Die Tierärzte repräsentieren die Tierrettung München auch regelmäßig auf Veranstaltungen wie hier auf der DogWorld München 2025. Foto: © Regina Welk

von: Regina Welk
Beiratsmitglied Tierrettung München

Aktuelles –

25 Jahre ist es her, als Großpudel Morle sein Frauchen inspirierte, dieses einzigartige tierärztliche Notdienstnetzwerk für Tiere - für Hausund Wildtiere - ins Leben zu rufen. Von 07.00 bis 01.00 Uhr ist ein medizinisches Team in München einsatzbereit. Es funktioniert hervorragend, weil alle Beteiligten hervorragend zusammenarbeiten.

Seit 25 Jahren setzt sich das medizinische Team für alle Tiere ein, die Hilfe brauchen und konnten unzähligen das Leben retten, ihre Schmerzen lindern oder sie heilen. Andere wiederum konnten sie von ihren Schmerzen erlösen. Freud und Leid, Leben und Tod liegen oft dicht beieinander wie deren Berichte anschaulich zeigen. All das meistern unsere Tierärzte mit großem Einsatz, Engagement, Können und viel Herzblut. Oft mussten sie schwierige äußere Umstände meistern, haben oft mit der Polizei und Feuerwehr zusammengearbeitet. Sie müssen oft auch Tröster und Begleiter in schweren Stunden sein. Alle Tierärzte haben sich unterschiedlich qualifiziert – ihr Werdegang kann auf der Website www.tierrettungmuenchen.de unter „Team“ nachgelesen werden. In jeder Ausgabe der TIERPOST werden besondere, aber auch alltägliche Einsätze vorgestellt.

Dr. Ines Holz

Dr. Ines Holz Foto: © Tierrettung München

Dr. Ines Holz kennt die Tierrettung München seit ihrer Gründung und hat im Jahr 2017 als Vorstandsmitglied die fachliche Unterstützung der Tierärzte übernommen.

Dr. Gabor Horvath

Dr. Gabor Horvath
Dr. Gabor Horvath Foto: © Privat

Dr. Gabor Horvath hat in Budapest Tiermedizin studiert und kann im Juli dieses Jahres sein 20. Tierrettungs-Jubiläum feiern und findet besonders die Notfallmedizin spannend. In diesen Jahren hat er vielen Haus- und Wildtieren helfen können, so dass es ihm schwerfiel, sich hier für einen Fall zu entscheiden, doch einer blieb besonders in seiner Erinnerung. 

„Der Windhundmischling Felix hat in seinem Leben, passend zum Namen, enormes Glück gehabt. Felix bedeutet auf Latein: der vom Glück begünstigte. Er überlebte wie durch ein Wunder einen schlimmen Notfall. Am Telefon wurde uns berichtet, dass sich ein Hund mit dem Brustkorb auf einen langen Stock aufgespießt hat, nachdem er eine Böschung runtergelaufen ist. Wegen der Schwere des Falls bin ich mit zwei Assistentinnen hingefahren. Bei Ankunft stand Felix aufrecht und ein Stock von ca. 1,5m Länge ragte vorne unten aus seinem Brustkorb. Ich machte eine kurze Notfalluntersuchung und parallel dazu die lebensrettende Notfallbehandlung. Der Hund befand sich im Schock. Der Ast ist entlang des Brustbeins in den Brustkorb so weit eingedrungen, dass die Spitze hinter dem Brustbeinende ertastet werden konnte. Ich spritzte ein stark wirksames Schmerzmittel und legte einen venösen Zugang, er bekam einen stabilisierenden Stützverband um den Brustkorb herum, um den Ast gegen Verrutschen zu sichern. Unter Sauerstoffzufuhr und Dauertropfinfusion transportierte das Team der Tierrettung den Patienten in die Chirurgische Kleintierklinik der LMU. Die anschließende Operation, in der der Stock entfernt wurde, wurde durch ein Team mehrerer erfahrener Tierärzte durchgeführt. Es gab ein Happyend, denn Felix erholte sich von dem schwierigen Eingriff recht schnell“

