Hilfe für Wildtiere stößt an Grenzen: Tierrettung München gibt wichtige Tipps für Finder
München – Die anhaltende Hitze, die Jungtiersaison und die hohe Zahl an Wildtierfunden bringen die Wildtierhilfe aktuell an ihre Belastungsgrenzen. Auch bei der Tierrettung München häufen sich derzeit die Anrufe besorgter Bürgerinnen und Bürger. Viele möchten helfen und geben wichtige Informationen weiter. Doch nicht jedes vermeintlich hilfebedürftige Wildtier braucht menschliche Unterstützung. Gleichzeitig stoßen Wildtierstationen, Tierschutzvereine und private Pflegestellen in der Region an ihre Kapazitätsgrenzen. Das Tierheim München hat die Aufnahme von Wildtieren inzwischen vorübergehend eingestellt. Auch die ehrenamtliche Wildtier-Versorgung der Tierrettung München ist stark ausgelastet.
Jungvögel, Igel, Eichhörnchen, Rehkitze und Co: In Bezug auf Wildtiere erreichen derzeit täglich viele Anrufe die Zentrale der Tierrettung in der Herzogstraße. „Die Hilfsbereitschaft der Münchner ist groß und darüber freuen wir uns sehr“, sagt Cheftierärztin Dr. Ines Holz. „Oft geht es um wichtige Informationen, aber teilweise auch darum, dass völlig gesunde Jungtiere gerettet werden sollen.“ Viele Anrufer möchten helfen, aber verständlicherweise nichts falsch machen. Deshalb ist es wichtig, sich zunächst zu informieren und die Situation richtig einzuschätzen. Die Tierrettung empfiehlt unter anderem die App sos-wildtier.de, die eine erste Orientierung bietet und dabei hilft zu erkennen, wann ein Wildtier tatsächlich Hilfe benötigt.
Der Hintergrund: Viele Anlaufstellen zur Wildtierhilfe sind aktuell so überlastet, dass sie auch die telefonischen Nachfragen nicht mehr beantworten können. Auch im Internet und per App gibt es aber professionelle Informationen zum Thema.
Jedes gerettete Wildtier zählt. Die Tierrettung München appelliert deshalb, bei Wildtierfunden besonnen zu handeln. Nicht jedes allein aufgefundene Jungtier ist tatsächlich verlassen oder hilfsbedürftig. Bestehen Unsicherheiten, sollten sich Finder zunächst fachlich informieren oder beraten lassen. Benötigt ein Wildtier offensichtlich medizinische Hilfe, zählt hingegen jede Minute. Nur wenn alle Beteiligten verantwortungsvoll zusammenarbeiten, können die begrenzten Kapazitäten dort eingesetzt werden, wo sie am dringendsten gebraucht werden.
Wichtig zu wissen: Die Tierrettung München ist kein Wildtierzentrum und keine Auffangstation, sondern ein tierärztlicher Notdienst. Neben klassischen Notfällen bei Haustieren, die für die Besitzer der Tiere kostenpflichtig ist, umfasst die Arbeit auch die Rettung von verletzten Wildtieren, die die Tierrettung ehrenamtlich behandelt. „Da wir bei der ehrenamtlichen Versorgung von Wildtieren an unsere personellen und finanziellen Grenzen stoßen, ist es wichtig, dass Tierfreunde Mitglied bei der Tierrettung München werden“, sagt Vereins-Vorsitzende Evelyne Menges. „Schon fünf Euro im Monat helfen uns dabei, diese wichtige Aufgabe weiterhin zu erfüllen.“ Weitere Infos zur Mitgliedschaft gibt es hier: https://www.tierrettungmuenchen.de/mitgliedschaft/mitglied-werden
Die Tierrettung München ist 18 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr erreichbar unter der Telefonnummer 01805-843773. Seit der Vereinsgründung vor 25 Jahren hatten die Tierretter insgesamt mehr als 68.000 Einsätze. Etwa 3.000 Einsätze sind es durchschnittlich pro Jahr. Dafür ist der gemeinnützige Verein mit eigens umgebauten Tier-Krankenwagen und einem Team aus 24 Tierärzten und Assistenten täglich unterwegs.
