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Zahnprobleme – Katzendame Grace

Foto: © Tierrettung München

von: Gabor Horvath

Rettungseinsätze –

Das Frauchen war seit langer Zeit Mitglied bei uns. Sie rief uns an einem Morgen an, weil ihre 8-jährige Katzendame Grace seit einem Tag nichts gefressen und nicht getrunken hatte und viel maunzte, was für sie ungewöhnlich war und von der Besitzerin als Schmerzäußerung interpretiert wurde. Zusätzlich tränte bei Grace ein Auge. Da sich die Langhaarkatze gar nicht gerne einfangen, transportieren und untersuchen ließ und bei der Haustierärztin zur Untersuchung immer sediert werden musste, bat ihr Frauchen um einen Einsatz zu zweit, um ihrer Katze unnötigen Stress ersparen zu können.

Die Katzendame blieb zuerst gelassen, untersuchte unseren Einsatzrucksack und ließ das Abhören von Herz und Lunge und das Abtasten von Bauch und Lymphknoten erstmal erstaunlich geduldig über sich ergehen. Fiebermessen oder ins Mäulchen schauen waren jedoch nicht mehr möglich. Die Patientin bekam ein sedierendes Medikament von uns gespritzt und wurde nach Wirkungseintritt zur besseren Untersuchung in einen Katzenuntersuchungsbeutel gelegt. Sediert machte sie erstmal gut mit. Grace hatte erhöhte Temperatur, und bei der Untersuchung der Maulhöhle konnten wir unangenehmen Geruch und stark entzündetes schmerzhaftes Zahnfleisch feststellen. Wir spritzten Grace ein schnell wirksames starkes Schmerzmittel und untersuchten die Maulhöhle gründlich.

Die Patientin hatte eine Gingivitis und Parodontose. Einer der Zähne war locker und das Zahnfleisch drumherum eitrig entzündet, was sehr schmerzhaft gewesen sein muss. Das Auge auf dieser Seite tränte durch die Entzündung, war aber ansonsten in Ordnung. Vor einem halben Jahr waren die Zähne bei der Routineuntersuchung beim Haustierarzt noch ganz in Ordnung gewesen und eine Zahnsanierung in voraussichtlich einem Jahr empfohlen worden. Jetzt hatte es sich doch schneller verschlechtert. Der Zahn musste zeitnah in Narkose gezogen werden und eine gründliche Zahnsanierung durchgeführt werden. Wir telefonierten mit der Haustierarztpraxis und der Klinik, da Grace nüchtern und bereits sediert war, was ideal für eine Narkose gewesen wäre. Ein Termin war an dem Tag nicht möglich, jedoch innerhalb der nächsten zwei Tage. Wir legten einen venösen Zugang und führten eine Blutentnahme und eine Blutuntersuchung in unserem Notfalllabor durch, um Risikofaktoren für die notwendige Narkose auszuschließen, da eine Blutuntersuchung bei der Patientin schon länger zurück lag.

Grace bekam ein Antibiotikum gespritzt und eine Infusionsbehandlung, während wir auf die Blutergebnisse warteten, weil sie seit dem Vortag nicht gefressen und getrunken hatte und leicht dehydriert war. Ihre Blutwerte waren in Ordnung. und sie bekam noch zum Abschluss ein 24- Stunden wirksames Schmerzmittel von uns gespritzt. Mit Schmerzmedikamenten zum Eingeben, um die Wartezeit zu überbrücken, und weichem Futter war sie bis zum Zahnsanierungstermin gut versorgt.

 

Gabor Horvath

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