Malgorzata Horvath

TÄ Malgorzata Horvath
TÄ Malgorzata Horvath Foto: © Tierrettung München

Schon fast 14 Jahre ist Malgorzata Horvath bei der Tierrettung München und ist besonders begeistert von der abwechslungsreichen und spannenden Arbeit, sowohl was die Bandbreite der Patienten angeht wie auch die diversen Notfallsituationen. „Ich finde es toll, dass wir als mobile Nottierärzte sowohl Haus- wie auch Fund- und Wildtieren eine schnelle medizinische Versorgung ermöglichen können, die häufig lebensrettend ist, und dabei auch vielen Menschen, Besitzern oder Findern, in den oft schwierigen Situationen helfen können“. Ein Fall ist ihr besonders in Erinnerung geblieben: 

„Besonders in Erinnerung geblieben ist mir mein Einsatz zu einem lebensbedrohlichen Notfall bei einem 500 gleichten, siebenwöchigen, weißen Katzenwelpen im Hotel Vier Jahreszeiten, dessen Besitzer ihn (ungeimpft) auf Reisen mitgenommen hatten und der nach der Futteraufnahme kollabiert ist und sich im neurogenen Schock befand. Bei so jungen und kleinen Tieren geht es schnell um Leben und Tod, und die medizinische Notfallversorgung ist aufgrund der Größe und besonderen Physiologie eine Herausforderung. 

Mit unserem Notfalllabor konnte ich eine bei Jungtieren vorkommende Hypoglykämie (Unterzuckerung), wegen derer der Kleine bereits einmal in Amsterdam behandelt worden war, schnell ausschließen und vermutete einen Lebershunt (abnorme Gefäßverbindung, über die Blut an der Leber vorbeigeleitet wird, statt dort gefiltert und entgiftet zu werden). 

Zum Glück konnte ich den kleinen Patienten mit intravenöser Infusion, Wärme und Sauerstoff ausreichend stabilisieren und in die nächste Klinik bringen. Die Verdachtsdiagnose war portosystemischer Shunt, eine bei Katzen sehr selten (ca. 2,5 von 10.000 Katzenpatienten) vorkommende Gefäßmissbildung, bei der die Leber teilweise umgangen wird und es nach Futteraufnahme durch die reduzierte Blutentgiftung zu einer gefährlichen Hepatoenzephalopathie (leberbedingte Erkrankung des Gehirns) kommen kann. Der junge Patient erholte sich in der Klinik zum Glück, musste dann allerdings erstmal wegen der fehlenden Tollwutimpfung in die Quarantäne. Den Besitzern wurde wegen des Verdachts eine weitere Diagnostik angeraten“.

Dr. Markus Lerner

Dr. Markus Lerner
Dr. Markus Lerner Foto: © privat

Dr. Markus Lerner mag besonders tierische Assistenten: „Die vergangenen 18 Jahre betrieb ich mit viel Begeisterung eine eigene Tierpraxis in Trudering und wollte noch einmal etwas Neues wagen. Seit einem Jahr bin ich nun bei der Tierrettung München. Ich mag besonders, dass ich Tieren in wirklicher Not helfen kann und liebe das sinnstiftende neue Aufgabengebiet. Eine liebevolle und schöne Erinnerung habe ich an den kleinen Hundewelpen Pitufo, der mir bei meinen Dokumentationsarbeiten geholfen hat“

Melanie Onderscheka

TÄ Melanie Onderscheka
TÄ Melanie Onderscheka Foto: © Tierrettung München

Einen besonders bewegenden Einsatz teilt Tierärztin Melanie Onderscheka mit uns: „Mir gefällt besonders die abwechslungsreiche Arbeit, kein Einsatz ist wie der andere, man trifft die unterschiedlichsten Menschen und Tiere und entdeckt dabei noch neue Ecken in München. 

Einer der wohl schwersten Einsätze war für mich, als ich zu einer ehemaligen Klassenkameradin gerufen wurde, um ihren Hund einzuschläfern. Wir hatten uns aus den Augen verloren, viele Jahre nicht gesehen, doch als ich ihren Hund sah, erinnerte ich mich sofort an seine Geschichte. 

