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Spontane Blutungen beim Hund

Jara litt an einer gefährlichen Autoimmunerkrankung.
Jara litt an einer gefährlichen Autoimmunerkrankung. Foto: © Tierrettung München

von: dr.med.vet. (Univ.Budapest) Gabor Horvath
Tierarzt bei der Tierrettung München

Rettungseinsätze –

Die Besitzerin der 2jährigen kastrierten Riesenschnauzerhündin Jara, langjähriges Mitglied der Tierrettung München, hatte angerufen, weil sie einen Tropfen Blut auf dem Teppich gefunden hatte, der scheinbar aus der Maulhöhle ihres Hundes kam. Ich machte mich mit meiner Assistentin Natasa Pestis sofort auf den Weg zu ihr.

Die junge liebe Hündin hat uns begeistert und stürmisch empfangen. Bei der Untersuchung offenbarte sich beim Blick in die Maulhöhle jedoch gleich eine Menge kleiner Schleimhautblutungen, sogenannte Petechien, die häufig in Verbindung mit einem Mangel oder einem Problem der Funktion der Blutplättchen (Thrombozyten) stehen, wobei andere Ursachen auch in Frage kommen können. Bei weiterer Untersuchung fand ich auch auf der hinteren Bauchunterseite kleine Hautblutungen, teilweise auch deutlich größere. Solche Einblutungen an Schleimhäuten und Haut sind für einen Tierarzt immer ein alarmierendes Zeichen. Es handelt sich um eine ernste Notfallsituation. Ein gravierender Blutverlust und somit ein lebensbedrohlicher Notfall kann jederzeit eintreten, durch kleinste Traumata und auch dorthin, wo es nicht sichtbar ist z. B. durch Einblutungen in Körperhöhlen.

Kleine Einblutungen auf der Bauchunterseite.
Kleine Einblutungen auf der Bauchunterseite. Foto: © Tierrettung München

Bei Jara wurde in der Klinik schließlich eine ITP (Immunbedingte Thrombozytopenie) als Ursache diagnostiziert. ITP ist eine gefährliche Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem irrtümlicherweise die eigenen Blutplättchen, die für die Blutgerinnung benötigt werden, angreift und zerstört, was zu lebensbedrohlichen Blutungen führen kann. Jara stand kurz vorm Verbluten. Die Aufmerksamkeit ihrer Besitzerin und die richtige Reaktion, den tierärztlichen Notdienst anzurufen, hat Jara das Leben gerettet.

Schleimhautblutungen im Maul von Jara.
Schleimhautblutungen im Maul von Jara. Foto: © Tierrettung München

Wir brachten die Patientin in Absprache mit der Besitzerin sofort nach telefonischer Ankündigung zur weiteren Diagnostik und gezielten Therapie in die nächste Tierklinik. Meine Verdachtsdiagnose hatte sich bestätigt: Es stellte sich heraus, dass die spontanen Blutungen und Einblutungen in die Haut und Schleimhäute von Jara an einer gefährlich bis lebensbedrohlich verminderten Anzahl von Blutplättchen lagen. Sie hatte von diesen nur noch ca. 1 % der normalen Menge in ihrem Blut. Jara blieb in stationärer Behandlung zur weiteren Abklärung.

Fazit der Geschichte für Tierhalter: Sollte jemand solche Symptome wie spontane Blutungen oder Einblutungen in Haut oder Schleimhaut bei seinem Hund entdecken, sollte man besser nicht lange zögern, sondern sein Tier beim Haustierarzt oder in einer Tierklinik vorstellen.

 

dr.med.vet. (Univ.Budapest) Gabor Horvath
Tierarzt bei der Tierrettung München

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