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Hund Cookie – Gefährliche Rauschmittel

Cookie mit Schlagseite.
Cookie mit Schlagseite. Foto: © Tierrettung München

von: Malgorzata Horvath

Rettungseinsätze –

Spät am Abend um 23:30 Uhr ging bei uns der Notruf von einer Familie zu einem jungen Hund mit plötzlichem Erbrechen und Gleichgewichtsstörungen ein. Das Herrchen war mit „Cookie“ drei Stunden zuvor im Park in der Nähe vom Friedensengel spazieren gegangen. Die Hündin hatte dabei im Gebüsch etwas gefunden und gefressen.

Wir konnten zum Glück sofort losfahren. Als wir in dem Haus eintrafen, roch es schon vor der Wohnungstür stark nach Fäkalien. Wie sich rausstellte, war dies der Geruch von dem, was Cookie erbrochen hatte. Die freundliche Patientin zeigte deutlich neurologische Symptome. Sie wirkte schläfrig und unkoordiniert und zuckte. Sie hatte eine leicht erhöhte Temperatur. Wir legten einen venösen Zugang, um Blut für unser Notfalllabor mit Blutgasanalyse zu entnehmen und sofort eine Infusionsbehandlung einzuleiten. 

Bei der Blutuntersuchung zeigte sich, dass die Hündin dehydriert war und es Verschiebungen im Säure-Basen-Haushalt gab. Nieren und Leberwerte waren unverändert. Unsere Verdachtsdiagnose war eine Intoxikation mit dämpfenden bzw. berauschenden Substanzen wie THC oder Opiaten. Wir brachten Cookie mit ihrem Besitzer in die Notaufnahme der nächstgelegenen Klinik, wo wir sie im stabilen Zustand zur weiteren Diagnostik und Behandlung an die Kollegen übergeben konnten. Unser Verdacht wurde bestätigt. Die Ursache für Cookies Vergiftung war rauschgifthaltiger menschlicher Kot. Cookie blieb eine Nacht mit Infusionen in der Klinik, und nachdem sie ihren Rausch ausgeschlafen hatte, ging es ihr zum Glück wieder gut.

 

Malgorzata Horvath

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