Die Familie hatte den schlecht sozialisierten und sehr ängstlichen Straßenhund aus dem Ausland adoptiert. Mit der Zeit hat sich alles eingespielt, mit viel Geduld, Mühe und Liebe hat die Hündin Vertrauen zu der für sie richtigen Familie gefunden, dass sie abends ohne Angst in ihrem Körbchen einschlafen konnte. Dieser Einsatz nun war für mich persönlich sehr herausfordernd, weil ich selber sehr traurig war, dass nun der Zeitpunkt des Abschieds gekommen war. Andererseits war es auch etwas sehr Besonderes, dass ich für meine ehemalige Freundin in diesem schweren Moment da sein konnte, und wir ihren geliebten Hund gemeinsam auf diesem Weg begleitet haben. Ich hatte das Gefühl, dass unsere alte Vertrautheit ihr auf eine ganz besondere Weise geholfen hat, leichter loslassen zu können“

Anna-Lena Griebl

TÄ Anna-Lena Griebl
TÄ Anna-Lena Griebl Foto: © Tierrettung München

Von 2019-2025 hat Anna-Lena Griebl Tiermedizin an der LMU München studiert und schreibt aktuell an ihrer Doktorarbeit. Besonders die Arbeit mit Wildtieren gefällt ihr, zu denen Vögel, Igel, Mäuse, Marder, aber auch Füchse gehören, die sich immer mehr in die Stadt hineinwagen und oft Hilfe brauchen. Anna-Lena Griebl ist erst seit März als Wildtierärztin auf Minijob-Basis in diesem Team und freut sich auf interessante Aufgaben.

Jemima Beachus

TÄ Jemima Beachus
TÄ Jemima Beachus Foto: © Regina Welk

2022 hat Jemima Beachus als Assistentin bei der Tierrettung München angefangen und ist seit April 2026 als frischgebackene Tierärztin dabei. Besonders am Herzen liegt ihr die Arbeit im Notdienst. Es ist für sie etwas ganz Besonderes, den Tieren direkt in ihrem gewohnten Umfeld helfen zu können. „Mein schwierigster Fall als damalige Assistentin war die Begleitung eines erst sechs Jahre alten Huskys auf seinem letzten Weg. 

Er war chronisch schwer krank und litt unter starken Schmerzen, die trotz aller Bemühungen nicht mehr gelindert werden konnten. Sein Besitzer hatte alles versucht, um ihm das Leben zu erleichtern und ihm noch schöne Momente zu schenken. Am Ende blieb nur noch die schwerste, aber zugleich liebevollste Entscheidung: ihn gehen zu lassen. Was viele nicht sehen, auch für uns Tierärzte sind solche Momente unglaublich schwer. Kein Einschläfern passiert leichtfertig oder ohne Mitgefühl. Wir tragen diese Entscheidungen mit den Besitzern gemeinsam und fühlen den Schmerz oft mit. Auch wenn Euthanasie für viele ein trauriger Gedanke ist, bedeutet sie manchmal vor allem eines – ein Tier von weiterem Leid zu befreien. Und manchmal ist genau das das Größte, was wir für sie tun können: ihnen Frieden schenken, wenn Heilung nicht mehr möglich ist.“

Felix Metzger

TA Felix Metzger
TA Felix Metzger Foto: © Tierrettung München

Felix Metzger ist seit über 5 Jahren bei der Tierrettung München tätig, erst als Assistenz während seines Studiums und nun als Tierarzt. Er findet besonders das Team toll, welches ihn auch in stressigen Situationen auffängt. Auch lernt er während der Einsätze immer wieder neue Teile von München kennen. 

„Ich habe einen ganz besonders turbulenten Einsatz im Kopf, bei dem sich eine Katze draußen eine große Wunde am Bauch zugefügt hatte. Die Besitzer hatten sie in der Wohnung schlecht gesichert, so dass sie beim Einfangen in der Wohnung alle Pflanzen auf dem Fensterbrett zerstört hat und dabei fast ein Meerschweinchen verletzt hätte. Wir haben sie eingefangen, untersucht und zur weiteren Wundversorgung in die Tierklinik gebracht.“

