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Katze mit Struvitsteinen

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: KI generiert

von: Jemima Beachus
Tierärztin bei der Tierrettung München

Rettungseinsätze –

Bei einem Einsatz wurden wir zu einer erst einjährigen Katze gerufen, bei der bereits Struvitsteine bekannt waren. Sie erhielt deshalb schon seit einiger Zeit eine spezielle Diät zur Unterstützung der Harnwegsgesundheit.

Laut Besitzerin wollte die Katze plötzlich nicht mehr spielen und verweigerte außerdem Futter und Wasser. Bei unserer Ankunft wirkte sie aufmerksam, insgesamt jedoch etwas ruhiger und reduzierter als gewöhnlich. Nach einer ausführlichen Besprechung der bisherigen Fütterung, Medikation und der aktuellen Symptome erfolgte die klinische Untersuchung. Zuhause zeigte sich die Katze insgesamt stabil, die Harnblase war unauffällig tastbar, allerdings schmerzhaft im Bereich der Harnwege. Zunächst erhielt sie daher ein Medikament gegen Übelkeit sowie eine geeignete Schmerztherapie.

Struvitkristalle im Mikroskop – typisch „sargförmig“
Struvitkristalle im Mikroskop – typisch „sargförmig“ Foto: © Doruk Salancı, CC BY-SA 3.0

Struvitsteine sind eine häufige Harnwegserkrankung bei Katzen. Sie entstehen unter anderem durch ungeeignete Ernährung, Stress oder genetische Veranlagung. Anders als beim Hund liegen bei Katzen oft keine bakteriellen Infektionen zugrunde. Gefährlich wird es insbesondere dann, wenn Kristalle die Harnröhre verlegen und kein Urin mehr abgesetzt werden kann – dies ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Besonders häufig betroffen sind kastrierte Kater, da ihre Harnröhre deutlich enger ist. Unsere Patientin konnte glücklicherweise weiterhin urinieren. Typische Symptome sind häufiges Urinieren, Pressen beim Wasserlassen oder nur kleine Urinmengen durch die gereizte Blasenwand. Auch blutiger Urin kann auftreten. Nicht selten urinieren betroffene Katzen plötzlich außerhalb der Katzentoilette – was häufig fälschlicherweise als Verhaltensproblem interpretiert wird, obwohl meist ein medizinischer Grund dahintersteckt. Fressunlust und Übelkeit können durch die Schmerzen und die Reibung der Kristalle an der Harnblasenwand entstehen. Struvitkristalle entstehen meist bei zu alkalischem Urin und können häufig durch spezielles Diätfutter gut kontrolliert werden. Wichtig sind außerdem eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, bevorzugt Nassfutter, sowie genügend Katzentoiletten im Haushalt, um Stress zu vermeiden. Dabei gilt die Faustregel eine Toilette pro Katze plus eine Weitere (Beispiel: 2 Katzen = 2 Toiletten + 1 zusätzlich = 3 Toiletten).

Ob bei dieser Katze erneut Struvitkristalle die Ursache der Beschwerden waren oder eine andere Erkrankung dahintersteckte, blieb zunächst offen. Deshalb wurde empfohlen, am Folgetag beim Haustierarzt erneut eine Urinuntersuchung durchführen zu lassen. Die Besitzerin war sehr erleichtert, dass ihrer Katze die Schmerzen zunächst genommen werden konnten und sie am nächsten Tag in Ruhe weiter untersucht werden konnte.

 
TÄ Jemima Beachus

Jemima Beachus
Tierärztin bei der Tierrettung München