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Lumpi außer Rand und Band Erster Urlaub in der Hundepension

Rauhaardackel Lumpi.
Rauhaardackel Lumpi. Foto: © Tierrettung München

von: Elisabeth Wagmeister
Tierärztin bei der Tierrettung München

Der junge Rauhaardackel Lumpi, knapp ein Jahr alt, lebensfroh, neugierig und voller Energie, durfte erstmals einige Tage in einer Hundepension verbringen. Für viele Hunde ist ein solcher Aufenthalt spannend und mit vielen neuen Eindrücken und Begegnungen verbunden. Im lebhaften Zusammensein mit anderen Hunden kann es gelegentlich auch zu Streitigkeiten kommen.

Während seines Aufenthalts kam es zu einer Rauferei mit einem anderen Hund, bei der er eine Bissverletzung an der rechten Vorderpfote davontrug. Als seine Besitzer Lumpi aus der Pension abholten, wirkte er ruhiger als sonst, fraß schlechter und zeigte eine Lahmheit des rechten Vorderbeins. Außerdem leckte Lumpi an der Stelle. Von den Besitzern ließ er die Pfote nicht untersuchen, es schien ihm sehr unangenehm zu sein.

Als wir vor Ort eintrafen, wurden wir von einem aufgeregten, fröhlichen Lumpi begrüßt. Bei der allgemeinen klinischen Untersuchung zeigte sich erfreulicherweise ein stabiler Eindruck. Kreislauf und Allgemeinbefinden waren weitgehend unauffällig. Allerdings war Lumpi, typisch junger Dackel, sehr aufgedreht und lebhaft, sodass eine genaue Untersuchung der schmerzhaften Pfote nur eingeschränkt möglich war. Daher erfolgte eine leichte Sedation, um die Verletzung sorgfältig beurteilen und behandeln zu können. Nach dem Ausscheren wurde die eigentliche Verletzung sichtbar, eine Bisswunde an der rechten Vorderpfote. Das Gewebe war gerötet, geschwollen und überwärmt, klassische Zeichen einer lokalen Entzündung.

Der kleine Lumpi hatte eine Rauferei in einer Tierpension.
Der kleine Lumpi hatte eine Rauferei in einer Tierpension. Foto: © Tierrettung München

Gerade Bissverletzungen bei Hund und Katze sollten nie unterschätzt werden. Auch wenn die Hautöffnung zunächst klein erscheint, gelangen durch die Zähne Bakterien tief ins Gewebe, oder es können tiefere Strukturen verletzt werden. Glücklicherweise ergaben sich bei Lumpi keine Hinweise auf schwerwiegendere Schäden.

Die Wunde wurde gründlich gereinigt und versorgt. Anschließend erhielt Lumpi einen Verband und einen Halskragen, damit er den Verband in Ruhe lässt und die Pfote nicht weiter beleckt. Zusätzlich bekam er ein Antibiotikum, Schmerzmittel und Entzündungshemmer. Die weiteren Kontrollen sowie Verbandswechsel erfolgen beim Haustierarzt. Für Lumpi bedeutete das einige Tage Schonung, was einem jungen Dackel naturgemäß nicht ganz leichtfallen dürfte. Die Prognose ist insgesamt jedoch sehr gut, und mit der eingeleiteten Behandlung sollte die Verletzung komplikationslos verheilen.

 

Elisabeth Wagmeister
Tierärztin bei der Tierrettung München