Kleines Kätzchen kollabiert – Notruf aus Hotel
Am frühen Morgen kurz nach acht Uhr ging bei uns ein Notruf von einem Gast aus dem Hotel „Vier Jahreszeiten“ ein. Sein kleines Kätzchen sei kollabiert. Wir sind sofort losgefahren. Während meine Assistentin das Einsatzfahrzeug steuerte, konnte ich am Telefon während der Fahrt erstmal die wichtigsten Daten zu dem Kätzchen und seiner Vorgeschichte erfragen.
Das drei Monate alte Kätzchen war wenige Tage zuvor wegen Unterzuckerung in einer Klinik behandelt worden. Mit Notfallausrüstung eilten wir ins Hotel, wo uns das Personal zum Zimmer führte. Dort lag ein kleines weißes Katerchen schwach auf dem Bett, die Besitzer waren sehr besorgt. Am Morgen war es noch munter gewesen, hatte gefressen und war kurz darauf kollabiert. Bei der schnellen Untersuchung zeigte es Schockzeichen, Benommenheit und leichte neurologische Symptome wie Ohrzuckungen. Wir gaben Sauerstoff, legten einen venösen Zugang, entnahmen Blut fürs Notfalllabor und wärmten das unterkühlte Jungtier. Währenddessen erfuhren wir, dass es bereits einige Tage zuvor in Amsterdam wegen eines ähnlichen Schwächeanfalls behandelt worden war – damals mit der Diagnose Unterzuckerung. Diesmal lag der Blutzucker im Normbereich. Der Zusammenbruch nach dem Fressen und die neurologischen Auffälligkeiten ließen ein angeborenes Leberproblem vermuten.
Wir erklärten den Besitzern die Notwendigkeit weiterer Diagnostik und brachten das Kätzchen im Sauerstoffkäfg in die nächste Kleintierklinik, wo es sofort übernommen wurde. Später erfuhren wir, dass es sich rasch erholte. Die Besitzer erhielten eine spezielle Diät, Medikamente und die Empfehlung zeitnah weitere Untersuchungen durchführen zu lassen, um eine mögliche Operation abzuklären. Der Verdacht bestand auf einen portosystemischen Shunt – eine angeborene Fehlbildung der Lebergefäße, bei der die Leber teilweise umgangen wird und Giftstoffe das Gehirn beeinträchtigen können.weise umgangen wird und deshalb das Gehirn durch Giftstoffe beeinträchtigt wird.