Jean Friemann

TÄ Jean Friemann
TÄ Jean Friemann Foto: © Tierrettung München

Seit fast sieben Jahren ist Jean Friemann bei der Tierrettung München und mag besonders das tolle Tierärzte- und Assistententeam. Ihren schwierigsten Einsatz erlebte sie im letzten Jahr während des Oktoberfestes: 

„Während gerade die Zelte geschlossen wurden, rief man uns zu einer Katze, die aus einem Fenster gestürzt war. Wegen der Menschenmassen, die von der Wiesn strömten, brauchten wir fast anderthalb Stunden zum Einsatzort. Als wir uns nach der Erstversorgung auf den Weg zur Klinik machen wollten, kam der Besitzer und seine sehr alkoholisierte Frau dazu, die auf der Fahrt dann einen lautstarken Beziehungsstreit ausfochten. Trotz der extrem schwierigen Verkehrsbedingungen erreichten wir unfallfrei die Klinik. Damals und noch heute muss ich über die Absurdität der Situation schmunzeln und behalte den Fall immer in meiner Erinnerung“

Dr. Elisabeth Wagmeister

Dr. Elisabeth Wagmeister Foto: © Tierrettung München

Seit 2015 ist Dr. Elisabeth Wagmeister in diesem Team mit familiären Unterbrechungen dabei. Auch ihr gefällt besonders die abwechslungsreiche und vielseitige Arbeit. Besonders wichtig findet sie, dass man als mobiler Notdienst den Tieren direkt vor Ort in akuten Notfällen helfen kann, z. B. nach einem Autounfall. An einen Einsatz erinnere mich ganz besonders: 

„Ein Hund war aus einem Fenster gestürzt und lag schwer verletzt auf dem Gehweg. Er hatte multiple Verletzungen und litt unter Atemnot. Daher musste er vor Ort stabilisiert werden. Besonders schön war dabei die spontane Hilfsbereitschaft der Menschen vor Ort. Der Nachbar hielt die Infusionsflasche, während ein anderer Passant dem verletzten Hund Sauerstoff vor die Nase hielt. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie groß das Mitgefühl und die Hilfsbereitschaft vieler Menschen gegenüber Tieren ist.“

Lotta Müller

TÄ Lotta Müller Foto: © Tierrettung München

Lotta Müller ist erst seit Februar 2026 bei der Tierrettung München und ist begeistert von der Zusammenarbeit im engagierten Team und von der Vielfalt der medizinischen Notfälle sowie die abwechslungsreiche Arbeit mit Haustieren und Wildtieren. „In meiner Einarbeitungszeit kontaktierte uns eine ältere Dame wegen ihres betagten Schäferhundes, der plötzlich weder stehen noch laufen konnte. Da sie im dritten Stock eines Hauses ohne Aufzug wohnte, konnte sie selbst keine Praxis aufsuchen und hatte von uns gehört. Vor Ort erhärtete sich der Verdacht auf geriatrisches Vestibularsyndrom. Diese Erkrankung des Gleichgewichtssinns kann bei älteren Hunden auftreten und zeigt sich in Kopfschiefhaltung, Gleichgewichtsproblemen und einem unsicheren Gang. Mit einer gezielten Behandlung können sich viele Tiere innerhalb weniger Tage deutlich erholen. Wir konnten den Schäferhund vor Ort ambulant versorgen. Genau solche Einsätze zeigen, wie wichtig unsere ambulante tierärztliche Hilfe für Mensch und Tier ist.“

Foto: © Tierrettung München

Bis zum 28. Februar 2026 wurden insgesamt 70.888 Einsätze registriert. Auf Grundlage der vorhandenen Kilometerstände der Fahrzeuge „Missy“, „Morle“, „Finett“ und „Caddy“ sowie der geschätzten Kilometerstände der bereits ausgemusterten Fahrzeuge ergibt sich eine geschätzte Gesamtfahrleistung von rund 1,7 Millionen Kilometern. Geht man von einer durchschnittlichen Strecke von etwa 20 Kilometern pro Einsatz aus – also rund 10 Kilometern pro Weg –, ergibt sich eine Einsatzfahrleistung von etwa 1,5 Millionen Kilometern.

 
Regina Welk mit ihren Hunden

Regina Welk
Beiratsmitglied Tierrettung München

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